1. Oktober 2022

Klara Geywitz zum Verfehlen der Klimaschutzziele im Gebäudesektor

Berlin (pm) – Das Umweltbundesamt hat die aktuellen Berechnungen der Treibhausgasemissionen in Deutschland vorgelegt. Zum Verfehlen der Klimaschutzziele im Gebäudesektor sagt Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Besser, aber noch nicht genug. Beim Gebäudesektor konnte der Ausstoß von 4 Millionen Tonnen CO2 im Vergleich zu 2020 vermieden werden.

Dies gelang, obwohl es im Vergleich zum Vorjahr deutlich kühler und daher der Heizbedarf höher war. Pandemiebedingt mussten viele Menschen im Homeoffice heizen. Bürogebäude wurden dennoch weiter beheizt, wenn sicher auch nicht im gleichen Maß wie zuvor. Allerdings muss laut Schätzung des UBA auch der sog. Lagereffekt beim Heizöl berücksichtigt werden. Die Zielverfehlung wäre laut UBA wohl größer, wenn es nicht im Jahr 2020 zu Heizöllager-Effekten gekommen wäre.

Der Gebäudesektor steht bei der zügigen Einsparung von Emissionen vor enormen Herausforderungen. Ein Grund: das klimagerechte Umrüsten von Gebäuden dauert länger. Teils liegen mehrere Jahre zwischen der Eigentümerentscheidung und der Fertigstellung. Die hohen Antragszahlen für Fördermittel bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) für Bestandssanierungen belegen zudem deutlich, dass die Bundesregierung hier wichtige Anreize setzt.

Wenn wir die Treibhausgase in unserem Sektor in den nächsten acht Jahren fast halbieren wollen, dürfen wir beim klimagerechten Bauen und Umbauen nicht nachlassen. Insbesondere, wenn wir 400.000 Wohnungen jährlich bauen wollen.

Mit dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 werden wir die Maßnahmen zur Treibhausgasminderung verstärken, Gebäudeförderprogramme bedarfsgerecht weiterentwickeln und u.a. mit der gestaffelten CO2-Umlage einen Anreiz zum Energiesparen setzen.

Was neu gebaut oder saniert wird, muss klimagerecht entstehen. Die Herausforderungen sind groß, aber es ist mein Ziel, Bauen und Wohnen klimagerecht und sozialverträglich voranzubringen.“

 

Erklärung zum Lagereffekt beim Heizöl:

Die Heizöllager wurden Ende 2019 und 2020 wegen damals günstiger Preise und der Erwartung des im Jahr 2021 startenden CO2-Preises stärker als sonst üblich aufgefüllt. Dementsprechend war der Absatz von Heizöl im Jahr 2021 verringert. Und da die Emissions-Berichterstattung beim Heizöl an die Verkaufszahlen anknüpft, fallen auch die Heizölemissionen in 2021 geringer aus als sonst üblich.

Pressemitteilung: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen