17. Mai 2022

Hochschule Koblenz begleitet den Wiederaufbauprozess nach der Flutkatastrophe wissenschaftlich

BMBF-Projekt „Klimaanpassung, Hochwasser und Resilienz“ (KAHR) gestartet

Koblenz (pm) – Nach der Flutkatastrophe im Juli dieses Jahres stehen das Ahrtal und die anderen betroffenen Gebiete vor der Herausforderung, den Wiederaufbau unter Berücksichtigung des Klimawandels zu gestalten, um künftige Schadensereignisse möglichst zu reduzieren. Dabei war von Beginn an die Expertise der Hochschule Koblenz gefragt, die sich – neben ihrem Engagement für das landesweite Kompetenzzentrum „Wissenschaft für den Wiederaufbau“ – nun auch an dem am 1. November gestarteten Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Impulse für Resilienz und Klimaanpassung – Klima-Anpassung, Hochwasser und Resilienz“ (KAHR) beteiligt. Diese kurzfristig ins Leben gerufene Initiative verfolgt das Ziel, das Hochwasserereignis wissenschaftlich zu untersuchen und bedarfsorientierte Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln. Insbesondere sollen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel und zur Klima-Anpassung für die Prozesse des Wiederaufbaus den beteiligten Handelnden zur Verfügung gestellt werden, damit die betroffenen Regionen zukunftssichere, resiliente und klimafeste Strukturen gestalten können.

Die Hochschule Koblenz beteiligt sich als einer von insgesamt 13 Kooperationspartnern in dem Verbundprojekt mit ihrer Expertise im Bereich Siedlungswasserwirtschaft und Wasserbau, den Prof. Dr. Lothar Kirschbauer vertritt. Das Projekt untersucht zunächst, welche Prozess- und Wirkungsketten das Hochwasserereignis ausgelöst haben. Dazu gehören unter anderem die Rekonstruktion der hydrologischen Rahmenbedingungen der Flut sowie die Analyse von Vorsorgekonzepten, anfälligen Strukturen sowie von Schadensmustern. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, die Schutzwürdigkeit unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, bestimmter Siedlungsbereiche und kritischer Infrastrukturen zukünftig bei der Vorsorge und dem Risikomanagement stärker zu berücksichtigen. Die interdisziplinär zusammengestellten Projektpartnerinnen und -partner werden in den Hochwassergebieten vor Ort sein, um zu verschiedenen Themen des Wiederaufbaus sowie aktueller Vorsorge- und Schutzstrategien zu beraten, zum Beispiel beim Objektschutz und der Umsiedlung.

Durch seine Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Katastrophenereignis im Juli 2021 in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen weiß Kirschbauer: „Gemeinsam mit den anderen Projektpartnerinnen und -partnern aus den Bereichen Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz und räumlicher Planung können wir die Anpassungsmöglichkeiten an extreme Hochwasser- und Starkregenereignisse verbessern, beispielsweise durch Visualisierung von über die gesetzlichen Vorschriften noch hinausgehender Überschwemmungsbereiche.“

Dass die Hochschule die Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wissenschaftlich begleite, sei nicht nur ein Gewinn für die betroffenen Gebiete, sondern komme auch den Studierenden zugute, wie Kirschbauer erläutert: „Durch die laufende Beteiligung vor Ort, sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Nordrhein-Westfalen, konnten wir viele Informationen sammeln, die in die Vorlesungen und Übungen an der Hochschule Koblenz einfließen werden. So können wir in Studiengängen wie Umwelt-, Wasser- und Infrastrukturmanagement, Bauingenieurwesen, Architektur sowie Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung nachhaltig Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet ausbilden.“

Pressemitteilung: Hochschule Koblenz