Rotterdam (abki) – Linck in Oss beruht auf der Überzeugung, dass ein Quartier nur dann funktioniert, wenn es tatsächlich gemeinsam genutzt wird. Ein Ensemble aus vier Gebäuden fasst eine durchgehende öffentliche Landschaft. Im vierten Obergeschoss sind sie durch Brücken verbunden, die gemeinschaftliche Dachterrassen, eine gemeinsame Küche und ein urbanes Gewächshaus erschließen. Mehr als die Hälfte der 198 Wohnungen sind Sozialwohnungen und verankern die demografische Vielfalt im Zentrum von Oss. Das Gelände, früher ein oberirdischer Parkplatz, wird zum fehlenden Bindeglied zwischen dem Stadtzentrum und dem kulturellen Viertel Raadhuiskwartier. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant und soll ein Quartier hervorbringen, das Bezahlbarkeit, Gemeinschaft, Natur und öffentliches Leben in einer kohärenten Vision verbindet.
Projekt-Highlights
- Inklusive Gemeinschaft im Mittelpunkt: öffentlich zugänglicher grüner Innenhof, gemeinschaftliche Dachküche und urbanes Gewächshaus, verbunden durch Brücken, sowie 950 m² Gewerbefläche.
- Schwerpunkt auf Sozialwohnungen: 108 von 198 Wohnungen, ergänzt durch 52 Mietwohnungen im mittleren Preissegment, 10 Friends-Units und 28 Eigentumswohnungen.
- Zweiseitige Gestaltung: städtische Straßenfassaden mit Turm als Landmarke im Kontrast zu pavillonartigen Gebäuden mit Bambusverkleidung im üppigen Parkinneren.
- Biobasiert und klimaangepasst: Holzstrukturen mit CO₂-speichernden Fassaden, umfassende Wasserrückhaltesysteme und extensive Gründächer.
- Naturintegrierte Landschaft: heimische Bepflanzung, Fassadenbegrünung und integrierte Maßnahmen zur Biodiversität schaffen eine urbane grüne Oase.
- Messbar kohlenstoffarm: MPG-Wert von 0,57 und 341 kg CO₂-eq/m² gebundener Kohlenstoff, beides deutlich unter den niederländischen Richtwerten.




Brücken verbinden Gebäude und Menschen
Die Planung schafft auf jeder Ebene Bedingungen für Begegnung, von der gemeinsamen Landschaft im Erdgeschoss bis zu den Brücken, die im vierten Obergeschoss die vier Gebäude verbinden.
Im Erdgeschoss bildet die öffentliche Landschaft das soziale Herz des Blocks. Sie umfasst einen Kinderspielplatz und einen Sitzbereich unter einer Pergola. Läden, Cafés und Co-Working-Flächen im Erdgeschoss aktivieren sowohl den öffentlichen Gehweg als auch das Innere der Landschaft.
Im vierten Obergeschoss verbinden Brücken alle vier Gebäude und geben allen Bewohnerinnen und Bewohnern Zugang zu gemeinsamen Angeboten im gesamten Block: einer Gemeinschaftsküche, einem Spielraum, Fitnessdecks, Dachterrassen und einem urbanen Gewächshaus, das urban farming und soziale Begegnungen unterstützt.
Zweiseitige Gestaltung: außen urban, innen Garten
Entlang der Raadhuislaan vervollständigt Linck den Stadtblock mit zwei Gebäuden an der Straßenkante. Ihre hellen Ziegelfassaden nehmen Bezug auf die bestehenden Nachbarbauten. Loggien verstärken den Charakter des Straßenraums, und ein 48 Meter hoher Turm verleiht Linck eine klare Präsenz in der Stadt und reagiert auf Osss Anspruch, das Zentrum zu verdichten. Aktive Nutzungen im Erdgeschoss beherbergen Läden, Cafés und Co-Working-Flächen auf 950 m².
Tritt man ein, löst sich die Stadt in einen Garten auf. Die beiden Hofgebäude setzen einen anderen Akzent: informelle Volumen in menschlichem Maßstab, zurückgesetzt und terrassiert, mit Bambusverkleidung, Kletterpflanzen an den Fassaden und Balkonen zum gemeinsamen Landschaftsraum. Der Kontrast ist bewusst gesetzt, außen urban und innen Garten, als unterschiedliche räumliche Erfahrungen innerhalb eines einzigen Quartiers lesbar.



Eine vielfältige Wohnungsmischung für eine wachsende Stadt
Linck begegnet dem Wohnraummangel in Oss mit 198 Wohnungen in vier Gebäuden: 108 Sozialwohnungen, 52 Mietwohnungen im mittleren Preissegment, 28 Eigentumswohnungen und 10 Friends-Units. Die Einkommensmischung sorgt langfristig für demografische Vielfalt. Das Friends-Units-Konzept bietet ein Modell der gemeinsamen Nutzung. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben eigene Schlafzimmer und Bäder und teilen sich zugleich Gemeinschaftsflächen. Dieser Ansatz begegnet gleichzeitig drei drängenden städtischen Herausforderungen: bezahlbarer Wohnraum, Flächenknappheit und soziale Isolation.
Planung für eine kohlenstoffarme Zukunft
Linck erreicht einen MPG-Wert von 0,57, deutlich unter dem niederländischen gesetzlichen Höchstwert von 0,8, und einen Fußabdruck von 341 kg CO₂-eq/m² BGF bei den gebundenen Emissionen, unterhalb des niederländischen Paris-Proof-Schwellenwerts für den Wohnungsbau. Dass diese Werte in einem überwiegend sozialen Wohnungsbauprogramm erreicht werden, macht sie besonders relevant.
Die oberen Geschosse der beiden niedrigeren Baukörper sind aus Brettsperrholz (CLT) errichtet, das Kohlenstoff speichert. Ihre Höhe und ihr strukturelles Gewicht wurden so optimiert, dass leichte Fundamente möglich sind; dadurch verringern sich Aushub und gebundene Emissionen im Sockelbereich. Der Turm verwendet Holz für seine Pavillon-Erweiterungen; wo immer möglich, ersetzt Sand-Kalk-Stein herkömmlichen Beton. Biobasierte Dämmung kommt im gesamten Projekt zum Einsatz, und Bambusverkleidungen prägen die landschaftszugewandten Fassaden und die Aufstockungen.
Wärmepumpen mit Erdsonden sorgen ganzjährig für Heizung und Kühlung, Photovoltaikmodule erzeugen auf allen Dächern erneuerbaren Strom, und thermische Speicherung gleicht den Tagesbedarf aus. Ein anpassbares Verschattungssystem, optimierte Fensteranordnung und helle Fassaden an sonnenexponierten Seiten reduzieren den Kühlbedarf im Sommer und unterstützen im Winter die passive solare Gewinne.
Klimaangepasste und naturintegrierte Landschaft
Die Landschaftsplanung verwandelt den Innenhof in einen gemeinsamen grünen Innenraum mit mehreren Zugängen zur Theaterzone und zu den umliegenden Straßen. Heimische Bepflanzung, Fassadenbegrünung und integrierte Nistangebote stärken die urbane Biodiversität. Gründächer reduzieren Hitzebelastung und schaffen Lebensräume für Flora und Fauna. Wasser wird als Architektur sichtbar: Regenwasser, das auf Dächern und Terrassen gesammelt wird, leitet sich in Wadis, die durch den Innenhof verlaufen, und steuert das Niederschlagswasser auf dem Grundstück; so wird Klimaanpassung als räumliche Qualität und nicht als verborgene Infrastruktur lesbar.
Der autofreie Innenraum priorisiert Fuß- und Radverkehr. Schattige Wege durchziehen die Anlage und binden die umliegenden Straßen sowie den nahe gelegenen Bahnhof an. Das Parken ist bewusst auf 34 unterirdische Stellplätze mit EV-Vorbereitung begrenzt; zusätzliche gemeinsame Stellplätze befinden sich in einem nahe gelegenen Mobilitätshub. Fahrradabstellräume sind an jedem Eingang sichtbar und gut erreichbar.
Über den Block hinaus hat KCAP die gesamte öffentliche Route vom Stadtzentrum zum Theaterviertel geplant, beauftragt von der Gemeinde Oss. Die Umgestaltung macht aus einer Durchgangsstraße eine Strecke für Fußgänger und Radfahrer und bindet Linck in das größere Gefüge der Stadt ein.





Projektdetails
Standort: Raadhuislaan-Noord, Oss, Niederlande
Auftraggeber: AM und BrabantWonen
Auftraggeber Landschaftsarchitektur: Gemeinde Oss
KCAP: Stadtplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur
Mitwirkende:
- Tragwerksplanung: Goudstikker de Vries
- TGA: Huisman & van Muijen
- Brandschutz/Energie und Klima: LBP Sight
- Kostenberechnung: VGG
- Auftragnehmer: Berghege
Gesamtfläche: 22.565 m² (oberirdisch), 1.425 m² Tiefgarage
Landschaftsfläche: 1,75 ha
Programm: 198 Wohneinheiten (108 Sozialwohnungen, 52 Mietwohnungen im mittleren Preissegment, 10 Friends-Units, 28 Eigentumswohnungen), 950 m² Gewerbefläche, 2 Gemeinschaftsbereiche (95 m²), 34 Tiefgaragenstellplätze (alle EV-ready), grüner Innenhof und öffentliche Räume
Bauzeit: März 2026 – 2028 (geplante Fertigstellung)
Quelle: KCAP · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt