5. Juni 2026

LAVA gestaltet Marktplatz für Terminal 3 am Frankfurter Flughafen

Frankfurt am Main (abki) – LAVA hat den Terminal-3-Marktplatz am Flughafen Frankfurt fertiggestellt, einen 6.000 Quadratmeter großen öffentlichen Innenraum direkt hinter der Sicherheitskontrolle im neuesten Terminal des Flughafens. Das von der Fraport AG beauftragte Projekt verwandelt einen Transitbereich in einen Ort, an dem Reisende zur Ruhe kommen können. Unter Einsatz computergestützter Entwurfswerkzeuge und menschenzentrierter räumlicher Strategien verwandelt das Projekt einen stark frequentierten infrastrukturellen und verbleibenden kommerziellen Bereich in einen großzügigen öffentlichen Innenraum, der Bewegung, Pause und Tageslicht aufnimmt.

Flughäfen als öffentlicher Stadtraum

Flughäfen gehören zu den komplexesten öffentlichen Umgebungen unserer Zeit, in denen Architektur von Handel, Betriebslogistik und Sicherheit geprägt ist. LAVA begegnet dieser Situation, indem das Innenraumkonzept des Flughafens als öffentlicher Stadtraum neu gedacht wird, der ebenso stark von menschlichem Verhalten und Wohlbefinden wie von logistischen Anforderungen geprägt ist. Im Erdgeschoss ist der Marktplatz als Archipel skulpturaler Inseln organisiert: mit Terrazzo verkleidete Elemente, die Einzelhandel, Gastronomie und Lounge-Funktionen aufnehmen und zugleich visuell offen sowie räumlich verbunden bleiben. Die Inseln bilden am Boden das architektonische und räumliche Gegenstück zu den Kegeln darüber und definieren Zonen, ohne die fußläufige Kontinuität oder die Sichtachsen über den Boden zu unterbrechen. Zugleich entsteht ein Ort, an dem Passagiere innehalten und sich neu orientieren können, bevor sie ihre Reise fortsetzen.

Bewegung, Licht und Orientierung

Von Beginn des Entwurfsprozesses an setzte LAVA digitale Werkzeuge ein, um die Reise der Passagiere zu kartieren und die Bewegung von Menschen im Terminal zu simulieren. Dabei traten sogenannte Wunschlinien zutage – die effizientesten Wege, die Menschen natürlicherweise durch einen Raum bilden – und es wurden Verhaltenscluster identifiziert, die die endgültige räumliche Anordnung der Inseln prägten. Das resultierende Layout leitet sich aus kollektiven Bewegungsmustern ab und nicht aus einem vorgegebenen Erschließungsraster. Die Wegeführung wird durch räumliche Anordnung statt durch Beschilderung gelöst; Sichtachsen und Tageslicht lenken die Bewegung auf natürliche Weise und schaffen Bedingungen, unter denen Passagiere langsamer werden können.

Parametrische Decke und natürliche Belichtung

Über den Inseln befindet sich eine parametrische, lavagleiche Decke mit drei großmaßstäblichen Kegelformen, deren innere reflektierende Oberflächen das Sonnenlicht von außen nach unten lenken, unterschiedliche Inseln beleuchten und im Raum Akzente setzen. Die Installation besteht aus 16.650 Metern Aluminiumrohren und umfasst 3.000 einzigartige Formen, die vor Ort mithilfe von CNC-Maschinen hergestellt werden. Indem die Fertigungslogik früh in den Entwurfsprozess integriert und Rohrdurchmesser, Typen und Parameter an die Möglichkeiten der Maschinen angepasst wurden, ließ sich die Montage vor Ort einfach und präzise umsetzen. Durch das Einfangen und Umlenken von natürlichem Licht in das Terminal verringert die Decke die Abhängigkeit von künstlicher Beleuchtung und trägt dazu bei, den circadianen Rhythmus internationaler Reisender über Zeitzonen hinweg zu regulieren.

Harald Rohr, Geschäftsführer (Technische Angelegenheiten), Fraport Ausbau Süd GmbH: „Mit dem Terminal-3-Marktplatz schaffen wir einen zentralen Ort, der das Passagiererlebnis über die reine Funktionalität hinaus verbessert. In Zusammenarbeit mit LAVA haben wir ein Umfeld entwickelt, das auf die Komplexität des Flughafenbetriebs reagiert und Reisenden Klarheit, Komfort und Orientierung bietet.“

Stephanie Pudwitz, Geschäftsführerin (Kommerzielle Angelegenheiten), Fraport Ausbau Süd GmbH: „Terminal 3 stellt einen bedeutenden Schritt in der langfristigen Entwicklung des Frankfurter Flughafens dar. Der Marktplatz ist ein zentraler Bestandteil dieser Strategie und darauf ausgelegt, die Erwartungen einer neuen Generation globaler Reisender durch Qualität, Klarheit und Anpassungsfähigkeit zu erfüllen.“

Alexander Rieck, Partner, LAVA: „Das Ziel war es, Wartezeiten in einem Zwischenraum in Momente der Reflexion und des Wohlbefindens in einem sorgfältig gestalteten Raum zu verwandeln und das Reiseerlebnis mit digitalen Prozessen zu verbessern. Mit dem Terminal-3-Marktplatz haben wir einen Zwischenraum geschaffen, der Menschen zum Verweilen einlädt.“

Forschung zu großmaßstäblichen öffentlichen Projekten

Der Terminal-3-Marktplatz markiert die Fortsetzung von LAVAs fortlaufender Forschung zur Anwendung computergestützter Entwurfsmethoden auf großmaßstäbliche öffentliche Projekte. Nach Projekten wie dem Innenraum der Philips Lighting HQ und dem Quantum Hotel Room zeigt das Büro, wie agentenbasierte Simulation, parametrische Modellierung und digitale Fertigung Räume schaffen können, die sowohl effizient als auch räumlich kohärent sind. Das Projekt am Frankfurter Flughafen erweitert LAVAs forschungsbasierten Ansatz und seine Ambitionen auf die spezifischen Bedingungen leistungsstarker Transitumgebungen und schlägt ein Modell für Flughäfen vor, das ebenso stark von menschlichem Verhalten wie von den Logiken von Sicherheit, Handel und Logistik geprägt ist.

Quelle: LAVA · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt