11. Juli 2026

Kéré Architecture stellt vertikalen Holzkindergarten an der Technischen Universität München fertig

München (pm) – Kéré Architecture übergibt die Kinderoase an der TUM, eine neue Kindertagesstätte auf dem Campus der Technischen Universität München (TUM). Als vertikaler Kindergarten konzipiert und nahezu vollständig aus Holz errichtet, bietet das Gebäude auf 1.540 Quadratmetern Platz für 60 Kinder. Die Einrichtung soll insbesondere jungen Berufstätigen und Wissenschaftlerinnen dabei helfen, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Betrieben wird die Kindertagesstätte vom Studierendenwerk München.

Die Kinderoase an der TUM geht auf die Vision ihrer Stifterin zurück: eine arbeitsplatznahe Kinderbetreuung zu schaffen, in der Frauen auf ihrem wissenschaftlichen Karriereweg ihre Kinder gut aufgehoben wissen und Forschung sowie Lehre mit den gleichen Chancen wie ihre männlichen Kollegen fortsetzen können. Verwirklicht wurde diese Idee durch die Expertise des Holzbauspezialisten Professor Hermann Kaufmann und seines Teams, die Projekt- und Bauleitung übernahm GAPP.

Das Grundstück, ein ehemaliger Parkplatz zwischen dem Hauptcampus der Universität und der Mensa, ist dicht bebaut und stark durch Verkehr sowie Lärm belastet. Das fünfgeschossige Gebäude beherbergt im Erdgeschoss den Empfang sowie die Verwaltungsräume. Die Kinder sind nach Altersgruppen organisiert, wobei jede Gruppe ein eigenes Geschoss nutzt. In den mittleren und oberen Ebenen befinden sich gemeinschaftliche Bereiche zum Spielen, für Sport und Mahlzeiten, darunter auch ein Mehrzweck-Sportraum. Ganz oben lädt die teilweise überdachte Dachterrasse mit dem Namen Himmelswiese zu Bewegung, frischer Luft und Ausblicken über die Stadt ein. Hier können die Kinder geschützt laufen, Sonne und Wind erleben und ihre Umgebung entdecken.

Im Mittelpunkt des Entwurfs steht ein vertikaler Spielplatz an der Nordfassade des Gebäudes. Rutschen verbinden die einzelnen Ebenen und machen den Weg ins darunterliegende Geschoss zu einem spielerischen Erlebnis. Gleichzeitig dient dieser Bereich als akustischer Puffer und schützt die dahinterliegenden Gruppenräume vor dem Straßenlärm der Gabelsbergerstraße. Im Zuge des Entwurfs entwickelte Kéré Architecture zudem die Idee, die Dachterrasse auf das benachbarte Mensadach auszuweiten und beide Bereiche über eine Rutsche miteinander zu verbinden. So könnte ein gemeinsamer öffentlicher Raum für Kinder, Studierende und Mitarbeitende entstehen, und das Büro hofft, dass die Realisierung eines Tages möglich wird.

Das Gebäude wurde in enger Zusammenarbeit mit den österreichischen Holzbauspezialisten HK Architekten – Hermann Kaufmann + Partner entwickelt und mit Ausnahme des südlichen Fluchttreppenhauses sowie der Fundamente nahezu vollständig aus Holz errichtet. Energieeffizienz, thermischer Komfort, Brandschutz und Akustik standen während des gesamten Planungsprozesses im Mittelpunkt. Dadurch konnte der CO₂-Fußabdruck des Projekts deutlich reduziert werden. Zugleich verkörpert die Kinderoase den architektonischen Ansatz von Kéré Architecture, Einfachheit mit hoher Qualität zu verbinden.

Francis Kéré: „Meine ersten Projekte entstanden für Schulkinder, und heute baue ich für die Allerkleinsten. Das ist eine wunderbare Verantwortung. Wir haben die Kinderoase konsequent aus der Perspektive der Kinder entworfen, die sie täglich nutzen werden. Entstanden ist ein vertikaler Spielplatz, in dem sie laufen, klettern und von einem Geschoss ins nächste rutschen können. Ich hoffe, dass dieses Gebäude ihre Neugier weckt und sie dazu anregt, gemeinsam zu spielen, eigene Spiele zu erfinden und miteinander aktiv zu sein.“

Mit der Übergabe wird die Kinderoase zu einem einladenden und inspirierenden Ort für die jüngsten Mitglieder der TUM-Gemeinschaft. Sie zeigt, dass Architektur selbst auf einem räumlich stark eingeschränkten innerstädtischen Grundstück die Bedürfnisse und das Erleben von Kindern konsequent in den Mittelpunkt stellen kann.

Quelle: Kéré Architecture