19. Oktober 2018

Modulares Bauen: Bauingenieurwesen bekommt Fördergelder für interdisziplinäre Projekte

Bochum (pm) – Zwei von 14 neuen Schwerpunktprogrammen der Deutschen Forschungsgemeinschaft werden ab 2019 an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) koordiniert. Eines der Programme zielt darauf ab, durch seriengefertigte Module aus Hochleistungswerkstoffen schneller, präziser und ressourcenschonender zu bauen. Das andere Programm stellt vormoderne Gesellschaften des iranischen Hochlands in den Mittelpunkt und untersucht ihre gesellschaftlichen und politischen Beziehungen in verschiedenen Zeitabschnitten. Beide Programme sind auf zweimal drei Jahre angelegt.

Schneller und effizienter bauen

Individuell bauen mit standardisierten Puzzleteilen: So lässt sich zusammenfassen, worauf Bauingenieure, Maschinenbauer, Informatiker und Mathematiker im Schwerpunktprogramm „Adaptive Modulbauweisen mit Fließfertigungsmethoden – Präzisionsschnellbau der Zukunft“ hinarbeiten. „Der bisher übliche handwerkliche Bauprozess ist anfällig gegen Störungen wie zum Beispiel schlechtes Wetter, er ist ungenau und dauert zu lange“, sagt Koordinator Prof. Dr. Peter Mark vom Lehrstuhl für Massivbau. Bauzeiten von Monaten und Jahren, unter Umständen mit entsprechenden Verkehrsbeeinträchtigungen, die der Allgemeinheit schaden, seien nicht zukunftsfähig.

Abhilfe schaffen wollen die Forscherinnen und Forscher nach dem Motto: Individualität im Großen – Ähnlichkeit im Kleinen. Sie entwickeln Module aus Hochleistungswerkstoffen, die in Fabriken in Serie gefertigt werden sollen und auf der Baustelle nur noch zusammengefügt werden müssen. So sollen ohne Verschwendung von Zeit und Material individuelle Bauwerke ganz verschiedener Größenordnungen entstehen. Der gesamte Entwurfs-, Fertigungs- und Montageprozess soll digital unterstützt werden. Neben Forschern der RUB waren an der Initiierung des Schwerpunktprogramms Wissenschaftler aus Karlsruhe und Dresden beteiligt.

Pressemitteilung:  Ruhr-Universität Bochum