15. Mai 2026

Lernhaus der Zukunft fertiggestellt

In der Freudstraße errichtete die Landeshauptstadt München als Bauherrin einen Schulkomplex der Superlative: einen modernen Ort zum Lernen für 1.800 Schülerinnen und Schüler sowie 200 Lehrende aus zwei Schulen – die Willy-Brandt-Gesamtschule sowie die Fachoberschule Nord für Sozialwesen. Bild: Schöck Bauteile GmbH / Peter Neusser
In der Freudstraße errichtete die Landeshauptstadt München als Bauherrin einen Schulkomplex der Superlative: einen modernen Ort zum Lernen für 1.800 Schülerinnen und Schüler sowie 200 Lehrende aus zwei Schulen – die Willy-Brandt-Gesamtschule sowie die Fachoberschule Nord für Sozialwesen. Bild: Schöck Bauteile GmbH / Peter Neusser

Baden-Baden (pm) – Die Anforderungen an den Neubau der Willy-Brandt-Gesamtschule in München waren hoch: modern sollte er sein, räumlich überschaubar, aber groß genug, um zwei Schulen unterzubringen und zugleich genügend Platz bieten, um zeitgemäßes Lernen zu ermöglichen. Zum Schuljahr 2025/26 wurde der beeindruckende Gebäudekomplex nun eröffnet.
Ein Bauvorhaben dieser Größe erfordert Betonplatten von großer Spannweite mit einer entsprechenden Dicke. Die hohen Querkräfte zwischen den großen Betonbauteilen nimmt dabei der Schwerlastdorn Stacon von Schöck auf. Die statisch und thermisch einwandfreie Befestigung der fast drei Kilometer langen Fluchtbalkone rund um das Gebäude sichert das tragende Wärmedämmelement Isokorb.

In der Freudstraße, westlich des U-Bahnhofs Harthof, errichtete die Landeshauptstadt München als Bauherrin einen Schulkomplex der Superlative: einen modernen Ort zum Lernen für 1.800 Schülerinnen und Schüler sowie 200 Lehrende aus zwei Schulen – die Willy-Brandt-Gesamtschule sowie die Fachoberschule Nord für Sozialwesen, die dort ein neues Domizil fand. Auf knapp 20.000 Quadratmetern Nutzfläche entstand nach dem Entwurf von HASCHER JEHLE Architektur Berlin ein moderner Ort zum Lernen. Im September 2025 konnten die Schülerinnen und Schüler einziehen.

Zwischen Form und Funktion

Der neue Schulkomplex besteht aus einem zentralen Gebäudeteil, an den sich drei weitere Bauten anschließen. 66 Klassen- und 22 Fachklassenräume sind in diesem 5-Geschosser untergebracht. Der südliche Gebäudeteil sitzt als rechteckiger Turm auf einem 2-geschossigen Gebäudesockel. Dieser beherbergt eine Mensa, die Aula, eine Bibliothek und eine Hausmeisterwohnung. Eine Tiefgarage mit 63 Stellplätzen verbindet das Untergeschoss mit dem angrenzenden Sporttrakt inklusive Schwimm- und Turnhalle.

Große Spannweiten, hohe Lasten, starke Kräfte

Das Bauwerk wurde in fünf Bauabschnitte unterteilt, die mittels vier Dehnfugen verbunden sind. Dehnfugen ermöglichen eine zwängungsfreie Verformung der Betonbauteile, welche durch das Schwinden während des Erhärtens des Betons entstehen. So werden Zwangskräfte und Risse im Bauwerk vermieden. Ein Entwurf dieser Größe erfordert Betonplatten von großer Spannweite. Dadurch entstehen jedoch hohe Lasten, die abgetragen werden müssen. Die Dicke der einzelnen Bodenplatten beträgt bis zu einem Meter – das entspricht etwa der doppelten Plattenstärke, die bei einem herkömmlichen Wohnhaus zum Einsatz kommt.

Die Lösung, um die verschiedenen Abschnitte miteinander zu verbinden und die dort entstehenden Kräfte entsprechend aufzunehmen, ist der Schwerlastdorn Stacon SLD-Q von Schöck. Er verbindet Bodenplatten, Decken, Unterzüge und Wände kraftschlüssig. Bei einem Eigengewicht von circa 35 Kilogramm kann ein einzelner Dorn 30 Tonnen Lasten übertragen. Insgesamt 580 Stacon SLD-Q in den höchsten Tragstufen 300 und 400 kamen zum Einsatz.
Johanna Boltz, Bauleitung beim Bauunternehmer Hönninger bestätigt: „Bei diesem Bauvorhaben handelt es sich um eine konstruktionstechnisch anspruchsvolle Ausführung, da sehr hohe Lasten vorliegen. Daher wurden im gesamten Projekt und auf allen Etagen eine große Menge Schöck Stacon verwendet.“

Neben Schöck Stacon SLD wurden außerdem 470 Stacon LD verbaut. Ohne zusätzliche Konstruktionen verbindet dieser Querkraftdorn die an der Fuge angrenzenden Bauteile. Dabei werden die Querkräfte übertragen, während gleichzeitig die erforderliche Beweglichkeit gewährleistet wird. Zusätzliche Sicherheit im Brandfall verschafft die bei fast allen Querkraftdornen eingesetzte Brandschutzmanschette: Dadurch wird eine Fugenkonstruktion in der Feuerwiderstandsklasse R 120 erreicht.

Fluchtbalkone: Wartungsfreie Alternative

Der Entwurf der neuen Gesamtschule orientiert sich am Münchner Lernhauskonzept, das einen zentralen Gemeinschaftsbereich zwischen den Klassenzimmern vorsieht. Das Architekturbüro HASCHER JEHLE Architektur plante für den gemeinschaftlich genutzten Raum einen Lichthof sowie Glaswände, damit die Lern- und Aufenthaltsbereiche natürlich belichtet werden und Sichtkontakt nach außen und zwischen den Räumen möglich ist.
Durch das Fehlen eines zentralen Flurs waren Fluchtbalkone baurechtlich zwingend notwendig. „Im Vergleich zu einer wartungsaufwendigen Sprinkleranlage, die zusätzlich vor Missbrauch geschützt werden muss, sind Fluchtbalkone als Rettungsweg über die Fassade eine wartungsarme und zugleich effektive Alternative“, erklärt Robert Kahlow, Architekt beim ausführenden Architekturbüro Hascher Jehle Architektur. Die Balkone kragen 1,45 Meter aus und sind von allen Räumen aus erreichbar. Mit einem Geländer als vollwertige Absturzsicherung und einer zusätzlichen aufgeständerten Gitterkonstruktion als Lauffläche, gewährleisten sie einen sicheren Fluchtweg bei jeder Witterung.
Die thermische Trennung und den statischen Anschluss der Balkone sichert Schöck Isokorb, der auf einer Länge von rund drei Kilometern Fluchtbalkonen eingesetzt wurde. „Beim Anschluss von auskragenden Bauteilen ist Isokorb bei uns immer erste Wahl. Als tragendes Wärmedämmelement minimiert er Wärmebrücken auf ein Minimum und bietet zugleich optimale Gestaltungsfreiheit“, sagt Robert Kahlow.

Hand in Hand: Pädagogik und Nachhaltigkeit

Die energieeffiziente Bauweise spiegelt das Thema Nachhaltigkeit im Entwurf wider, das sich wie ein „grüner Faden“ durch das Projekt zieht. Dazu zählt auch die erst vor wenigen Jahren sanierte Sporthalle, die als einziges Gebäude des ehemaligen Schulkomplexes erhalten und in den neuen Entwurf integriert wurde. Begrünte Dächer bieten darüber hinaus verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen neuen Lebensraum. Die Menge der eingespeisten Energie einer Photovoltaik-Anlage können Schülerinnen und Schüler über eine Informationstafel beobachten.

Quelle: Schöck Bauteile GmbH