1. Oktober 2022

Holz- und Lehmbeschwingt in die Zukunft! Rückblick auf die 1. Bad Aiblinger Baukulturtage

© Bundesstiftung Baukultur

Potsdam (pm) – Rund 3% der Gebäude in Deutschland sind Baudenkmäler. Diese Erkenntnis muss offensichtlich auch in die Zukunft projiziert werden, denn aktuelle Neu- oder Umbauvorhaben mit Vorbildcharakter sind selten.

Die Bundesstiftung Baukultur sucht bei Ihren Veranstaltungen deutschlandweit immer nach Projekten, deren Besichtigung sich lohnt und muss häufig intensiv suchen. Ganz anders sieht das im bayerischen Bad Aibling aus, wo sich das Parkgelände der B&O Gruppe immer mehr zum Forschungscampus für die Zukunft des Bauens entwickelt. Gleich drei vorbildliche Projekte standen dort am 7. April auf dem Programm: Die drei Forschungshäuser „Einfach Bauen“ der TU-München (Florian Nagler Architekten), die 2021 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Architektur“ ausgezeichnet wurden, ein neues Parkhaus in Holzbauweise (HK Architekten Hermann Kaufmann) sowie das hybride Holz-Wohnhaus der WOGENO München (Florian Nagler Architekten), dessen Richtfest am 8. April stattfand.

Die Erkenntnis des sich anschließenden Fachgesprächs lautet, wir müssen der Expertise von Ingenieurinnen und Ingenieuren und Sachverständigen mehr zutrauen und dürfen uns nicht von DIN-Normen in unserer lösungsorientierten Kreativität einschränken lassen. Ein Vortragsschwerpunkt galt dem traditionellen Baustoff Lehm, der trotz großem Zukunftspotential noch immer zu wenig genutzt wird. Dr. Franziska Knoll vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen-Anhalt schließt ihren Vortrag mit der Feststellung: „Lehm hat leider keine Lobby!“. Dabei, so konnten Martin Rauch und Martin Haas als versierte und renommierte Lehmbauer aufzeigen, sind Lehmbauten klimaneutral, behaglich und schön! Um die landläufige Skepsis gegenüber dieser Bauweise zu schmälern, plant die B&O-Gruppe die Errichtung zwei neuer Forschungshäuser aus Lehmstein, Stampflehm und Holz auf dem Bad Aiblinger Parkgelände. Die Idee zu diesem Vorhaben hatte Dr. Ernst Böhm, Geschäftsführender Gesellschafter der B&O Gruppe, der überzeugt ist „Wir können ein Holzhybridgebäude statt mit einem Betonkern mit einem Stampflehmkern bauen und damit ein klimapositives Haus erstellen“. Neben dem seriellen Bauen, das in der Lage ist über Vervielfältigungsfaktoren Kosten zu sparen, sei hier auch eine wesentliche politische Stellschraube für das Bauen der Zukunft gegeben.

Reiner Nagel, der die Gesprächsleitung übernommen hatte, hält fest: „Wir haben im Bereich des klimagerechten und finanzierbaren Planen und Bauens sehr viel Sachverstand und Kreativität. Wenn dies wie hier in Bad Aibling auf hochwertige Gestaltung, überzeugendes Handwerk und visionäre Bauherren trifft, ist mir um die Baukultur nicht bange“.

Die ersten Bad Aiblinger Baukulturtage am 7. und 8. April im B&O Parkhotel waren ein voller Erfolg. Dies zeigten die Resultate des Baukulturdialogs und des Fachgesprächs genauso wie die ausgesprochen hohe Nachfrage der Teilnehmenden im Vorfeld. Die B&O Gruppe und die Bundesstiftung Baukultur freuen sich auf eine Fortsetzung 2023!

Pressemitteilung: Bundesstiftung Baukultur