Berlin (pm) – Die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Verena Hubertz, hat heute das kuratorische Team für den deutschen Beitrag auf der 20. Internationalen Architektur-Biennale in Venedig bekannt gegeben. KAWAHARA KRAUSE ARCHITECTS aus Hamburg mit Kawahara Tatsuya und Ellen Kristina Krause werden den Deutschen Pavillon unter dem Titel „CONVIVERE – Ein Repertoire des Zusammenlebens“ gestalten.
Eine Kommission bestehend aus neun Expertinnen und Experten wählte den Entwurf in einem offenen Wettbewerbsverfahren aus. Das Bundesinstitut für Bau- Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung führte das Auswahlverfahren im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen durch.
Architektur für das Zusammenleben
Wie kann Architektur Begegnung, Gemeinschaft und Zugehörigkeit fördern? Dieser Frage widmet sich der deutsche Beitrag zur Architekturbiennale 2027. „CONVIVERE“ richtet den Blick dabei auf Räume, die im Alltag oft wenig Aufmerksamkeit erhalten: Türschwellen und Treppenhäuser, Terrassen und Höfe, Hauseingänge und andere gemeinschaftlich genutzte Bereiche vor der Haustür.
In diesen Zwischenräumen – zwischen der Intimität der Wohnung und der Anonymität der Stadt – liegt die Fähigkeit der Architektur, ungezwungene Begegnung, Nähe und Zugehörigkeit zu ermöglichen. Der Beitrag versteht Architektur deshalb nicht allein als Gestaltung von Gebäuden, sondern als räumliche Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders.
Anhand konkreter Projekte aus ganz Deutschland will das kuratorische Team zeigen, wie Architektur solche Räume schaffen und qualifizieren kann.
Bundesbauministerin Verena Hubertz: „CONVIVERE zeigt keine spektakulären architektonischen Gesten, sondern bewusste planerische Entscheidungen für die Übergangsräume, die unser alltägliches Zusammen-leben prägen. Die Ausstellung lenkt unseren Blick auf das gestalterisch Notwendige für ein lebenswertes Wohnumfeld, das Begegnung und Nachbarschaft erst ermöglicht. Die Zusammenstellung zeigt auch die Breite der Wohnformen und Modelle in den wir leben: konventionelle Mehrfamilienhäuser, Genossenschaften, Baugruppen, Studierenden- und Seniorenwohnheime. Diese Vielfalt gehört uns allen. Sie ist ein guter Anstoß, um gemeinsam darüber zu sprechen, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen und welche Rolle Architektur dabei spielen kann.“
Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architektur Museums (DAM) in Frankfurt/Main und Vorsitzender der Expertenkommission: „Die Expertenkommission verspricht sich von CONVIVERE einen Beitrag zur Auseinandersetzung um das künftige Miteinander in der Stadt und in der Gesellschaft. Wir erwarten einen konzeptionell präzisen und wahrhaft architektonischen Beitrag, wie ihn auch die Kuratoren der Biennale, Wang Shu und Lu Wenyu, für sich formuliert haben: „Do Real Architecture“.
Das Thema der menschlichen Begegnungen in Zwischenräumen, seien es kleine, alltägliche im Wohnungsbau oder große Zwischenräume im Städtebau, ist wichtig und wird in diesen Zeiten noch wichtiger werden. Wir sind gespannt auf die Auswahl der Beispiele und die architektonische Umsetzung.“
Die 20. Architektur-Biennale in Venedig findet vom 8. Mai bis zum 21. November 2027 statt. Die Preview-Tage sind für den 6. und 7. Mai 2027 vorgesehen. Die künstlerische Leitung der Biennale hat die Stiftung La Biennale di Venezia an den chinesischen Architekten Wang Shu und Lu Wenyu übertragen. Die Gesamtausstellung steht unter dem Motto „Do Architecture – For the possibility of coexistence facing a real reality“.
Das kuratorische Team wird das detaillierte Konzept für „CONVIVERE – Ein Repertoire des Zusammenlebens “ Anfang 2027 vorstellen.
Informationen zur 20. Architektur-Biennale Venedig 2027 sind unter https://www.labiennale.org/en/architecture/2027 abrufbar.
Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen