26. September 2022

Marktbericht Deutschland: Erwirtschafteter Umsatz durch Immobilienverkäufe steigt 2020 um 82 Prozent gegenüber 2012

Übersicht der Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Europa 2020 (Grafik: von Poll Immobilien GmbH)

Frankfurt am Main (pm) – Die Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie haben die Menschen in Bezug auf Wohnen und Arbeiten vor neue Herausforderungen gestellt. Auch für die Wirtschaft ist die aktuelle Situation eine Bewährungsprobe. Die steigende Inflation mit sich erhöhenden Teuerungsraten bei einer zugleich ungebrochen hohen Nachfrage ist auch für die Immobilienwirtschaft von Bedeutung. Im aktuellen Marktbericht für Wohnimmobilien in Deutschland geben die VON POLL IMMOBILIEN Experten (www.von-poll.com) einen umfassenden Überblick über die diversen Markt-und Preisentwicklungen für den Zeitraum 2012 bis 2021.

„Nicht nur die Pandemie-Entwicklung hat einen Einfluss auf die wachsende Nachfrage am Immobilienmarkt, auch das Bevölkerungswachstum ist ein zusätzlicher Faktor. Seit 2011 ist die deutsche Bevölkerung um knapp drei Millionen gewachsen. Wie das Forschungsinstitut empirica regio prognostiziert, soll die Bevölkerungszahl in Deutschland bis zum Jahr 2030 von aktuell 83,2 Millionen auf 83,5 Millionen steigen“, weiß Daniel Ritter, geschäftsführender Gesellschafter bei VON POLL IMMOBILIEN. Und weiter: „Das Wachstum der Bevölkerung und damit auch die zunehmende Nachfrage nach Wohnimmobilien ist jedoch regional geprägt und zentriert sich besonders auf die Ballungsgebiete der größeren Städte. Vor allem im städtischen Raum und dessen Umland nimmt die Nachfrage nach Wohnimmobilien stetig zu und übersteigt das Angebot – das Resultat sind kontinuierlich steigende Immobilienpreise. Paradebeispiele sind hier zweifelsohne Berlin, München und Frankfurt am Main.“

Marktentwicklung in Deutschland

Die Entwicklung der Indexreihen[1] für Umsatz und Durchschnittspreise des Gesamtmarktes für Wohnimmobilien zeigt in der nachfolgenden Grafik einen starken, kontinuierlichen Trend nach oben. Während der Durchschnittspreis für eine Immobilie in Deutschland im Jahr 2012 noch bei 170.167 Euro lag, kletterte der durchschnittlich gezahlte Preis 2020 auf 281.841 Euro. Obwohl die Transaktionszahlen im betrachteten Zeitraum leicht schwankten, zeichnet sich insgesamt ein Trend nach oben ab. Der Indexwert erreichte im Jahr 2020 seinen bisherigen Höchststand von 110,1. Die Transaktionen stiegen von insgesamt 518.873 verkauften Objekten im Jahr 2012 bei einem Umsatz von 88,3 Milliarden Euro auf die Rekordzahlen von 571.263 Verkäufen im Jahr 2020 bei einem erwirtschafteten Umsatz von 161 Milliarden Euro und damit einer Umsatz-Steigerung von 82,3 Prozent gegenüber 2012.

Preisniveau in Deutschland erreicht oberes Drittel im europäischen Vergleich

Im europaweiten Vergleich[2] der Quadratmeterpreise[3] für Eigentumswohnungen in den analysierten Städten ab 100.000 Einwohnern belegt Deutschland den vierten Platz. Hier müssen Kaufinteressenten mit einem durchschnittlichen Preis von 5.332 €/m2 rechnen. Angeführt wird das Top-15-Ranking von der Schweiz mit einem Quadratmeterpreis von 11.188 Euro, dicht gefolgt von Luxemburg bei einem durchschnittlichen Preis von 10.707 €/m2 in City-Lage. Mit deutlichem Abstand liegt Norwegen auf dem dritten Platz, wo Käufer im Schnitt 5.793 €/m2 für eine Eigentumswohnung zahlen. Die Schlusslichter des Rankings bilden Island mit 3.768 €/m2, Belgien mit 3.286 €/m2 und Italien mit 3.154 €/m2.

Das Top-15-Ranking der Quadratmeterpreise in Stadtrandlage zeigt einige Verschiebungen: An der Spitze befindet sich Luxemburg mit einem durchschnittlichen Preis von 8.178 €/m2 vor der Schweiz mit 7.638 €/m2. Deutschland ordnet sich auf Rang sechs ein – hier zahlen Interessenten für eine Eigentumswohnung in Randlage im Schnitt 3.686 €/m2. Damit liegt Deutschland hinter Norwegen mit 4.002 €/m2. Auf Deutschland folgen Österreich mit 3.770 €/m2 und Frankreich mit 3.756 €/m2. Am günstigsten ist es erneut in Belgien bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2.640 Euro und Italien mit 2.408 €/m2.

