22. Juni 2024

HPP: Erster Preis für das hochbauliche und freiraumplanerische Wettbewerbsverfahren „Neubau Justizzentrum Köln“

© HPP Architekten / Visualisierungen: Filippo Bolognese

Düsseldorf (pm) – HPP Architekten haben das hochbauliche und freiraumplanerische Wettbewerbsverfahren für den Neubau des Justizzentrums Köln gewonnen. Das erste Verfahren, der städtebauliche Wettbewerb, fand bereits 2022 statt. Der Entwurf von HPP überzeugte damals die Jury und wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Zudem diente der städtebauliche Entwurf als Vorlage für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan und als Grundlage für das 2023 folgende hochbauliche Wettbewerbsverfahren. Nun konnte HPP auch das zweite Wettbewerbsverfahren für sich entscheiden. Mit einer ressourcenschonenden Konstruktionsweise und der Verwendung von nachwachsenden Baumaterialien sowie einem Energiekonzept, das auf den Einsatz erneuerbarer Energien zur CO2-Reduktion setzt, ist das Justizgebäude gemäß den Richtlinien der EU-Taxonomie-Verordnung entworfen worden.

© HPP Architekten / Visualisierungen: Filippo Bolognese

Zeitgemäße Nutzung: Horizontale Gebäudeausrichtung ohne Hochpunkt

Der städtebauliche Entwurf von HPP überraschte 2022 mit einem Konzept ohne Hochhaus. Die architektonische Ausarbeitung baut darauf auf und konzentriert sich auf die Vorteile einer horizontalen Nutzungsverteilung in fünf leicht gegeneinander versetzten Gebäudekuben. Das neue Justizzentrum, das als größtes Justizzentrum des Landes NRW gilt, entsteht direkt an der Luxemburger Straße auf einer Fläche von rund 127.000 Quadratmetern. Durch eine Höhenstaffelung von fünf bis sieben Geschossen fügt sich der Entwurf sensibel und maßstäblich in das heterogene städtebauliche Umfeld ein. Auch der angrenzende Freiraum wurde neu konzipiert: als harmonisches Bindeglied zwischen der südlichen Stadtstruktur und dem nördlichen Inneren Grüngürtel. Die horizontale Organisationsstruktur bietet eine vielfältige und räumlich hochwertige Vernetzung der unterschiedlichen Funktions- und Arbeitsbereiche und schafft alle Voraussetzungen moderner Arbeitswelten mit New Work-Flächen sowie Räumen für informelle Kommunikation. Das bestehende und 1981 eröffnete Justizhochhaus für das Amts- und Landgericht Köln entspricht heute weder den funktionalen Anforderungen an ein Justizgebäude, noch ist die bauliche Substanz für einen weiteren Erhalt geeignet.

© HPP Architekten / Visualisierungen: Filippo Bolognese

Der zentrale Stadtbaustein steht für Klarheit und Transparenz

Als öffentliche Institution vermittelt das neue Justizzentrum Klarheit und Transparenz und bindet die Justiz unmittelbar in das öffentliche Leben ein. An der Hans-Carl-Nipperdey-Straße befinden sich Amts- und Landgericht, Zivil- und Strafsitzungssäle sowie die Staatsanwaltschaft. Der Baukörperversatz lässt ein Wechselspiel zwischen bebautem Raum und Grünraum entstehen, durch das Zurücksetzen der Kubaturen an der Hans-Carl-Nipperdey-Straße entsteht ein zentraler Vorplatz zum Übergang an der Luxemburgerstraße. Das eingerückte Erdgeschoss bildet einen zentralen Haupteingang, über den die Besucher in ein großzügiges, zweigeschossiges Foyer gelangen. Dort befindet sich der Informationsbereich, die Wartezone, der Zugang zur Rechtsantragstelle sowie die Kantine, die unmittelbar an einem begrünten Innenhof liegt.

In den Obergeschossen befinden sich die Zivil- und Strafsitzungssäle mit der Staatsanwaltschaft und dem Land- und Amtsgericht, die durch eine Magistrale verbunden sind. Die Straf- und Zivilsitzungssäle bilden den Mittelpunkt des Justizzentrums. Durch die transparente Fassadengestaltung und die Möglichkeit von Ein- und Ausblicken wird ein Höchstmaß an Bürgernähe vermittelt. Die Bürogeschosse von Land- und Amtsgericht sind klar voneinander getrennt – am Schnittpunkt der beiden ringförmig organisierten Bereiche weitet sich die Struktur zu einem Dreibund mit Begegnungszonen.

Quelle: HPP Architekten GmbH