25. Mai 2024

Internationaler Architekturwettbewerb für das Zukunftszentrum in Halle (Saale)

Berlin (pm) – Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen startet als Bauherr die erste Phase des Architekturwettbewerbs zum Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle (Saale). Arbeitsgemeinschaften aus den Disziplinen Architektur und Landschaftsarchitektur aus der ganzen Welt können sich mit Entwürfen bis 11. Juli 2024 bewerben.

Mit dem Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation soll in Halle (Saale) ein zentraler Ort für Diskurs, Diskussion und die Vermittlung von Wissen über Transformationserfahrungen und die Auseinandersetzung mit aktuellen Herausforderungen in Deutschland und Europa entstehen. Das Zukunftszentrum soll die Demokratie stärken, zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Ost und West beitragen und in den Dialog mit den Ländern Mittel- und Osteuropas treten.

Arbeitsgemeinschaften aus Architektinnen und Architekten sowie Landschaftsarchitektinnen und -architekten weltweit sind in der 1. Phase des Wettbewerbs bis 11. Juli 2024 aufgefordert, grundsätzliche Lösungsansätze zur architektonischen und freiräumlichen Konzeption für das Zukunftszentrum einzureichen. Gesucht werden zukunftsweisende architektonische Lösungen für den Neubau am Riebeckplatz in Halle (Saale), die städtebaulich, baukulturell, wirtschaftlich, ökologisch und energetisch überzeugen. Es soll ein einladendes Gebäude mit überregionaler Strahlkraft, hohem Identifikationspotenzial und Attraktivität auch für internationale Gäste entstehen. Der Bau soll nachhaltig und klimagerecht umgesetzt werden.

Klara Geywitz, Bundesbauministerin: „Mit dem Zukunftszentrum soll ein Neubau als herausragendes Beispiel für innovatives, effizientes und zukunftsfähiges Bauen des Bundes unter Transformation der städtebaulichen Einbindung in Mitteldeutschland entstehen. Das Zukunftszentrum soll als Ort begeistern, inspirieren und motivieren. Es soll nach dem Low-Tech-Prinzip geplant werden, bei dem robuste, wartungsarme und einfache bauliche Lösungen komplexen technischen Lösungen vorgezogen werden.“

Staatsminister Carsten Schneider, Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland: „Das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle (Saale) gehört zu den wichtigsten Vorhaben der Bundesregierung, die sich mit den Folgen von Veränderung der Gesellschaften in Deutschland und Europa und der Zukunft der Demokratie auseinandersetzen. Dieser Ort für Dialog, Kunst, Forschung und Wissensvermittlung soll offen und leicht zugänglich sein, aber auch in der architektonischen Gestaltung überzeugen. Deshalb bin ich sehr gespannt auf die Entwürfe.“

Geplant ist eine Nutzungsfläche von rund 14.000 Quadratmetern. Dafür will der Bund 200 Millionen Euro (Preisstand 2022) bereitstellen. Nach Vorliegen eines überzeugenden architektonischen Entwurfs werden die Kosten konkretisiert.

Eine Jury wählt aus den Einreichungen etwa 25 Teilnehmende für die vertiefte Bearbeitung in der 2. Phase des Wettbewerbs aus. Im Frühjahr 2025 werden in der finalen Jurysitzung die Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt und eine Empfehlung zur Realisierung an den Bund gegeben.

Die Jury setzt sich aus Fachleuten aus den Disziplinen Architektur und Landschaftsarchitektur sowie Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Bundestages, der Bundesregierung, des Landes Sachsen-Anhalt, des Nutzers, der Stadt Halle (Saale) sowie Mitgliedern der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ zusammen.

Verantwortlicher Bauherr zur Errichtung des Gebäudes ist das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung führt den Wettbewerb durch. Aufbau und Konzeption der Trägergesellschaft erfolgen durch den inhaltlich für die Arbeit des Zukunftszentrums verantwortlichen Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland. Der Träger und zukünftige Nutzer wird bereits in diesem Jahr die Arbeit vor Ort aufnehmen.

Der Baubeginn könnte im Jahr 2027 erfolgen, die Eröffnung im Jahr 2030. Verantwortlich für das Projektmanagement von der Planung bis zur Fertigstellung ist die Staatliche Bauverwaltung Bundesbau des Landes Sachsen-Anhalt. Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter:

https://www.bbr.bund.de/planungswettbewerb-zukunftszentrum

Übersicht Architekturwettbewerb Zukunftszentrum

Nutzervertreter Beauftragter der Bundesregierung für Ostdeutschland (bis zur Gründung des Trägers)
Eigentümer und Betreiber in Gründung: Träger GmbH
Bauherr Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (Federführung bauliche Konzeption)
Durchführung Wettbewerb Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Durchführung Planung und Bau Staatliche Bauverwaltung Bundesbau Sachsen-Anhalt
Nutzfläche rd. 14.000 m² NF
Gesamtbaukosten 200 Mio. € überschlägig ermittelt (Preisstand 2022)
Mai 2022 Beschluss Kabinett und Deutscher Bundestag Grundsatz
März 2023 Beschluss Kabinett Standortentscheidung Halle (Saale)
Februar 2024 Verkündung Bundeshaushalt 2024
März 2024 Anerkennung Raumbedarf durch Bundesfinanzministerium

Das vorgesehene Baugrundstück für das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation am Riebeckplatz in Halle (Saale) wurde 2023 auf Vorschlag der Kommune in konstruktiver Abstimmung des Bundes mit der Stadt und dem Land Sachsen-Anhalt in Lage, Größe, Orientierung und städtebaulicher Anbindung optimiert und zukunftsorientiert transformiert. Die Planung sieht nun mehr Grün und Durchlässigkeit, weniger Autoverkehr, Stärkung des Rad- und Fußverkehrs, Erhöhung der Aufenthaltsqualität sowie eine Stärkung der Anbindung zwischen Bahnhof und Stadtkern vor.

Ziel des interdisziplinären, weltweit offenen Realisierungswettbewerbs für Architektinnen und Architekten sowie Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten ist es, ein international beachtetes Gebäude zu schaffen, welches die Arbeit der Einrichtung widerspiegelt und zukunftsweisend für nachhaltiges und klimagerechtes Bauen steht.

Das Gebäude soll besondere Anforderungen an nachhaltiges und ressourceneffizientes Bauen erfüllen und richtungsweisend im Bundesbau sein. Es soll nach dem Low-Tech-Prinzip geplant werden, bei dem robuste, wartungsarme und einfache bauliche Lösungen komplexen technischen Lösungen vorgezogen werden. Auch sind die Vorgaben der Energieeffizienzfestlegungen für klimaneutrale Neu-/Erweiterungsbauten und Gebäudesanierungen des Bundes (EEFB) einzuhalten.

Es wird ein städtebaulich und gestalterisch anspruchsvoller Entwurf erwartet, der nach Prinzipien des energieoptimierten und nachhaltigen Bauens eine Realisierung im Gold-Standard des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen (BNB) gewährleistet.


Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen