14. Juni 2026

Hitzeaktionstag 2026: Hitzeschutz beginnt bei Städten, Quartieren, Freiräumen und Gebäuden

Berlin (pm) – Anlässlich des Hitzeaktionstags 2026 weist die Bundesarchitektenkammer (BAK) darauf hin, dass wirksamer Hitzeschutz nicht erst im Krisenfall beginnt. Wie stark sich Hitze in Städten, Quartieren, Freiräumen und Gebäuden aufbaut, entscheidet sich wesentlich durch Planung: durch Verschattung, Begrünung, Entsiegelung, klimaangepasste Freiräume, robuste Quartiersstrukturen und wirksamen sommerlichen Wärmeschutz.

Unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ macht am 11.6.2026 ein breites Bündnis aus Akteuren des Gesundheitswesens, der Wohlfahrt, der Pflege und weiterer Organisationen auf die gesundheitlichen Risiken von Extremhitze und die Notwendigkeit von Hitzeschutz und Hitzevorsorge aufmerksam. Das Bündnis setzt sich für mehr Sensibilisierung, wirksame Schutzmaßnahmen und eine bessere Vernetzung in den Kommunen, auf Landesebene und bundesweit ein.

Der gemeinsamen Initiative von Bundesärztekammer, Deutscher Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), AWO Bundesverband, Deutscher Krankenhausgesellschaft, Deutschem Pflegerat, GKV-Spitzenverband und Klima-Allianz Deutschland haben sich über 100 Institutionen und Verbände angeschlossen (https://hitzeaktionstag.de/partner/), darunter auch die Bundesarchitektenkammer und die Architektenkammer Berlin.

Wer Deutschland krisenresilient machen will, muss Hitze und andere Extremwetterlagen systematisch mitdenken. Zwar wurden in den vergangenen Jahren erste wichtige Schritte im Hitzeschutz unternommen. Doch für ausgeprägte, mehrtägige oder sich überlagernde Extremhitzelagen sind Politik, Verwaltung und Institutionen bislang nicht ausreichend vorbereitet.

Aus Sicht des Bündnisses sind insbesondere notwendig:

  • klare Zuständigkeiten und die Integration von Extremhitze in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz,
  • effektive soziale Schutzstrukturen für Risikogruppen,
  • ein vorbereitetes und gestärktes Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen,
  • die Finanzierung resilienter Prozesse, Belegschaften, Einrichtungen, Quartiere und Infrastrukturen.

Neben der Reaktion auf akute Belastungssituationen kommt der vorsorgenden Gestaltung von Städten, Quartieren, Freiräumen und Gebäuden eine zentrale Bedeutung zu. Sie entscheidet maßgeblich darüber, wie stark sich Hitzebelastungen aufbauen und wie hoch die Betroffenheit von Menschen und Infrastrukturen im Ereignisfall ist. Städte klimaresilient und lebenswert zu gestalten, ist eine zentrale Aufgabe von Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung.

Eine wirksame Hitzevorsorge erfordert eine bessere Verzahnung von Gesundheitsrisiken, sozialer Betroffenheit und planerischen Strategien und muss dort ansetzen, wo Belastungen hoch und vulnerable Gruppen besonders betroffen sind.

Andrea Gebhard, Präsidentin der BAK: „Wirksame Maßnahmen erfordern die konsequente Klimaanpassung von Städten, Gemeinden und Quartieren. Orte des Verweilens, des Versammelns und Spielens müssen immer zum Aufenthalt einladen und den Menschen bei Extremhitze ausreichend Schutz bieten, zum Beispiel durch Verschattung, Begrünung und Entsiegelung – die steinerne Stadt ist passé.
Im Gebäudebereich müssen bauliche und passive Lösungen Vorrang haben, die Überhitzung vermeiden. Der Bedarf an technischer Kühlung sollte dabei minimiert und zusätzliche Energiebedarfe begrenzt werden.“

Forderungspapier zum Hitzeaktionstag 2026

Quelle: Bundesarchitektenkammer e. V.