22. Juni 2024

Nachhaltiger Neubau für den Bundesgerichtshof in Karlsruhe

Viel Licht in den Büros und eine Kantine mit Gartenblick: Der Entwurf für den BGH Neubau Ostgebäude stammt aus dem Architektenbüro h4a, Gessert und Randecker Generalplaner GmbH, Stuttgart. Ende 2025 soll das Gebäude fertig gestellt sein (Visualisierung: h4a; Stuttgart).

Bonn/Karlsruhe (pm) – Am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, dem höchsten deutschen Gericht für Straf- und Zivilangelegenheiten, wird derzeit nicht nur verhandelt, sondern auch gebaut: Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist der Landesbetrieb Bundesbau Baden-Württemberg mit dem Staatlichen Hochbauamt Karlsruhe als zuständige Bauverwaltung mit dem Neubau des Ostgebäudes betraut. Es entstehen unter anderem zwei neue Gerichtssäle sowie Büros.

Für den Entwurf des neuen Hauses zeichnet die h4a, Gessert und Randecker Generalplaner GmbH, Stuttgart, verantwortlich. Das Architekturbüro war als Preisträger aus dem Wettbewerbsverfahren 2016 hervorgegangen. Der Entwurf sieht ein neues Gebäude auf dem bisherigen Parkplatz vor, der das „Ensemble im Park“ rund um das Erbgroßherzogliche Palais, Hauptsitz und Wahrzeichen des BGH, arrondiert.

Teilnahme an Verhandlungen nach Anmeldung

Der monolithische Baukörper zeigt sich nach außen mit einer klar gegliederten Fassade aus hellem Sichtbeton und gleichmäßigen Fensteröffnungen in schlichter Eleganz – eigenständig und dennoch respektvoll gegenüber dem denkmalgeschützten Bestand. Im Erdgeschoss sind zwei Gerichtssäle und eine neue Kantine, in den Obergeschossen Büros für sieben Senate des Gerichts eingeplant. Insgesamt entstehen hier rund 130 Arbeitsplätze, die den Raumbedarf auf dem Gelände des BGH decken sollen. Für Bürgerinnen und Bürger wird eine Teilnahme an Gerichtsverhandlungen auch im neu errichteten Gebäude nach Anmeldung möglich sein.

Kantine mit Gartenblick

Im Innern des Gebäudes dominieren Sichtbeton, Holz und weiße Putzflächen und schaffen damit einen hellen und sachlichen Raumeindruck. Große Fensterflächen nach außen und zum Innenhof unterstützen die gute Orientierung. Die sorgfältige Materialwahl und die optimale Ausnutzung des Tageslichts tragen zu einem freundlichen Arbeitsklima bei. Der große Speisesaal in der neuen Kantine mit Blick in den Garten lädt zur Begegnung während der Arbeitspausen ein.

Nachhaltiger und energieeffizienter Neubau

Das Gebäude wird nach den neuesten technischen Standards realisiert. Dabei stehen Themen der Energieeffizienz und der baulichen Nachhaltigkeit entsprechend der Vorbildfunktion des Bundes ganz oben auf der Agenda. Dazu zählt unter anderem, dass nur zertifizierte Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft verbaut werden dürfen. Selbstverständlich gehört die Stromerzeugung mittels Photovoltaik auf der Dachfläche mit Einspeisung ins hauseigene Netz dazu. Auch eine Regenwasserretentionsfläche im Garten des BGH ist ganz im Sinne des nachhaltigen Betriebs. Diese sorgt für die Versickerung des vom Dach abgeleiteten Regenwassers an Ort und Stelle, anstatt der Einleitung ins städtische Kanalnetz. Durch die Anhebung des Grundwasserspiegels kann so auch in ökologischer Hinsicht ein wichtiger Beitrag für das Mikroklima am Standort des BGH geleistet werden.

Fertigstellung Ende 2025

Im Herbst 2022 war der Baustart. Der Rohbau ist bereits kurz vor Fertigstellung und mit den Fenster- und Fassadenarbeiten sowie der Dachabdichtung wurde begonnen. Außerdem haben die Technikgewerke mit den Installationen angefangen. Die haushaltsmäßig anerkannten Baukosten für das Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 11.400 Quadratmetern betragen rund 74 Millionen Euro. Die zu erwartenden Baupreissteigerungen werden durch das Staatliche Hochbauamt Karlsruhe mit rund vier Millionen Euro prognostiziert.

Die Baustelle ist derzeit im Terminplan. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant und der Dienstbetrieb des BGH im Gebäude soll im Laufe des Jahres 2026 aufgenommen werden.

Quelle: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)