Daniel Ritter von VON POLL IMMOBILIEN erläutert: „Nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in Europa gibt es starke regionale Unterschiede bei den Quadratmeterpreisen und ein klares, geografisch beeinflusstes Preisgefüge. Im Top-15-Ranking finden sich mit Ausnahme von Italien nur nord- und westeuropäische Länder. Deutschland liegt bei den Eigentumswohnungen im oberen Drittel, was das steigende Preisniveau unterstreicht.“

Der Stadtstaat Hamburg führt das Ranking der deutschen Bundesländer an

Beim Vergleich der durchschnittlichen Kaufpreise[4] von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen und deren Preisentwicklung von 2019 bis 2020 führt Hamburg das Ranking der Bundesländer in beiden Segmenten an. Hier zahlen Käufer aktuell im Schnitt 695.884 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus und 502.582 Euro für eine Eigentumswohnung. Auf dem zweiten Platz des Rankings folgt ein weiterer Stadtstaat: In Berlin liegt der Durchschnittspreis im Haussegment im Jahr 2020 bei 606.943 Euro, im Wohnungssegment sind es 367.189 Euro. „Aufgrund ihrer homogenen Besiedlungsstruktur führen die beiden Stadtstaaten Hamburg und Berlin das Immobilienpreis-Ranking der Bundesländer an“, weiß Immobilienexperte Ritter von VON POLL IMMOBILIEN. Und er führt weiter aus: „Wohnraum ist dort äußert begehrt. Zudem sorgt die positive Bevölkerungsentwicklung beider Städte auch zukünftig für eine steigende Nachfrage nach Immobilien.“

Bayern belegt den dritten Platz. Hier ist vor allem das hohe Preisniveau in und um München für den dritthöchsten Durchschnittspreis in beiden Segmenten verantwortlich. Ausgeglichen wird dieser durch die vergleichsweise günstigeren, ländlicheren Gebiete. Für ein Haus in Bayern müssen Interessenten mit circa 487.906 Euro rechnen, für eine Wohnung mit 319.922 Euro. Im Ranking der Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser folgt Baden-Württemberg mit durchschnittlich 402.632 Euro, im Wohnungssegment liegt das südwestliche Bundesland im Schnitt bei 254.536 Euro. Unter der 400.000-Euro-Grenze ordnet sich Hessen ein mit 346.763 Euro für ein Haus, für eine Eigentumswohnung zahlen Käufer hier 280.587 Euro. Den sechsten Rang im Häuser-Ranking belegt Schleswig-Holstein mit 326.403 Euro, eine Eigentumswohnung kostet durchschnittlich 255.634 Euro. Während Interessenten in Nordrhein-Westfalen 323.321 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus zahlen, fällt der Durchschnittspreis für eine Wohnung mit 196.045 Euro hier deutlich geringer aus. Auf den nächsten Plätzen bei den Ein- und Zweifamilienhäuser folgen Bremen mit 285.099 Euro, Brandenburg mit 280.135 Euro und Rheinland-Pfalz mit 249.274 Euro. In den nördlichen Bundesländern Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern müssen Käufer mit durchschnittlich 241.979 Euro beziehungsweise 207.574 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus rechnen, im Wohnungssegment sind es 177.129 Euro beziehungsweise 212.672 Euro.

Die Schlusslichter bilden in beiden Segmenten das Saarland mit 195.366 Euro für ein durchschnittliches Haus und 150.220 Euro für eine Eigentumswohnung, Sachsen mit 173.462 Euro bei den Hauspreisen und 148.196 Euro im Wohnungssegment sowie Thüringen, wo ein durchschnittliches Ein- oder Zweifamilienhaus im Schnitt 134.120 Euro kostest und eine Eigentumswohnung 118.762 Euro. Am günstigsten ist es bundesweit in Sachsen-Anhalt. Hier zahlen Käufer für ein Haus im Schnitt 110.945 Euro, für eine Eigentumswohnung circa 114.648 Euro.

Übersichtliche und ausführliche Wohnlagenkarten, Preistabellen und Prognosen je Bundesland sind im kompletten Marktbericht 2021 zu den Wohnimmobilien in Deutschland zusammengestellt. Außerdem stehen weitere ausführliche Auswertungen zu den 50 deutschen Großstädten sowie ein Vergleich der Landkreise zur Verfügung. Der Marktbericht ist in den VON POLL IMMOBILIEN Shops erhältlich und steht auf der Website zur Verfügung unter: www.von-poll.com/de/unternehmen/marktberichte

 

[1] Um einen Überblick über die Entwicklung des Gesamtmarktes für Wohnimmobilien seit 2012 zu gewähren, wurde in der dazugehörigen Abb. 1 eine Indexreihe gebildet. Dafür wurden die Transaktions- und Umsatzzahlen des Jahres 2012 gewählt und als Basiswert 100 festgelegt. Betrachtet wurden bei der Auswertung alle Stadt- und Landkreise in der Bundesrepublik Deutschland. Die Daten basieren auf Zahlen der Gutachterausschüsse, Gewos und VON POLL IMMOBILIEN Research (2021).

[2] Der Vergleich der Immobilienpreise Deutschlands innerhalb Europas erfolgt ohne die Kleinstaaten Andorra, Liechtenstein, Malta, Monaco, San Marino und Vatikanstadt.

[3] Die Datengrundlage der europäischen Länder-Analyse beruht auf den Zahlen von Eurostat, Numbeo. und VON POLL IMMOBILIEN Research (2021).

[4] Die Analyse basiert auf den aktuellen Zahlen des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, also der Anzahl tatsächlich getätigter Transaktionen auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt für die Jahre 2012 bis 2020 sowie Gewos und VON POLL IMMOBILIEN Research (2021).

Pressemitteilung: Poll Immobilien GmbH