10. Oktober 2026

Neubau Feuerwehr und Bauhof Metzingen mit dem Hugo-Häring-Preis ausgezeichnet

Feuerwehr und Bauhof Metzingen: Hugo-Häring-Preis 2026
© Bernhard Tränkle

Stuttgart (pm) – Seit 1969 würdigt der BDA mit dem Hugo-Häring-Preis Bauherrinnen und Bauherren sowie Architektinnen und Architekten für ihr gemeinsames Werk. Der Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Baukultur im Land. Im Mittelpunkt stehen Bauwerke, die in besonderer Weise Verantwortung für die gebaute Umwelt übernehmen und einen qualitätvollen Beitrag zur Entwicklung des Bauens leisten.

Der Neubau der Feuerwehr und des Bauhofs Metzingen wurde nun mit dem Hugo-Häring-Preis 2026 des BDA Neckar-Alb ausgezeichnet. Die Jury würdigt das Projekt mit folgenden Worten:

„Als städtebaulich prägnanter Baustein setzt die Gesamtanlage „Feuerwehr und Bauhof“ mit ihrem weithin sichtbaren Schlauch- und Übungsturm einen markanten Akzent entlang der Friedrich-Henning-Straße. Die anspruchsvolle Aufgabe, zwei unterschiedliche Nutzungen in einer gemeinsamen Anlage störungsfrei zu organisieren, wird funktional und architektonisch überzeugend gelöst. Alarmausfahrt, Betriebszufahrt und Zufahrt zu den Pkw-Stellplätzen sind klar voneinander getrennt. Interne Abläufe sind selbstverständlich organisiert und zugleich in ein spannungsreiches Raumgefüge eingebunden. Gezielte Öffnungen und Einblicke machen die unterschiedlichen Funktionsbereiche ablesbar und verleihen dem Gebäude eine hohe innere Qualität. Die bauliche Trennung von Feuerwehr und Bauhof durch eine Fuge schafft eine klare Ordnung, ohne den Zusammenhang der Gesamtanlage aufzulösen. Die einheitliche Gebäudehülle aus Dämmbeton fasst beide Nutzungen zu einer prägnanten architektonischen Komposition zusammen. Sichtbeton im Innen- und Außenraum unterstreicht den monolithischen Charakter, während gezielt eingesetzte Holzoberflächen einen wohltuenden und sensiblen Kontrast bilden. Klarheit in Form und Materialität prägt das Ensemble. Mit nur wenigen Materialien und feiner Detailausbildung gelingt es den Verfassern, dem funktional geprägten Gebäude einen poetischen Ausdruck zu verleihen.“

Das Projekt

Die von dasch zürn + partner geplante Gesamtanlage umfasst ein Feuerwehrgebäude mit Fahrzeughalle für 26 Einsatzwagen, mit Schlauch- und Übungsturm, Kfz-Werkstätte und Waschhalle, Atemschutzwerkstatt und Funkzentrale sowie Schulungsräumen. Der Baubetriebshof verfügt über eine Halle für zwölf Fahrzeuge sowie eine Schreiner- und Schlosserwerkstatt.

Architektonische Lösung

Die Gebäude von Feuerwehr und Bauhof ergeben zusammen eine Gesamtanlage. Diese ist der Hangsituation entsprechend terrassiert. Die beiden Hofebenen von Feuerwehr und Bauhof sind über eine Rampe miteinander verbunden.

Feuerwehr und Bauhof haben getrennte Ein- und Ausfahrten. Alarmausfahrt und Betriebszufahrt der Feuerwehr sowie die Zufahrt zu den PKW-Stellplätzen erfolgen unabhängig voneinander und kreuzungsfrei. Die Funkzentrale am Kopfende des Gebäudes bietet einen ungehinderten Blick in die Fahrzeughalle des 1. Abmarsches sowie auf die Ein- und Ausfahrt und die PKW-Stellplätze.

Die unterschiedlichen Nutzungen sind außen ablesbar, werden aber durch die einheitliche Materialität – Dämmbeton – miteinander verknüpft. Es entsteht ein spannungsreiches Wechselspiel von großflächigen geschlossenen Wandflächen und den Verglasungen der Fenster- und Torflächen.

Die bis zu 60 cm starken Außenwände aus Leichtbeton vereinen Tragwerk und Dämmung zu einem monolithischen Sichtbetongebäude mit ausgeglichenem Innenraumklima. Nahwärmeversorgung, begrünte Dachflächen und Photovoltaik ergänzen das nachhaltige Gesamtkonzept.

Baudaten

Wettbewerb: 2017, 1. Preis
Bauherr: Stadt Metzingen
Standort: Friedrich-Henning-Straße 1 + 3, 72555 Metzingen
Fertigstellung: 2023
Leistungsumfang: HOAI Leistungsphasen 1–9
BGF: 7.165 m²
BRI: 35.050 m³
Auszeichnungen: Hugo-Häring-Auszeichnung Neckar-Alb 2026
Beispielhaftes Bauen Landkreis Reutlingen 2020 – 2026

Architektur: dasch zürn + partner, Stuttgart | München

Fachplaner: Landschaftsarchitekt: Reinboth Landschaftsarchitekten, Esslingen
Brandschutzgutachten: LWKonzept, Stuttgart
Bauphysik/Raumakustik: GN Bauphysik, Stuttgart
Tragwerksplanung: tragwerkeplus, Reutlingen
HLS-Planung: IB Wagner, Reutlingen
Elektroplanung: Kienle Beratende Ingenieure, Stuttgart
Feuerwehrtechnik: FWT Fachplanungsbüro Hoffmann, Auenwald

Quelle: dasch zürn + partner architekten Partnerschaft mbB