25. Juli 2024

IW: Industrieimmobilien – Logistikmieten trotzen der Konjunkturflaute


Köln (pm) – Die Mieten für Industrieimmobilien sind im Jahr 2023 insgesamt um 4,5 Prozent gestiegen. Dies gilt jedoch nicht für alle Segmente: Die Preise für Produktions-, Lager- und Logistikflächen unterscheiden sich deutlich. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

Die schlechte Wirtschaftslage, die schwächelnde Industrieproduktion und die hohen Energiepreise beeinflussen auch die Preise für Industrieimmobilien. Im letzten Jahr sind die Mieten für Produktionsflächen nur um 2,1 Prozent gestiegen, was deutlich unter der Inflationsrate liegt. Bei Lagerräumen war der Anstieg mit 3,9 Prozent ebenfalls niedriger als erwartet. Grundsätzlich werden aufgrund der Erfahrungen der letzten drei Jahre mehr Vorräte gelagert, allerdings steigt gleichsam auch das Angebot an Flächen, da mehr brachliegende Produktionsflächen nun als Lagerräume genutzt werden.

Logistikflächen legen um 9,8 Prozent zu

Allerdings gibt es auch Differenzierungen im Markt: Logistikflächen, die sich unter anderem durch mehr Funktionalitäten wie die optimierte Anlieferung durch Lastkraftwagen auszeichnen, verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Mieten von 9,8 Prozent im Jahr 2023. Dieses Wachstum gleicht die schwächere Entwicklung der vorangegangenen Jahre aus und zeigt, dass es weiterhin eine starke Nachfrage nach spezialisierten Flächen gibt.

„Unsere Untersuchungen zeigen zudem, dass sich Unternehmen verstärkt für Immobilien mit einer einfacheren Ausstattung und in schlechterer Lage entscheiden. Dies dürfte mit den wirtschaftlichen Herausforderungen und dem Druck zusammenhängen, Kosten zu senken“, erklärt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Methodik: Der IWIP-Index bildet die Mietentwicklung im Markt für Produktions-, Logistik- und Lagerflächen seit 2012 ab. Grundlage der Datenanalyse ist eine eigene Datenbank, die über den gesamten Zeitraum über 35.000 Beobachtungen enthält. Der aktuelle Bericht analysiert die Entwicklung im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr auf Grundlage von knapp 7.000 Mieten. Methodisch findet beim IWIP-Index ein hedonischer Ansatz Anwendung, so dass Verzerrungen aufgrund von Veränderungen von Qualitäten und Lagen vermieden werden können. Der IWIP gibt damit die reine qualitätsbereinigte Mietpreisveränderung wieder.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.