Berlin (pm) – Künstliche Intelligenz und digitale Technologien stehen 2026 ganz oben auf der Agenda deutscher Unternehmen. Mit dem technologischen Wandel wächst zugleich auch die Bedeutung von Cybersecurity. Gleichzeitig rücken Themen wie Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit stärker in den Fokus. Viele Unternehmen erkennen die strategische Relevanz dieser Entwicklungen, sehen bei der Umsetzung jedoch weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Das zeigt der „Future Readiness Monitor 2026“ von KPMG in Deutschland, für den 524 Führungskräfte aus 15 Branchen befragt wurden.
„Unternehmen wissen heute sehr genau, welche Themen über ihre Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Jetzt kommt es darauf an, technologische und organisatorische Veränderungen konsequent voranzutreiben und Investitionen in messbare Ergebnisse zu überführen. Gerade bei KI und Zukunftstechnologien zeigt sich, wie groß das Potenzial, aber auch der Aufholbedarf vieler Unternehmen noch ist“, sagt Dr. Ladislava Klein, CMO, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
Digitalisierung, Innovation und Performance bestimmen die Agenda
KI und digitale Technologien erreichen mit 89 Prozent den höchsten Relevanzwert aller untersuchten Zukunftsthemen. Gleichzeitig weist das Thema mit 69 Prozent die höchste Investitionspriorität auf. Trotz der hohen Bedeutung sehen sich bislang nur 33 Prozent der Unternehmen ausreichend aufgestellt.
Zukunftstechnologien und Innovation zählen mit 73 Prozent ebenfalls zu den wichtigsten Themenfeldern. Gleichzeitig bewerten sich lediglich 34 Prozent der Unternehmen als ausreichend aufgestellt. Mit einer Investitionspriorität von 53 Prozent gehören Zukunftstechnologien und Innovation damit zu den zentralen Wachstumsfeldern der kommenden Jahre.
Auch Cybersecurity zählt mit 84 Prozent und einer Investitionspriorität von 60 Prozent zu den wichtigsten Zukunftsthemen deutscher Unternehmen. Mit einem Reifegrad von 56 Prozent bewerten viele Unternehmen ihre Fähigkeiten in diesem Bereich bereits als vergleichsweise weit entwickelt.
Mit jeweils 79 Prozent erreichen zudem Business Performance und Performance Culture sehr hohe Relevanzwerte. Unternehmen beschäftigen sich zunehmend auch mit der Frage, wie sie ihre Leistungsfähigkeit, Produktivität und Anpassungsfähigkeit langfristig sichern können.
Relevanz hängt stärker von Branche und Geschäftsmodell ab
Auch regulatorische Anforderungen und Governance (73 Prozent) sowie die strategische Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen (71 Prozent) bleiben wichtige Zukunftsthemen. Geopolitische Entwicklungen (62 Prozent), nachhaltiges Wirtschaften (63 Prozent) und die Berücksichtigung von Klimarisiken (45 Prozent) werden ebenfalls als relevant bewertet. Ihre Bedeutung wird jedoch stärker von Branche, Geschäftsmodell und externen Rahmenbedingungen geprägt. Während exportorientierte Industrien, stark regulierte Märkte oder global vernetzte Wertschöpfungsketten hier häufig einen besonders hohen Handlungsdruck verspüren, stehen in anderen Branchen derzeit eher operative Transformations- und Performance-Themen im Vordergrund.
Unternehmen blicken trotz Unsicherheiten optimistisch nach vorn
Trotz geopolitischer Spannungen, technologischer Umbrüche und regulatorischer Anforderungen blicken deutsche Unternehmen überwiegend optimistisch auf die kommenden Jahre. Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Branchen: Dort, wo neue Technologien bereits stärker in Geschäftsmodelle und Wertschöpfung integriert sind, fällt der Optimismus häufig größer aus. Besonders positiv blicken Branchen wie Versicherungen, Technologie und Konsumgüter auf die Zukunft. Verhaltender fällt der Ausblick in Branchen wie Automobil, Immobilien und Bau aus.
Quelle: KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft