5. März 2021

HENN und C.F. Møller Architects gewinnen den internationalen Wettbewerb für das LMU Klinikum Großhadern

Berlin (pm) – HENN (München/Berlin/Peking)  und C.F. Møller Architects (Berlin/Aarhus) gewinnen den ersten Preis für den Neubau des LMU Klinikum-Campus Großhadern. Mit ihrem Entwurf erreichen die Architekten ein einstimmiges Votum und konnten sich gegen 17 andere Planungsteams durchsetzen. Für den neuen Campus planen sie eine komplette Umwandlung der bestehenden Bausubstanz, hin zu einer grünen, vernetzten und freundlichen Umgebung für zukunftsfähige medizinische Versorgung, Forschung und Lehre.

„Die einstimmige Entscheidung des Preisgerichts für den Entwurf der ARGE HENN | C.F. Møller München/Aarhus ist ein starkes Votum für den ersten Preis. Der Entwurf erfüllt überzeugend die hohen Erwartungen an Funktionalität, abschnittsweise Realisierung, Wirtschaftlichkeit und technische Machbarkeit. Die Arbeit zeigt eine robuste Struktur, die in der weiteren Bearbeitung genügend Raum für zukünftige Anpassungen und Entwicklung aufweist, ohne die Grundkonzeption zu verlieren. Gleichzeitig schafft der Entwurf es, in seiner äußeren und inneren Gestaltung durch das gewählte Farb- und Materialkonzept die Ansprüche der Patienten, Besucher und Mitarbeiter an eine behagliche, dem Menschen zugewandte Atmosphäre im Klinikum zu erfüllen.“
Markus Hammes, freier Architekt BDA und Vorsitzender des Preisgerichtes

 

©HENN/C.F. Møller Architects

Das größte staatliche Bauprojekt in Bayern

Der Campus Großhadern gehört zum Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), einem der führenden nationalen und internationalen Medizinstandorte. Der Neubau umfasst insgesamt sechs neue Klinikzentren und ist das größte staatliche Bauprojekt in Bayern seit dem Bau des Krankenhauses in den 1960er/70er Jahren. Der aktuelle Planungswettbewerb umfasst im Realisierungsteil den ersten Bauabschnitt des Großprojekts, in dem auf einer Gesamtfläche von rund 70.000 m² drei Zentren, das Herz-Lungen-Gefäß-Zentrum, das Onkologische Zentrum und das neue Diagnostikzentrum, entstehen werden. Dieser erste Bauabschnitt bildet etwa 60 Prozent des gesamten Bauvolumens des neuen Krankenhauses und wird mit rund einer Milliarde Euro vom Freistaat Bayern finanziert. In weiteren Bauabschnitten werden ein Bauch-, Becken- und Transplantationszentrum, ein Kopfzentrum und ein Muskuloskelettales Zentrum sowie weitere Einrichtungen für Forschung, Lehre und Logistik entstehen.

“We are very proud to have been announced as the winning team and we are looking forward to continuing our work in collaboration with HENN and the rest of the team as well as LMU to realise a new building and a campus which meet the structural demands and requirements of a university hospital of the future and at the same time enhance the urban image based on Healing Architecture principles and by putting people in the centre“, sagt Klavs Hyttel, Architekt und Partner bei C.F. Møller Architects.

Eine grüne, vernetzte und aufgelockerte Welt für zukunftsfähige medizinische Versorgung und Forschung

Grünraum und hohe Aufenthaltsqualität

Während die medizinische Exzellenz im Vordergrund steht, bildet der Park das zentrale Motiv des Entwurfs. Er ist Begegnungsraum für Besucher, Patienten, das wissenschaftliche Personal und die Studierenden. Die Verflechtung zwischen dem Park – der Lunge des Areals – und der Magistrale – dem logistischen Herzen des Krankenhauses – stellt die Besonderheit des vorliegenden Masterplans dar. Durch die Dachbegrünung der Magistrale und zahlreiche Terrassen im Inneren werden Naturelemente konsequent in das strukturelle Zentrum des Krankenhauses eingeflochten. Das landschaftliche Konzept soll der Entfaltung atmosphärischer Vielfalt, dem Wohlbefinden und dem Genesungsprozess der Patienten dienen. Diese Idee folgt einem Grundprinzip zeitgenössischer Gesundheitsarchitektur: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Der Park wird zum zentralen Motiv des Entwurfs und zum Imageträger des neuen Klinikums
©HENN/C.F. Møller Architects

