28. März 2026

MVRDV plant neues Lampegiet-Theater in Veenendaal

Der Entwurf von MVRDV für das neue Lampegiet-Theater in Veenendaal interpretiert das Gebäude als „urbane Laterne“, die sich zum Theaterplatz öffnet. © MVRDV
Der Entwurf von MVRDV für das neue Lampegiet-Theater in Veenendaal interpretiert das Gebäude als „urbane Laterne“, die sich zum Theaterplatz öffnet. © MVRDV © MVRDV

Veenendaal, NL (abki) – Die niederländische Gemeinde Veenendaal hat den Bau eines neuen Lampegiet-Theaters beschlossen. Der Entwurf stammt vom Rotterdamer Architekturbüro MVRDV in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Buro Happold. Das Projekt ersetzt das bestehende Theater aus dem Jahr 1988 und soll künftig als kultureller Mittelpunkt des Stadtteils Duivenweide dienen.

Der Neubau umfasst einen Hauptsaal mit 700 Sitzplätzen sowie zwei weitere Säle mit 200 beziehungsweise 100 Plätzen. Letzterer ist unter anderem für das Filmhuis Veenendaal vorgesehen. Eine charakteristische Keramikfassade mit perforierten Elementen legt sich wie ein Stoff über das Gebäude und verleiht dem Theater eine besondere Erscheinung: In den Abendstunden wird das Gebäude durch das beleuchtete Foyer zu einer „urbanen Laterne“, die Licht auf den Theaterplatz und die umliegende Stadt wirft.

Der Name des Theaters verweist auf die lokale Tradition des Lampegietersavond, ein jährliches Fest, bei dem Kinder mit Laternen durch die Stadt ziehen. Diese kulturelle Referenz greift der Entwurf architektonisch auf. Die geschwungenen keramischen Fassadenelemente erinnern zugleich an Theater-Vorhänge und an die industrielle Textilgeschichte der Stadt.

© MVRDV

Im Gebäude erhält jede Funktion ein eigenes Volumen. Drei Säle, Foyerbereiche, ein Café sowie Backstage-Flächen werden zu sechs Baukörpern zusammengefügt, die übereinandergestapelt ein kompaktes Ensemble bilden. Durch diese Gliederung wird die Baumasse in kleinere Einheiten aufgelöst, die sich in Maßstab und Proportion an die umliegende Bebauung anpassen.

Der Haupteingang befindet sich an der Ecke des Theaterplatzes und führt in ein über drei Geschosse reichendes zentrales Foyer mit Café und Außenterrasse. Ein zweites Foyer erschließt den multifunktionalen Saal. Darüber befindet sich ein flexibel nutzbares Kino, das Ausblicke auf den Theaterplatz und die historische Alte Kirche von Veenendaal bietet.

Mit großen Glasflächen öffnet sich das Gebäude bewusst zum Stadtraum. Schiebetüren ermöglichen es, den Innenraum mit dem Platz zu verbinden. So können Veranstaltungen auch im Außenraum stattfinden – etwa Open-Air-Aufführungen oder ein Freiluftkino.

„Mit dem Lampegiet-Theater lassen wir die reiche Geschichte von Veenendaal lebendig werden – von den Lampegietersavond-Feiern bis zur industriellen Textiltradition der Stadt“, sagt MVRDV-Gründungspartner Jacob van Rijs. „Das Gebäude funktioniert als urbane Laterne und schafft gleichzeitig eine offene Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.“

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Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde gemeinsam mit Buro Happold entwickelt. Geplant sind unter anderem Photovoltaikanlagen und eine Wärmepumpe. Zusätzlich sieht der Entwurf Begrünungen, den Erhalt bestehender Bäume sowie integrierte Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse vor. Flexible Raumstrukturen sollen zudem eine langfristige Nutzung und Anpassungsfähigkeit des Gebäudes ermöglichen.

Der Entwurf wurde im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt, bei dem sowohl eine Fachjury als auch die Öffentlichkeit abstimmten. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Fertigstellung für 2029.

Quelle: MVRDV · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt