23. Juli 2019

Junge Architektin will das Meer vom Plastikmüll befreien?

Marcella Hansch im „Baugespräch“ über das Projekt Pacific Garbage Screening

Hildesheim (pm) – Plastiktüten am Urlaubsstrand, Müllberge in Walmägen, Mikroplastik im Fischfilet: Bilder und Berichte vom wachsenden Müllproblem in den Ozeanen dringen immer mehr in das kollektive Bewusstsein. Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Weltmeeren und zersetzen sich dort in immer kleinere Partikel. Weltweit suchen Forscher/innen nach Lösungen für das Plastikproblem in den Ozeanen. Die Architektin Marcella Hansch verfolgt dabei einen besonderen Ansatz: Sie plant eine Plattform, mit der sogar Mikroplastik aus dem Wasser entfernt werden kann. Für dieses Vorhaben hat sie schon mehrere Preise gewonnen. Zeitungen und Fernsehsendungen berichteten über die junge Frau, die das Meer retten will. Unter dem Titel „Wie wir den Plastik-Abfall aus unseren Weltmeeren bekommen“ stellt sie das am Dienstag, 7. Mai, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Baugespräche“ an der HAWK-Fakultät Bauen und Erhalten vor.

Beim Tauchen im Urlaub wurde Hansch 2013 ganz unmittelbar mit im Wasser treibendem Plastikmüll konfrontiert. Aus diesem Erlebnis heraus fasste sie den Entschluss, sich in der Abschlussarbeit ihres Masterstudiums an der RWTH Aachen mit dem Problem zu beschäftigen. „In den folgenden Monaten habe ich mich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Wo kommt der ganze Müll her? Woraus besteht er? Wie gefährlich ist er für die Meeresflora und -fauna?“, erinnert sich Hansch. Ihre Recherchen führten sie weit über ihr eigenes Fachgebiet hinaus. So informierte sie sich unter anderem zu Strömungstechnik, Recyclingverfahren, Algenzucht und die Befestigung von Bohrplattformen.

Mit ihrem ganzheitlichen Konzept für eine Plattform, die Müll gleichzeitig sammelt und verwertet, stieß sie auch nach ihrem Studienabschluss auf großes Interesse. Sie gründete den gemeinnützigen Verein Pacific Garbage Screening, in dem junge Wissenschaftler/innen das Projekt gemeinsam vorantreiben.

Pacific Garbage Screening: Eine schwimmende Plattform soll Plastikmüll aus dem Meer filtern. Gleichzeitig könnte der gesammelte Müll für die Energiegewinnung und eine Algenzucht verwendet werden. (c) Marcella Hansch

Bei dem „Baugespräch“ in der Aula der HAWK, Hohnsen 2, wird Marcella Hansch das Projekt vorstellen und im Anschluss Fragen beantworten. Beginn der Veranstaltung ist um 17.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Pacific Garbage Screening soll sich den natürlichen Auftrieb von Plastik zu nutzen machen: Durch eine Beruhigung der Meeresströmung würden Plastikteile an die Wasseroberfläche steigen.(c) Marcella Hansch

Pressemitteilung: HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen