20. Januar 2022

Hochschulpreis des Bayerischen Baugewerbes 2020: Die Preisträger stehen fest

Geschäfts- und Wohngebäude mit Infra-Leichtbetonen im Ulmer Judenhof, Bildquelle peters fotodesign
München (pm) – „Die Corona-Pandemie verhinderte in diesem Jahr zwar eine große Feier, nicht aber die Ehrung der Preisträger des Hochschulpreises des Bayerischen Baugewerbes. Wir freuen uns, dass wir verständliche und nutzenorientierte Arbeiten auszeichnen konnten, die einer hohen wissenschaftlichen Qualität genügen.“, so der Beiratsvorsitzende der Stiftung Berufsförderung Bayerisches Baugewerbe Wolfgang Schubert-Raab heute anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger.

Der von der Stiftung in diesem Jahr zum zwölften Mal ausgeschriebene Preis geht an herausragende Bachelor- und Masterarbeiten der Fachrichtung Bauingenieurwesen. Am Wettbewerb nahmen Absolventen der Technischen Universität München (TUM), der Universität der Bundeswehr München (UniBwM), der Hochschule für angewandte Wissenschaften München (HAW München), der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (HAW Würzburg) und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) teil.

Der ausgelobte Preis ist praxisbezogen. Daher werden insbesondere die Qualität der Zusammenfassungen und Poster sowie die transparente Nachvollziehbarkeit der so stark gekürzten Arbeitsergebnisse aus der Bachelor-/ Masterarbeit bewertet. Auch der angemessene Umfang der Arbeit und ein ausgewogenes Verhältnis zu den ECTS-Punkten werden berücksichtigt. In diesem Jahr konnten nur zwei Arbeiten diesen hohen Anforderungen in preiswürdiger Weise genügen.

Mit dem 1. Preis wurde Henrik Gutsch für seine Bachelorarbeit „Untersuchungen zu den Schwindeigenschaften von Infra-Leichtbetonen“ ausgezeichnet. Infra-Leichtbeton besteht aus den Zuschlagstoffen Blähglas oder Blähton und einer porosierten Zementsteinmatrix und erreicht damit besonders niedrige Lambda-Werte von bis zu 0,129 W2/m2K. Infra-Leichtbetone haben Trockenrohdichten von bis zu 550 kg/m3 und Würfeldruckfestigkeiten von 5,8 N/mm2 und liegen damit außerhalb des Geltungsbereichs der DIN EN 206-1/DIN 1045-2. Mit diesem noch neuen Material können attraktive monolithische Sichtbetonhochbauten mit guter Wärmedämmung errichtet werden. In der Bachelorarbeit wurden die Auswirkungen einer gezielten Luftporenbildner- bzw. Faserzugabe auf das Schwindverhalten untersucht. Die Arbeit liefert eine Grundlage für die Beurteilung der Schwindeigenschaften in Abhängigkeit von der Dosierung des Luftporenbildners, Faserzugabe und Mischungsdauer. So kann die Verwendung dieses hochattraktiven und für die baugewerbliche Anwendung geeigneten Materials zukünftig gestärkt werden.

Den 2. Preis erhält Anthea Jaitner mit ihrer Bachelorarbeit „Untersuchungen zu Rissfüllstoffen außerhalb der ZTV-ING – Rissinjektion mit feuchteverträglichen Epoxidharzen und kraftschlüssigen Polyurethanen an Betonprobekörpern“. Die ZTV-ING ist derzeit in Deutschland das wichtigste Regelwerk für die in der Baupraxis üblichen Rissfüllstoffe. Hier werden jedoch nicht alle auf dem Markt erhältliche Produkte und Produktgruppen definiert. In der Arbeit werden jeweils zwei Produkte auf der Grundlage von Polyurethan und Epoxidharz, die auf dem Markt erhältlich sind, untersucht. Jaitner konnte aufzeigen, dass diese Rissmaterialien sowohl kraftschlüssig verbinden als auch unter Feuchteeinwirkung injiziert werden können. Die untersuchten Produkte weisen ein hohes Potenzial für Spezialanwendungen auf. Ihre Arbeit liefert Hinweise zur zukünftigen Verwendung im Bauwesen.

Pressemitteilung: Landesverband Bayerischer Bauinnungen