23. Juli 2024

Herausragende Arbeiten: Die Brillux Design Awards 2023 sind verliehen

Münster (pm) – Ein weiterer bemerkenswerter Wettbewerbsjahrgang ging am 06.11.2023 ins Finale. Rund 150 Gäste feierten die Nominierten und Sieger des internationalen Brillux Design Awards 2023 mit einer festlichen Gala. Schauplatz war einmal mehr das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. 19 Preisträgerobjekte teilten sich insgesamt 25.000 Euro Preisgeld für herausragende Raum- und Fassadengestaltungen.

Aus Polen, Italien, der Schweiz und allen Regionen Deutschlands waren die Verantwortlichen der Objekte angereist, die die neunköpfige unabhängige Fachjury des Wettbewerbs unter den mehr als 500 Einreichungen zu Preisträgern gekürt hatte. Wer in den sechs Kategorien und der Sonderprämierung des Brillux Design Awards 2023 jedoch den Sieg davontragen würde, erfuhren die Gäste erst auf der Gala. „Der Wettbewerb rückt nicht nur beispielhafte und zukunftsorientierte Arbeiten an den Sichtflächen unterschiedlichster Gebäudetypen in den Blickpunkt“, sagt Sevim Güler, Leiterin Brillux Marketing, die die Preise überreichte. „Nur beim Brillux Design Award kommen alle Akteure aus Bauherrschaft, Architektur, Innenarchitektur und Handwerk zusammen. Erst durch ihren Schulterschluss entstehen wegweisende Gestaltungen.“ Wie viel Vitalität diese Kooperation für das Gebäude an sich, die Nutzenden und ganze Quartiere freisetzen kann, zeigen die 19 nominierten und siegreichen Objekte eindrücklich auf.

Vier Wettbewerbskategorien mit Fokus auf Fassadengestaltung

Als weitere Besonderheit vergleichen sich die Teilnahmeobjekte beim Brillux Design Award innerhalb gleicher Nutzungstypologien. Preise für Gestaltungen an der Gebäudehülle werden in vier unterschiedlichen Kategorien verliehen.

In der Sparte Wohnbauten setzte sich ein rund 60 Jahre altes Hochhausensemble in Hamburg-Osdorf an die Spitze der Wertung, das mit einer atemberaubenden Metallfassade und einem überlegten Farbentwurf neu rhythmisiert wurde. Die beiden Nominierungen vergab die Jury an eine skulptural gestaltete Doppelhaushälfte in Emmendingen und ein neu erbautes Wohngebäude in Magdeburg.

Gewinner in der Kategorie „Wohnbauten“
Standort:
Bornheide, 22549 Hamburg
Planer:
abj Architekt:innen GmbH, Hamburg
Bauunternehmen:
GEBOTherm Gerüstbau-Betonsanierung-Thermputz GmbH, Hamburg
Eigentümer: 
altoba – Altonaer Spar- und Bauverein eG, Hamburg
Aus der Jurybegründung:
„Das Objekt Bornheide ist ein frei stehendes Hochhausensemble aus den 1960er-Jahren in einer der ersten Plattenbau-Großsiedlungen in Hamburg. Der ehemalige Gebäudekoloss hat durch ein geschicktes Farb- und Materialkonzept, das nicht schreiend bunt, sondern harmonisch farbig auftritt, eine fundamentale optische Aufwertung erfahren.“
Gewinner in der Kategorie „Wohnbauten“
Standort:
Bornheide, 22549 Hamburg
Planer:
abj Architekt:innen GmbH, Hamburg
Bauunternehmen:
GEBOTherm Gerüstbau-Betonsanierung-Thermputz GmbH, Hamburg
Eigentümer: 
altoba – Altonaer Spar- und Bauverein eG, Hamburg
Aus der Jurybegründung:
„Das Objekt Bornheide ist ein frei stehendes Hochhausensemble aus den 1960er-Jahren in einer der ersten Plattenbau-Großsiedlungen in Hamburg. Der ehemalige Gebäudekoloss hat durch ein geschicktes Farb- und Materialkonzept, das nicht schreiend bunt, sondern harmonisch farbig auftritt, eine fundamentale optische Aufwertung erfahren.“

Zur besten Fassadengestaltung in der Kategorie Öffentliche Gebäude kürte das Preisgericht eine Bildungseinrichtung. Ein Bestandsgebäude der Hochschule Harz hat im Zuge einer energetischen Sanierung eine kraftvolle Gebäudehülle erhalten. Mit einer Nominierung wurde ein weiterer Lernort, der Neubau der Löwen-Grundschule in Hückeswagen, gewürdigt.

