25. Mai 2024

Mikroappartements helfen gegen Wohnungsknappheit

Frankfurt am Main (pm) – Die Folgen des Kriegs in der Ukraine halten auch die deutsche Immobilienwirtschaft in Atem. „Micro-Living hat das Potenzial, die angespannten Wohnungsmärkte in den Innenstädten zu entlasten. Damit wir trotz steigender Inflation und Lieferengpässen neuen Wohnraum schaffen können, muss die Politik allerdings für passende Rahmenbedingungen sorgen“, erklärte Michael Vogt, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Micro-Living, beim ersten BML-Fachkongress Micro-Living in Frankfurt.

Insbesondere in Großstädten und Ballungsgebieten können Mikroappartements einen wesentlichen Beitrag leisten, die Wohnungsknappheit abzufedern. Ein genau auf die Zielgruppe zugeschnittenes Angebot ermöglicht Pendlern, Studierenden und Fachkräften aus dem Ausland schnell ein passendes Zuhause zu finden. Dadurch bleiben größere Wohnungen für Familien frei. „Damit das funktioniert, müssen aber auch die Kommunen mitspielen“, so Jan-D. Müller-Seidler, stellvertretender Vorsitzender des BML. „In vielen Universitätsstädten gibt es immer noch zu wenige Studierendenwohnheime. Ein weiteres Problem ist, dass die Bauflächen zum Höchstpreis vergeben werden. Dadurch steigen die ohnehin schon hohen Baukosten, was sich natürlich auch auf den Mietpreis auswirkt. Am Ende müssen die Studierenden die höheren Kosten ausbaden.“

Auch beim Betrieb von Mikroappartements gebe es noch eindeutig Verbesserungspotenzial, erläuterte Lutz Dammaschk, Schatzmeister und Vorstand des BML. „Häufig müssen Betreiber von Studierendenwohnheimen oder Serviced Appartements ihren Bewohnern Tiefgaragenplätze anbieten, die gar nicht benötigt werden. Viele Studierende besitzen noch nicht einmal ein Auto. Am Ende stehen die Garagen leer und treiben die Kosten und damit auch die Mieten in die Höhe.“ Auch der bürokratische Aufwand kann für Herausforderungen sorgen. So wird der Betreiber zum Stromhändler und muss zusätzliche Steuern auf den Preis rechnen, wenn die Bewohner ihren Strom über einen Zwischenzähler abrechnen. „Insbesondere bei Mikroappartements, die ein Service-Paket für ein denkbar zugängliches und unkompliziertes Wohnen anbieten, sind diese Hürden unnötig und sorgen nur für zusätzlichen Aufwand und dadurch höhere Mietkosten“, so Dammaschk.

„In schwierigen Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Nur so können wir die Wohnungsknappheit in Deutschland in den Griff kriegen. Die Entwickler und Betreiber von Mikroappartements würden gerne ihren Teil zur Entlastung des Wohnungsmarkts beitragen, wenn man sie denn lassen würde. Wir hoffen daher auf Einsicht seitens der Politik und bessere, praxistauglichere Rahmenbedingungen für unsere Branche“, fasste Michael Vogt am Ende des Kongresses zusammen. Demnach könne Micro-Living besonders in den Großstädten mit begrenztem Bauland für eine spürbare Entlastung des Wohnungsmarkts sorgen.

Pressemitteilung: Bundesverband Micro-Living e.V.