18. November 2019

Neue Reihe „Architektur und Film“ ab März in Düsseldorf, Münster, Dortmund und Bielefeld

Form folgt Funktion – Architektur und Design

Düsseldorf (pm) – Die Bereiche Architektur und Design als angewandte Wissenschaften und kreative Berufe in ihrer Ausübung sind seit der Moderne eng verwandt. Die ersten Designer des 20. Jahrhunderts waren Architekten, die für ihre Bauten die dazu passenden Details und Interieurs selbst gestalteten. Ob Türklinke, Leuchte, Möbel oder Besteck – immer wieder verwirklichen Architekten im Industrie- und Interior-Design ihre eigenen architektonischen Ideen. – Die 25. Ausgabe der Reihe „Architektur und Film“, eine Zusammenarbeit des Filmmuseums Düsseldorf mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, stellt Architekten an der Schnittstelle von Architektur und Design vor, die mit ihren Arbeiten Maßstäbe setzten und das Lebensgefühl ihrer Zeit mitprägten.

Eero Saarinen, Peter Behrens, Dieter Rams sowie Charles und Ray Eames stehen im Fokus der neuen Reihe „Architektur und Film“, die unter dem Titel „Form folgt Funktion – Architektur und Design“ am 6. März in Düsseldorf startet und danach auch in Programmkinos in Münster, Dortmund und Bielefeld zu sehen ist. In der Auseinandersetzung mit der Funktion eines Gegenstandes sowie dessen Interaktion mit dem Benutzer entwickelten die Architekten und Designer Objekte, die von Originalität, Wiedererkennungswert und Innovation sowie von großer Funktionalität geprägt sind. Gezeigt werden die Filme:

Eero Saarinen – The Architect who saw the Future des Regisseurs Peter Rosen (USA 2016). Der Film erzählt von Leben und Werk des finnisch-amerikanischen Architekten, dessen visionäre, spektakuläre Bauten wie der Gateway Arch in St. Louis und der TWA-Terminal am John F. Kennedy-Flughafen in New York die amerikanische Architektur seit den 1950er Jahren stark beeinflussten. Der Film begibt sich zusammen mit seinem Sohn Eric (er ist der Kameramann) zu den berühmtesten Konstruktionen Eero Saarinens. Neben einer packenden Dokumentation über amerikanische Architektur- und Designgeschichte entstand eine sehr persönliche Vater-Sohn-Story. Mit raren Saarinen-Interviews, vielen privaten Fotos und Dokumenten. Als Vorfilm wird gezeigt „Eero Saarinen – Shaping the Future“ (USA 2008).

Peter Behrens – Vom Skizzenblock zum Alexanderplatz von Alexander Lorenz (D 2015) portraitiert Behrens‘ Architektur und kombiniert die Aufnahmen mit Interviews über seine Arbeit. Der wandlungsfähige Universalkünstler Peter Behrens war erfolgreich als Maler, Produktdesigner und Architekt. Sein besonderes Interesse galt der Verbindung dieser Disziplinen. Durch seine Tätigkeit als „Künstlerischer Beirat“ für die AEG wurde er zum Pionier des Corporate Design. Er war Vorreiter der Entwicklung der Neuen Sachlichkeit und ein Wegbereiter des Bauhauses. Damals noch unbekannte Architekten wie Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe und Le Corbusier arbeiteten in seinem Büro und wurden stark von Behrens‘ Methoden und seiner Sachlichkeit geprägt. Vorfilm „Umbautes Licht – Manifest der Industriekultur“ (D 1990), ein Portrait des expressionistischen Behrens-Hauses der Hoechst AG in Frankfurt.

Der Film „RAMS“ von Gary Hustwit (USA 2018) ist ein faszinierendes, sehr persönliches Portrait über Dieter Rams, den wohl bedeutendsten Industriedesigner der Moderne. Berühmt wurde Dieter Rams durch Entwürfe wie das Regalsystem 606 für Vitsoe oder die stilprägenden Elektrogeräte für die Firma Braun, für die er erst als Architekt, später als Chefdesigner tätig war. Rams‘ Credo: „Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.“ Sein Vermächtnis sind die „Zehn Thesen für gutes Design“, die immer noch Aktualität beweisen. Der Film zeichnet die Meilensteine der Karriere des Designers nach. Er folgt dem mittlerweile 86-jährigen Rams nach London zur Produktion des 606 oder zeigt den sichtlich gerührten japanischen Designer Naoto Fukasawa, als er das erste Mal das legendäre Braun-Taschenradio T3 in den Händen hält, das als Inspiration für den Apple-iPod gilt. Der Film-Soundtrack stammt von Brian Eno.

Eames – the Architect and the Painter von Jason Cohn und Bill Jersey (USA 2011) erzählt die Geschichte des bedeutendsten Designer-Ehepaares des 20. Jahrhunderts – Charles und Ray Eames. Ihre Experimente im Umgang mit geformtem Sperrholz waren Pionierleistungen; und die daraus hervorgegangenen innovativen Möbelentwürfe aus Formholz und Fiberglas stilbildend für das US-amerikanische Nachkriegsdesign. Mit ihrem „Eames Lounge Chair“ etwa erreichte das Gestalter-Ehepaar Weltruhm. Das Modell steht wie kein zweites Möbelstück für die organische Formensprache der Moderne. Die Innovationskraft und Neugierde der Eames erstreckte sich in unterschiedlichsten Projekten auf die Bereiche Architektur, Ausstellung, Bildende Kunst, Film, Foto sowie Industrie- und Möbeldesign. Der Film beschreibt nicht nur das berufliche Schaffen dieses außergewöhnlichen Paares. Auch das private Leben der beiden Designer wird anhand von Archivmaterialien wie Filmen und Briefen sowie Interviews mit Experten, Mitarbeitern und Familienangehörigen erzählt.

 

Kinos und Termine:

  • Düsseldorf, Black Box: 06.03., 13.03., 20.03., 27.03.2019 (20.00 Uhr)
  • Münster, Cinema: 13.03., 20.03., 25.03., 01.04.2019 (20.00 Uhr)
  • Dortmund, SweetSixteen: 19.03., 26.03., 02.04., 09.04.2019 (19.30 Uhr)
  • Bielefeld, Lichtwerk: 26.03., 02.04., 09.04., 16.04.2019 (18.30 Uhr)

 

In alle Filme wird mit einem prägnanten cineastischen Vortrag eingeführt, in dem auf die Besonderheiten des jeweiligen Werks hingewiesen wird. Nach der Vorstellung gibt es bei einem „Get together“ die Gelegenheit zum Austausch. Ticket-Reservierung wird empfohlen.

Pressemitteilung: Architektenkammer Nordrhein-Westfalen