Gewinner in der Kategorie „Öffentliche Gebäude“
Standort: 
Friedrichstraße, 38855 Wernigerode
Planer: 
snarq GmbH – Beratende Architekten und Ingenieure, Halle
Handwerksbetrieb:
Baberski Wand- und Bodenmarkt eG, Blankenburg
Bauherrin: 
Hochschule Harz, Wernigerode
Aus der Jurybegründung:
„Die Fassadensanierung der Hochschule Harz ist ein äußerst gelungener, ja beispielhafter und wegweisender Beitrag für eine Verbindung von energetischer Sanierung und kraftvoller Fassadengestaltung. Das auf allen Ebenen höchst anspruchsvolle und stimmige Projekt ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Umsetzung dieser immer wichtiger werdenden Bauaufgabe.“

Gesiegt in der Kategorie Gewerbebauten hat das neue Verwaltungsgebäude eines Energieversorgers in Moers. Ein vertikaler Garten bildet die Grünfassade des Baus und macht den hohen ökologischen Anspruch des Bauherrn nach außen sichtbar. Mit je einer Nominierung belohnte das Preisgericht die Neufassung eines Wohn- und Betriebsgebäudes in Gräfelfing, die Erweiterung und Transformation eines Stadthauses in Burghausen sowie die Neugestaltung eines Landgasthofs auf der schweizerischen Halbinsel Au am Zürichsee.

Der Gewinn in der Kategorie Historische Gebäude und Stilfassaden ging nach Wittenberge in Brandenburg. Hier machen die Sanierung und Wiederherstellung eines historischen Zehnfamilienhauses deutlich, wie durch bauliches Engagement ein gründerzeitliches Quartier reaktiviert werden kann. Vorbildliche Arbeiten zeigten auch die beiden Nominierten dieser Wettbewerbssparte – ein seiner historischen Farbfassung wieder zugeführtes Jugendstil-Mietshaus in Hagen und das stilgerechte Redesign zweier Wohnhäuser aus den 1920er-Jahren im Kreuzviertel in Münster.

Gewinner in der Kategorie 
„Historische Gebäude und Stilfassaden“
Standort:
Goethestraße, 
19322 Wittenberge in Brandenburg
Planer:
IBS Ingenieurbüro Schulze, Dipl.-Bauingenieurin A. Schulze-Mack, Bad Wilsnack
Handwerksbetrieb:
Wolfgang Duwe Hausmeisterdienst & Wohnungsinstandsetzung GmbH, Wittenberge
Eigentümerin: 
Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Wittenberge mbH 
Aus der Jurybegründung:
„Das milieuvolle Gründerzeitquartier des Jahnschulviertels in Wittenberge hatte schon bessere Zeiten erlebt. Doch während in den vorstädtischen Plattenbaugebieten Wohnungen abgerissen wurden, hatte die Stadt bei der Altbauaktivierung einen langen Atem bewiesen. Der Vorher-Nachher-Vergleich hat die Jury sehr überzeugt, weil er zeigt, was souveräne Farbgestaltung und qualitätsvolles Malerfachhandwerk bewirken können.“

Interior Design in zwei Sparten und eine Sonderprämierung

Weitere Auszeichnungen verlieh der Brillux Design Award für mustergültige Innenraumgestaltungen. Nominiert in der Kategorie Innenraumkonzepte Wohnen und Leben waren ein Kirchenraum in Kaiserslautern, ein Appartementhaus im polnischen Gdańsk und das umgebaute Eingangs- und Verwaltungsgebäude des Sportforums Berlin-Hohenschönhausen. Der mit viel Frische und Bezug zu seiner Historie sanierte Saal der Lutherkirchengemeinde Kaiserslautern setzte sich als Sieger durch.

Gewinner in der Kategorie 
„Innenraumkonzepte Wohnen und Leben“
Standort: 
Barbarossaring, 67655 Kaiserslautern
Planer:
bayer l uhrig Architekten PartGmbB, Kaiserslautern
Handwerksbetrieb:
Heinrich Schmid GmbH & Co. KG, Homburg
Bauherrin:
Lutherkirchengemeinde, Kaiserslautern
Aus der Jurybegründung: 
„Mit einem gut gesetzten Farbkontrast aus den bauzeittypischen Pastelltönen Altrosa und Meeresblau wird der in die Jahre gekommene Kirchenraum spürbar aufgewertet. Leichtigkeit, Großzügigkeit und eine lichtdurchflutete Frische bestimmen den Charakter des sanierten Saals. Mit wenigen Maßnahmen ist ein verstaubtes Raumgefüge zu einem einladenden, schönen Saal geworden, in dem sich verschiedenste Nutzungsszenarien wiederfinden können. Bravo!“

Ebenfalls drei Nominierte lieferten sich ein enges Rennen in der Wettbewerbssparte Innenraumkonzepte Arbeiten. Gewonnen hat mit der Paul-Winter-Schule in Neuburg an der Donau ein Lernort, der Farbe im Raum als eigenständiges Element einsetzt. Die künstlerisch inspirierte Neugestaltung von Eingangsbereichen und Treppenhäusern eines Multifunktionszentrums im italienischen Bozen sowie das vielgestaltige farbige Raumkonzept der Hauptfeuerwache Karlsruhe präsentierten ebenfalls ausgezeichnete Arbeiten.

Gewinner in der Kategorie 
„Innenraumkonzepte Arbeiten“
Standort:
Kreuter Weg, 86633 Neuburg an der Donau 
Planer:
Arge Behnisch Architekten, München l ALN Architekturbüro Leinhäupl + Neuber, Landshut
Handwerksbetrieb:
Heinrich Schmid GmbH & Co. KG, Gersthofen
Bauherr: 
Landkreis Neuburg-Schrobenhausen 
Aus der Jurybegründung:
„Eine Schule, die fröhlich, einladend, frisch und offen wirkt, ist ein schönes Umfeld für einen Ort, der unsere Kindheit wesentlich prägt. Die Schule in Neuburg setzt die Farbe als eigenständiges, bereicherndes Element in der Raumgestaltung ein. Es ist ein Lernort besonderer Güte mit einfachen, aber wirksamen Mitteln entstanden, der zu Recht mit dem Brillux Design Award ausgezeichnet wird.“

Mit der Sonderprämierung Energieeffiziente Fassadensysteme vervollständigte der Wettbewerb den illustren Kreis der Preisträger. Das prämierte Objekt, ein his-torisches Stadthaus in Suhl, verbindet eine ausgeklügelt aufgebaute Wärmedämmung der Gebäudehülle mit einer deutlichen architektonischen Verbesserung der gesamten Außenansicht. Optisch hat sich das Haus so seinem Originalzustand angenähert und entspricht gleichzeitig heutigen energetischen Effizienzstandards.

Sonderprämierung in der Kategorie 
„Energieeffiziente Fassadensysteme“
Standort:
Stadelstraße, 98527 Suhl  
Eigentümer, Planer und Handwerksbetrieb:
Papenhagen Immobilien, Suhl
Aus der Jurybegründung:
„Die Stadt Suhl im Süden von Thüringen kämpft seit Jahrzehnten mit einem Bevölkerungsrückgang. Davon ist im Zentrum der Stadt mit heute 35.000 Einwohnern allerdings nichts zu spüren. Es ist gelungen, heterogene Geschäfte, Büros und Läden im Stadtkern zu halten und damit den kleinstädtischen Charakter einer Mittelstadt zu bewahren und zu beleben.
Das Geschäftshaus von Papenhagen Immobilien Suhl trägt dazu nach der energetischen Sanierung und Neugestaltung der Fassade maßgeblich bei. Die Sanierung erfüllt dabei viel mehr als bauphysikalische, energetische Ziele, sie ist eine architektonische Verbesserung.“
 

Quelle: Brillux GmbH & Co. KG