29. Oktober 2026

Neubau Institutsgebäude für „Maschinelles Lernen“ als Holzmodulbau

Tübingen (pm) – Das viergeschossige Gebäude befindet sich am nordwestlichen Rand eines großformatigen Wissenschafts- und Technologieparks. Der Baukörper bildet den Auftakt einer städtebaulichen Kette aus Einzelbausteinen, die den Übergang von den großformatigen Forschungsgebäuden zu einem westlich gelegenen, kleinteiligen Einfamilienhausgebiet vermittelt. Nach Norden öffnet sich das Gebäude zur umgebenden Feldlandschaft.

Im Rahmen der Exzellenzstrategie der Universität Tübingen entstanden hier Forschungsräume für Maschinelles Lernen. Der Holzmodulbau wurde seriell vorgefertigt und konnte innerhalb von nur sieben Monaten errichtet werden.
Das Gebäude erfüllt hohe Nachhaltigkeitsstandards. Es wurde nach den Kriterien der BNB-Zertifizierung Silber geplant und als Effizienzhaus Plus mit integrierter Photovoltaik umgesetzt.

Die Architektur übersetzt die serielle Holzmodulbauweise konsequent in ein prägnantes Fassadenbild. Die regelmäßige Struktur der Photovoltaikfassade wird durch geschossweise versetzte Fenster subtil gebrochen und erzeugt ein ausgewogenes Verhältnis von Ordnung und Variation.
Hell lasierte Holzbekleidungen der horizontalen und vertikalen Modulstöße ermöglichten einen hohen Vorfertigungsgrad der Gebäudehülle und geben der Fassade eine differenzierte Plastizität. Ausgestellte Markisen verstärken die räumliche Tiefe der Fassade.

Die Gestaltung der Innenräume konfrontiert die Forschenden mit einer visuellen Sinnlichkeit fern der immateriellen Datenwelt des „maschinellen Lernens“. Die Innenräume erhalten eine eigene Identität aus einer gedeckten Farbigkeit. So sind die Oberflächen von Boden, Decken, Türen, Flurwände und Möblierungen in dezenten Blautönen gehalten. Diese Farbigkeit wird immer wieder unerwartet gestört. Punktuell eingesetzte rosa Elemente wie einzelne Türen und Einbauelemente greifen das Motiv des digitalen „Glitch“ auf und transformieren technische Fehlerästhetik in ein identitätsstiftendes räumliches Konzept. In der Lounge verdichten sich diese Störungen zu frei im Raum angeordneten Blasenformen, die wie aufsteigende Gedankenfragmente wirken und Assoziation, Kreativität und informellen Austausch räumlich sichtbar machen.

Der Entwurf verbindet die serielle Bauweise, Nachhaltigkeit und gestalterische Präzision zu einem eigenständigen architektonischen Ausdruck für einen Forschungsstandort des Maschinellen Lernens.

Quelle: Dannien Roller Architekten + Partner BDA