21. Februar 2019

Knauf Kolloquium Nachverdichtung in Berlin: Zukunftschance Aufstockung

Christoph Dorn, Geschäftsführer der Knauf Gruppe Region Zentraleuropa, sieht in der Nachverdichtung die entscheidende Antwort auf den Wohnraummangel in Deutschland. (Foto: Knauf)

Iphofen (pm) – Aufstockung, Lückenschluss oder Umnutzung sind ein Weg, um dem Wohnungsmangel in Deutschland entgegenzuwirken. Moderne konstruktive Lösungen wie Knauf sie anbietet, weisen hier den Weg. Über Chancen und Potenziale berichteten Experten aus Politik, Architektur und Wirtschaft beim Kolloquium Nachverdichtung am 11. Januar in Berlin.

„Die Wohnungsfrage ist die soziale Frage unserer Zeit“ stellte Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, in seiner Eröffnungsrede anlässlich des Kolloquiums Nachverdichtung am 11. Januar in Berlin fest. Über Lösungen zu dieser Frage diskutierten im Anschluss knapp 80 Teilnehmer aus Architektur und Bauwirtschaft im Rahmen der von Knauf initiierten Veranstaltung.

Christoph Dorn, Geschäftsführer der Knauf Gruppe Region Zentraleuropa, sieht in der Nachverdichtung die entscheidende Antwort auf den Wohnraummangel in Deutschland und ein Schlüsselthema für die deutsche Baupolitik. Die Lösung bieten innovative Leichtbaukonstruktionen, etwa in Stahlleichtbau- oder Holzbautechnologie. Knauf liefert und entwickelt hierfür maßgeschneiderte Systeme, die sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad, höchste Präzision, überzeugende bauphysikalische Eigenschaften, gestalterische Flexibilität sowie schnellen Baufortschritt auszeichnen.

Laut Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, bietet gerade das hohe Aktivierungspotenzial vorhandener Flächen in urbanen Ballungsräumen große Chancen, um zum Beispiel durch Aufstockungen fehlenden Wohnraum zu schaffen und so gleichzeitig den Flächenverbrauch zu minimieren. Wie hoch das Wohnraumpotenzial durch Aufstockungen in Deutschland tatsächlich ist, zeigen die Ergebnisse einer Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel Institutes Hannover. Wie Katrin Groß, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Darmstadt im Fachgebiet Tragwerksplanung und Mitverfasserin der Studie zusammenfasste, könnten auf Gebäuden aus den Baujahren 1950 bis 1990 rund 1,5 Mio. Wohnungen entstehen.

Voraussetzung für die optimale Nutzung dieser Ressourcen sind geeignete Bauweisen. Bei der Aufstockung bestehender Gebäude spielt vor allem das Gewicht der Konstruktion eine entscheidende Rolle. Klar im Vorteil sind hier Lösungen in Leichtbautechnologie. Der moderne Stahlleichtbau bietet die aus dem Trockenbau bekannten Vorzüge wie zum Beispiel hohe Brand- und Schallschutzqualitäten und schafft darüber hinaus neue und erweiterte Möglichkeiten hinsichtlich Tragfähigkeit und Variabilität. Durch die Möglichkeit der Vorfertigung, entweder als einzelne Elemente oder ganze Module, lassen sich Bauvorhaben schnell, präzise und effizient ausführen. Architekt Karsten Stumpf vom Architekturbüro Baustumpf aus Celle bestätigte die Vorteile aus planerischer Sicht anhand überzeugender bautechnischer Werte und gelungener Praxisbeispiele.

Die hohe bauphysikalische Leistungsfähigkeit des Stahlleichtbaus erläuterte Dr. Wolfgang Rümler, Leiter Forschung und Entwicklung Region Zentraleuropa bei Knauf. Dank einer zweischaligen Konstruktion und des dadurch wirkenden Masse-Feder-Masse-Prinzips lassen sich im Stahlleichtbau hohe Schallschutzwerte erreichen. Dabei sind deutlich geringere Massen und Wandstärken nötig als bei Massivbaukonstruktionen. Der Einsatz nicht brennbarer Materialen wie Gips und Stahl sorgt für sehr gute Brandschutzeigenschaften und ermöglicht feuerbeständige Konstruktionen in F90 bereits bei besonders schlanken und leichten Wandaufbauten. In Verbindung mit den innovativen Knauf Cocoon Stahlleichtbauprofilen sind auch tragende Wände und Aufstockungen mit zwei Stockwerken möglich.

Neben der Stahlleichtbauweise hat sich bei der Ausführung von Aufstockungen der Holzbau bewährt. Unterschiedliche Konstruktionen, etwa als Holzrahmenbau, in Hybridbauweise oder als Holztafelbau kommen dabei zum Einsatz. Prof. Stefan Winter, Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an der Technischen Universität München, erläuterte die Vorteile. Im Holzbau lassen sich ebenfalls leichte Konstruktionen umsetzen. Ein hoher Vorfertigungsgrad sowie eine hohe Präzision stehen für schnelles und effizientes Bauen, nicht nur bei Aufstockungen, sondern auch bei Lückenschlüssen, Erweiterungen und Anpassungen bestehender Gebäude. In Verbindung mit leistungsfähigen Gipsbaustoffen lassen sich auch hohe Schall- und Brandschutzqualitäten erreichen. Welche architektonischen Möglichkeiten der Holzbau bietet zeigte Architekt Markus Lager vom Büro Kaden+Lager aus Berlin anhand eindrucksvoller Praxisbeispiele.

Mögliche Einsatzbeispiele, wie sich bestehende und nicht genutzte Flächen mit modularen Bauweisen schnell und effizient aktivieren lassen, zeigten Björn Michael Hiss, Gründer und Geschäftsführer der MQ Real Estate GmbH, und Stephan Just, Vorstand der easyApotheke AG. So entstand im Auftrag der MQ Real Estate GmbH ein Hotelbauprojekt in Berlin. Dabei wurde in kürzester Zeit das oberste Parkdeck auf dem Dach eines Einkaufszentrums mit vorgefertigten Modulen in ein modernes Hotel umgewandelt. Ähnlich funktioniert auch das Konzept der easyApotheke. Ebenfalls in Modulbauweise entstehen dabei moderne, Shop ähnliche Apotheken auf ungenutzten Parkplatzflächen im Bereich größerer Einkaufsmärkte. Beide Beispiele belegen das große Potenzial für den Einsatz moderner vorgefertigter Bausysteme auf Basis leistungsstarker Knauf Leichtbautechnologie. Beispiele für innovative Knauf Systemlösungen erlebten die Teilnehmer beim anschließenden Rundgang über die Knauf Werktage. Fachgespräche mit den Knauf Experten und die Vielzahl anschaulicher Modelle gaben Einblicke in die Details der technischen Anwendungen.

Pressemitteilung: Knauf Gips KG