3. November 2026

Seit 25 Jahren Egal.

Regalsystem Egal: 25 Jahre Regalklassiker von Moormann
© WeMakeThemWonder

Aschau im Chiemgau (pm) – 2001 entwarf Axel Kufus für Moormann das Regalsystem Egal und stellte dafür ein vertrautes Konstruktionsprinzip auf den Kopf. Man stelle sich ein klassisches Regal vor und kippe es in Gedanken um 90 Grad auf die Seite. Normalerweise besteht es aus durchgehenden Seiten, die einzelnen Böden Halt geben. Bei Egal läuft das System genau andersherum. Durchgehende Regalböden ermöglichen eine individuelle Einteilung der Seiten und Fächer. Egal wie es gefällt. Aus diesem einfachen Kniff entstand ein variables Raster, das dem Regal bis heute seine charakteristische Optik und große gestalterische Freiheit gibt.

Ein Raster mit Spielraum

Vier mögliche Fachhöhen bilden den Baukasten. Innerhalb dieses Systems können die Fächer regelmäßig angeordnet sein oder einem eigenen Rhythmus folgen. So entsteht aus wenigen Elementen eine Vielzahl individueller Konfigurationen, abgestimmt auf Architektur, Nutzung und Inhalt. Dabei kann Egal mehr als Bücher tragen. Niedrig geplant wird es zum Sideboard, an der Wand nutzt es die Höhe des Raumes und freistehend übernimmt es die Funktion eines Raumteilers. Gerade dort zeigt sich eine besondere Qualität des Entwurfs: Das grafische Zusammenspiel aus horizontalen und vertikalen Linien funktioniert von beiden Seiten.

Gebaut für alle Lebensabschnitte

Was 2001 praktisch war, ist 2026 umso relevanter. Wohnflächen werden unterschiedlich genutzt, Grundrisse verändern sich und ein Möbel begleitet im besten Fall mehr als eine Adresse. Bei Egal können Höhe und Facheinteilung auch nachträglich angepasst werden. Wer umzieht oder anders einrichtet, muss nicht zwangsläufig ein neues Regal kaufen. Schiebetüren, Türen, Schubkästen und Rückwände ergänzen das offene System dort, wo geschlossener Stauraum gefragt ist. Auch Sondermaße sind möglich. So lässt sich Egal präzise auf Räume und ihre Anforderungen abstimmen.

Bei Moormann sind Möbel Lebensgefährten. Und von denen trennt man sich schließlich auch nicht, nur weil sich die Umstände ändern.

Bis zur Kante durchdacht

Auch beim Aufbau bleibt Egal unkompliziert. Die Seiten werden über Zapfen eingesetzt, die einzelnen Ebenen mit Hülsen stabil verbunden. Aufwendige Beschläge braucht es nicht. Für den Korpus stehen MDF und Birkensperrholz zur Wahl, die Farbwelt bleibt mit Schwarz und Weiß bewusst reduziert. Beim Sperrholz werden die offenen Kanten mit ihren einzelnen Furnierlagen selbst zum gestalterischen Detail. Die Konstruktion bleibt sichtbar, das Regal zurückhaltend.

Darin gibt es nämlich genug anderes zu sehen.

Quelle: Nils Holger Moormann Möbel GmbH