15. August 2022

Neubau Naturwissenschaften: „Ein weiterer Meilenstein für Entwicklung der Universität.“

(c) Entwurf von Birk Heilmeyer & Frenzel Gesellschaft von Architekten mbH. / Universität Kassel

Kassel (pm) – Das größte Neubauvorhaben auf dem Campus Holländischer Platz nimmt Konturen an: Der im vergangenen Jahr für den Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften gestartete Wettbewerb wurde jetzt entschieden. Eine Ausstellung im Foyer des Campus Center der Universität präsentiert die Wettbewerbsbeiträge und das Siegermodell.

Der Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften ist derzeit noch als einziger Nutzer am Standort Heinrich-Plett-Straße in Kassel Oberzwehren (AVZ) untergebracht. Bereits seit vielen Jahren wird darauf hingearbeitet, dass der Standort aufgegeben werden kann. Dafür soll der Fachbereich an den Campus Holländischer Platz ziehen. Auf dem ehemaligen Gottschalkgelände ist ein Baufeld für die Naturwissenschaften vorgesehen. Dieses befindet sich nördlich der Moritzstraße in enger Nachbarschaft zu den ASL-Gebäuden (Fachbereich Architektur – Stadtplanung – Landschaftsplanung), dem Studierendenhaus und der Mensa. Das Bauvorhaben soll über drei zeitlich aufeinanderfolgende Bauabschnitte realisiert werden.

Die Aufgabenstellung des Wettbewerbs beinhaltete die Planung eines Neubaus für Physik/Nanostrukturwissenschaften, der als erster Bauabschnitt für den Fachbereich auf dem Campus realisiert werden soll. Für die nachfolgenden Bauabschnitte für die Institute Chemie, Biologie und Mathematik sollte ein Ideenteil mit geplant werden. Mit dem Umzug vom Standort AVZ an den Holländischen Platz verbinden sich für den Fachbereich Naturwissenschaften hohe qualitative Erwartungen. Die neuen Institutsgebäude sollen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verbesserte Forschungsbedingungen ermöglichen. Die Universität beabsichtigt, ihren nanotechnologischen Bereich weiter auszubauen. In den Neubauflächen soll daher auch ein neues Nanotechnologiezentrum (NTC) mit hochinstallierten Reinraumflächen realisiert werden.

Am Wettbewerbsverfahren beteiligten sich 17 ausgewählte Büros. Die Aufgabenstellung zeichnete sich dabei durch sehr komplexe Vorgaben und höchste Anforderungen an die Funktionalität aus. Zur Auswahl der besten Entwürfe tagte die Jury des Preisgerichts über zwei Tage. Die Entscheidung wurde dabei für ein Stuttgarter Büro getroffen: Aus Sicht der Jury entspricht der Entwurf von Birk Heilmeyer & Frenzel Gesellschaft von Architekten mbH am besten den hohen Erwartungen und wurde daher mit dem 1. Preis ausgezeichnet: „Mit der klaren Struktur des Grundrisses im Hauptgebäude geht ein ebenso schlüssiges wie belastbares Technik- und Installationskonzept einher“, urteilt die Jury. Dem Entwurf werden klare „Haltung und Stimmigkeit“ attestiert. „Auf die komplexen Fragen der Aufgabenstellung antwortet die Arbeit allseitig mit unangestrengter Selbstverständlichkeit. Die gehaltvollen Konzeptideen sind sorgfältig ausgearbeitet sowie technisch untersetzt. Dem Entwurf gelingt es an dieser Stelle, aus dem Spagat zwischen notwendiger Ratio (Laborbau/Technik) und prägnanter Form (Städtebau) zu einer schlüssigen Gebäudetypologie mit zurückhaltendem Auftritt zu gelangen“, so die Jury weiter. Zu den Ausschreibungsanforderungen zählten ferner Aspekte wie Flexibilität und Wirtschaftlichkeit, aber auch, Räume zu bieten, in denen die Lehr- und Forschungsinhalte der Physik überzeugend erlebbar gemacht werden können und durch eine inspirierende Atmosphäre das Miteinander zu fördern. Der 2. Preis wurde an Heinle Wischer Gesellschaft für Generalplanung mbH (Stuttgart) und der 3. Preis an Staab Architekten GmbH (Berlin) vergeben.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ute Clement freut sich, dass die Weichen für die weiteren baulichen Aktivitäten auf dem Campus Nord nun gestellt sind: „Der Neubau Naturwissenschaften ist ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung der Universität und ein wichtiger Bau für die Forschung. Ich freue mich darüber, dass wir nach langen Vorbereitungen in einem sehr konstruktiven und nutzerorientierten Preisgericht ein Architekturbüro auswählen konnten, dessen Entwurf allen Beteiligten als das am besten geeignete erschien.“

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn ergänzt hierzu: „Durch das Ergebnis des erfolgreich durchgeführten Architektenwettbewerbs für den Neubau der Physik und Nanostrukturwissenschaften nimmt die von der Universität Kassel lange ersehnte Verlagerung der Mathematik und Naturwissenschaften an den Campus Holländischer Platz erstmals konkrete Gestalt an. Ich freue mich, dass im Rahmen der Fortschreibung des Hochschulbau-Investitionsprogramms HEUREKA die Voraussetzungen geschaffen werden konnten, dass nun auch die Realisierung des Projektes zügig angegangen werden kann.“

Der Baustart für den 1. Bauabschnitt ist für 2026 vorgesehen. Das Budget für die Baumaßnahme liegt bei 117 Mio. Euro und wird aus dem HEUREKA-Programm des Landes finanziert. Da die Institute des Fachbereichs interdisziplinär eng zusammenarbeiten, strebt die Universität eine zügige Umsetzung aller drei Bauabschnitte an.

Die Ausstellung wurde von Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ute Clement am 07. Juni um 13 Uhr im Foyer des Campus Center eröffnet und kann dort bis zum 27. Juni während der Öffnungszeiten besichtigt werden. Während des Campusfestes, das am 30. Juni stattfindet, pausiert die Ausstellung, um dann erneut vom 6. bis zum 15. Juli präsentiert zu werden. Während des Campusfests werden die ersten vier ausgezeichneten Beiträge im K 19 präsentiert.

Pressemitteilung: Universität Kassel