31. Oktober 2020

Knauf Forum Baukultur in Iphofen: Zukunft Bau: modular, seriell, leicht

Christoph Dorn, Geschäftsführer der Knauf Gruppe Region Zentraleuropa, sieht den Leichtbau als zukunftsweisende Antwort auf den Wohnraummangel in Deutschland. (c) Knauf Gips KG

Iphofen (pm) – Vorhandene Potenziale sinnvoll nutzen. So lässt sich dem Wohnungsmangel in Deutschland effizient entgegenwirken. Gerade in den Ballungszentren sind die Möglichkeiten für Aufstockung und Nachverdichtung besonders groß, so die Erkenntnis beim Knauf Forum Baukultur Ende März in Iphofen. Entscheidend dabei: der Einsatz leichter und leistungsfähiger Bausysteme.

Mit dem Forum Baukultur hat Knauf eine branchenweite Plattform ins Leben gerufen, die den Anspruch hat, aktuelle Themen ganzheitlich zu betrachten und den Dialog und Informationsaustausch innerhalb der Bauwirtschaft zu fördern und voranzutreiben. Die Veranstaltung am 28. März in Iphofen war bereits die Dritte dieser Art. Unter dem Motto „Zukunft Bau: Modular – Seriell – Leicht“ diskutierten Teilnehmer aus der Branche über den bestehenden Wohnungsmangel und wie sich dieser durch den Einsatz moderner Leichtbausysteme lösen lässt.

Christoph Dorn, Geschäftsführer der Knauf Gruppe Region Zentraleuropa, sieht im leistungsfähigen Leichtbau die Zukunft zur Bewältigung dieser Herausforderung. Schnell, nachhaltig und wirtschaftlich – so charakterisiert er die Vorteile, die beispielsweise Konstruktionen in Stahlleichtbauweise bieten. Knauf als Branchenführer im Bereich Leichtbau liefert und entwickelt hierfür maßgeschneiderte Systeme, die sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad, höchste Präzision sowie überzeugende bauphysikalische Eigenschaften auszeichnen.

Bereits 2015 ermittelte eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel Institutes Hannover ein vorhandenes Potenzial für rund 1,5 Millionen Wohnungen durch Aufstockungsmaßnahmen auf Wohngebäuden der Baujahre 1950 bis 1990 in deutschen Städten. Eine aktuelle Studie stellt nun weitere Gebäudetypen in den Mittelpunkt. Büro- und Verwaltungsbauten, leerstehende Büroflächen, eingeschossige Einzelhandelsstandorte inklusive deren Parkflächen, aber auch Parkhäuser, bieten demnach ebenfalls Ressourcen für bis zu 1,2 Millionen neue Wohnungen, wie Prof. Karsten Tichelmann von  der TU Darmstadt und Mitverfasser der Studie berichtete. Zusammen ergibt sich ein enormes Gesamtpotenzial von 2,7 Millionen Wohnungen, die durch Nachverdichtungsmaßnahmen auf bereits bestehenden Flächen geschaffen werden können – ohne neues Bauland zu erschließen oder weitere Flächen zu versiegeln. Voraussetzung sind Bauweisen, mit denen sich Aufstockungen bautechnisch und bauphysikalisch sicher umsetzen lassen.

Stahlleichtbau ist dafür in besonderem Maße qualifiziert. Dr. Wolfgang Rümler, Leiter Forschung und Entwicklung Region Zentraleuropa bei Knauf, stellte die beeindruckenden bauphysikalischen Eigenschaften dieser Bauweise vor. Hohe Brand- und Schallschutzleistungen bei gleichzeitig geringem Gewicht ermöglichen schlanke, leichte und stabile Wand- und Deckenaufbauten. In Verbindung mit den innovativen Knauf Cocoon Stahlleichtbauprofilen sind sogar tragende Wände und Aufstockungen mit zwei Stockwerken möglich.

Bereits einen Schritt weiter gehen Knauf und die Gesellschaft für innovative Bautechnologie (GiB) mit Sitz in Arnstorf, wie Klaus Salhoff, Leiter Bereich Bautechnik bei Knauf und Prof. Klaus Lang, Geschäftsführer GiB GmbH, berichteten. Gemeinsam treibt man die Entwicklung standardisierter und vorgefertigter Fassaden für Gebäude in Stahlbeton-Skelettbauweise an. Basis dafür sind bestehende Systeme wie die Knauf Außenwand, ein Fassadensystem in Trockenbauweise mit Aquapanel Zementbauplatten, in Verbindung mit der Knauf Cocoon Profiltechnologie.

Wie sich der Stahlleichtbau in Form modularer Systeme bereits heute in der modernen Architektur etabliert, zeigte Architekt Karsten Stumpf an einer Reihe gebauter Beispiele. Er beschrieb die Möglichkeiten und Vorteile der Bauweise zur Schaffung von hochwertigem Wohnraum. Dass modular zu bauen nicht automatisch den Verlust von Individualität bedeutet zeigte Architektin Nina Bendler von Koschany + Zimmer Architekten KZA. Seriell heißt für sie nicht „von der Stange“, sondern bietet jede Menge Möglichkeiten für individuelle und multifunktionale Architektur. Damit widerspricht sie bewusst den in der Architektur immer noch verbreiteten Vorurteilen gegenüber seriellem Bauen. An eindrucksvollen Beispielen zeigte sie, wie sich architektonische Vielfalt mit modularen Systemen auf wenig Fläche umsetzen lässt. Zudem forderte sie mehr Mut und Entscheidungsfreudigkeit beim Einsatz neuer Bauweisen und sprach damit die oft sehr hohen baurechtlichen Vorgaben und die damit verbundenen schwierigen und langen Genehmigungsprozesse an, die oftmals zum Hindernis werden.

Pressemitteilung: Knauf Gips KG