27. November 2022

Hitzewelle: AKH übergibt „Wiesbadener Erklärung zur Stadt von morgen: gerecht, grün und produktiv“ an den Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir

Wiesbaden (pm) – Bei annähernd 40 Grad im Schatten verwandeln sich Städte in Glutöfen. Sie umzubauen ist eine enorme Herausforderung. Gerecht, grün und produktiv – dies ist das Zukunftsbild für die Stadt von morgen, für das die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH) eintritt. Für eine erfolgreiche Transformation zur Klimaneutralität im Jahr 2045 sind Städte und Kommunen entscheidend. Die Folgen des Klimawandels und des Kriegs in der Ukraine konfrontieren uns täglich mit veränderten Realitäten. Der Handlungsdruck wächst. Die AKH fordert gemeinsam mit Partner*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung, Planungspraxis und Zivilgesellschaft ein Zukunftsbündnis „Kooperative Stadt“ unter der Leitung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.

Die Präsidentin der AKH Brigitte Holz übergab am 22. Juli 2022 im Anschluss an das öffentliche Abschlussplenum der zweitägigen Konferenz „shifting realities – Die Transformation der Stadt nachhaltig gestalten“ in Wiesbaden die „Wiesbadener Erklärung zur Stadt von morgen: gerecht, grün und produktiv“ an den Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Die Unterzeichner*innen bekennen sich darin zu den Grundsätzen der Neuen Leipzig Charta (2020) und damit zu einer integrierten, kooperativen und gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung.

AKH-Präsidentin Holz: „Mit dem Zukunftsbündnis ‚Kooperative Stadt‘, möchten wir die Debatte über eine lebenswerte Stadt fortführen, die die AKH mit der Konferenz ‚shifting realities – Die Transformation der Stadt nachhaltig‘ gestalten am 21. Juli begonnen hat. In einem fachübergreifenden Dialog haben wir uns mit dem Wandel der Lebensverhältnisse auseinandergesetzt und mögliche Lösungsansätze sowie Handlungsempfehlungen für einen nachhaltigen und gleichzeitig gemeinwohlorientierten Stadtumbau in Zeiten der Klimaanpassung und Klimaneutralität diskutiert. Ausgangspunkt der Konferenz war die Neue Leipzig Charta deren drei Handlungsdimensionen gerechte, grüne und produktive Stadt wir uns gewidmet haben.“

Eine gerechte Stadt(-entwicklungspolitik) gewährleistet Chancengleichheit und Umweltgerechtigkeit für alle, unabhängig von Geschlecht, Einkommen, Status, Alter und Herkunft. Sie stellt den gleichberechtigten Zugang aller gesellschaftlichen Gruppen zu gutem Wohnraum, zu Dienstleistungen der Daseinsvorsorge – wie Bildung, sozialen Angeboten, Gesundheitsversorgung, Mobilität und Kultur – sicher. Insbesondere bezahlbarer Wohnraum und eine sichere Energieversorgung nehmen aktuell einen hohen Stellenwert ein.

Die grüne Stadt ist eine hitzeangepasste und wassersensible Stadt. Der Klimawandel sorgt für einen Anstieg an Hitzetagen und Tropennächten. Starkregenereignisse zeigen, wie Entwässerungssysteme aufgrund zunehmender Versiegelung und Unterbauung von Flächen an ihre Grenzen stoßen. Die grüne Stadt basiert auf dem Prinzip der Schwammstadt, die „Versickern und Verdunsten statt Entwässern und Ableiten“ verfolgt. Außerdem rückt sie Bäume und Stadtgrün als hervorragende CO2-Speicher in den Mittelpunkt.

Die produktive Stadt produziert nicht nur Güter oder Dienstleistungen, sie ist auch der Rahmen und der Nukleus für kreative Ideen, für die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt ihrer Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam in der Stadt leben und arbeiten ist das Ziel. Die produktive Stadt ist die Antithese zur konsumorientierten Stadt. Geistig-schöpferische Leistung wird hier ebenso wertgeschätzt wie materielle Produktion. Die produktive Stadt steht für das „Sowohl-als-auch“ von traditionellen Gewerbe- und Industriegebieten und neuen Formen der Mischung.

Pressemitteilung: Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH)