1. Juni 2026

Hessische Bauindustrie sieht keine Trendwende der Baukonjunktur

Wiesbaden (pm8 – „Wir sehen keine positiven Signale für die baukonjunkturelle Entwicklung in Hessen“, erklärte Dr. Burkhard Siebert, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen e.V. (BIV), nach Bekanntgabe der Märzergebnisse im Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten durch das Statistische Landesamt.

Die Betriebe des hessischen Bauhauptgewerbes haben in den ersten drei Monaten des Jahres einen baugewerblichen nominalen Umsatz in Höhe von 1,19 Mrd. Euro erzielt: „Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, aber um die Steigerungen der Preise und Kosten bereinigt, bedeutet das ein reales Minus. Und die Auswirkungen des Iran-Krieges hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Preise für Baumaterialien zeichnen sich bereits deutlich ab.“

Mit einem Volumen in Höhe von 1,47 Mrd. Euro lagen die Auftragseingänge im hessischen Bauhauptgewerbe im ersten Quartal 2026 bereits um 7,5 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2025. Das Auftragsminus ist besonders drastisch im Wirtschaftsbau (minus 30,3 Prozent). „Die deutlich negative Entwicklung im volumenstarken Wirtschaftsbau zeigt, dass sich keine durchgreifende Belebung der Baukonjunktur abzeichnet, im Gegenteil“, so Burkhard Siebert.

Der öffentliche Bau insgesamt (plus 18,0 Prozent) und der auch der Straßenbau (plus 9,3 Prozent) stabilisieren sich zwar. Auch der Wohnungsbau ist in Hessen im ersten Quartal 2026 im Orderplus: 25,2 Prozent im Vergleich zum – allerdings sehr bauschwachen – ersten Quartal des Vorjahres. Allerdings lässt sich daraus kein stabiler Zuwachs für die Konjuntur insgesamt ableiten. Im März 2026 wurden in Hessen zwar 2,1 Prozent mehr Gebäude insgesamt genehmigt (279) als im März 2025, aber die Baugenehmigungen für Wohnungen insgesamt (891) gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 33,7 Prozent zurück.

Burkhard Siebert: „Der Neubau bleibt weiterhin deutlich hinter dem Bedarf zurück. Ohne ein entschiedenes politisches Gegensteuern drohen weitere Rückgänge in den kommenden Jahren mit erheblichen sozialen Folgen. Damit die Baugenehmigungen in ein bis zwei Jahren auch in Baufertigstellungen münden, müssen so schnell wie möglich die hohen Auflagen gesenkt und die Finanzierungsmöglichkeiten verbessert werden.“

Quelle: Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V.