Ein modulares und durchlässiges Gebäudeensemble im menschlichen Maßstab

Die Bestandsbauten werden nach Fertigstellung des 1. Bauabschnitts sukzessive abgerissen und machen Platz für ein in sich stimmiges und zugängliches Gebäudeensemble. Eine kleinteiligere, stadtähnliche Silhouette wandelt die bestehende uniforme „Gesundheitsfabrik“ in ein abwechslungsreiches, urbanes und menschliches Erscheinungsbild um. Das Gesamtvolumen der neuen GroßRiesenstruktur setzt sich aus Modulen zusammen, die trotz einer hohen Flächeneffizienz das Bild einer aufgelockerten Bebauung vermitteln. Der modulare Masterplan kann bei Bedarf unproblematisch erweitert werden und gewährleistet somit eine hohe Flexibilität und Nachhaltigkeit für den Campus. Innenhöfe, Terrassen und Gärten ermöglichen eine maximale natürliche Belichtung und eine sehr gute Durchlüftung, die zu einer hohen Aufenthaltsqualität führen.

„Die extrem kooperative Zusammenarbeit der Büros C.F.Moller und HENN, sowie der Fachdisziplinen, macht diesen außergewöhnlichen Entwurf für die Gestaltung der Medizin von Morgen möglich. Die durchdachte Grundstruktur bildet Flexibilität und Nutzungsvarianz ab und fördert Austausch und Kommunikation. Darüber hinaus ist für uns die Integration der Natur als heilendes Element sowie die ökologische Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung. Die neuen Ansätze werden den Aufenthalt für jeden Patienten spürbar positiv beeinflussen und die Arbeitsbedingungen in Pflege und Forschung und damit die medizinische Versorgung auf ein neues Niveau heben. Wir freuen uns auf die Weiterführung der gemeinsam entwickelten Ideen und Konzepte für die Gestaltung des Universitätsklinikums der Zukunft.“ Marcus Fissan, Partner bei HENN

Ein modulares Baufeld-System garantiert die hohe Flexibilität und Nachhaltigkeit der Campus-Struktur.

 

©HENN/C.F. Møller Architects

Klarer Masterplan und qualitätsvolle Adressbildung

Der Masterplan fokussiert auf kurze Wege, klare Orientierung und einladendes Design. Der Neubau für das LMU Klinikum am Campus Großhadern wird insgesamt sechs neue Klinik-Zentren umfassen. Die Onkologie und das Gebäude für Forschung/Lehre bilden jeweils den östlichen bzw. westlichen Endpunkt der zentralen Magistrale, die das Hauptverbindungselement für alle medizinischen Zentren bildet. Senkrecht zu dieser Hauptachse öffnet sich der großzügige Eingangsbereich, der einer neuen qualitätsvollen Adressbildung Ausdruck verleiht.

Der effiziente Masterplan bietet kurze Wege, eine klare Orientierung und ein einladendes Design

Der neue Campus Großhadern zeichnet sich durch eine maximierte Aufenthaltsqualität mit betontem Grünraum und Belichtung, sowie ein Konzept der kurzen Wege und ein modulares Baufeld-System, das sich über das Krankenhaus hinaus sinnvoll und nachhaltig weiterentwickeln kann, aus.

Projektinformationen

Architekten
HENN und C.F. Møller Architects
Wettbewerb
1. Preis
Projektteam
C.F. Møller Architects:
Klavs Hyttel
Julian Weyer
Rune Bjerno Nielsen
Ole Streubel
Maibritt Damman
Maj Pallisgaard Bie
Kristian Græbild Brandsen
Freda Jautz

HENN:
Fissan Marcus
Tom Banemann
Nemati Armin
Teufel Marc
Stini Thomas
Sebastioan Walter
Aleksander Nowak
Daw Karim
Saad Ibrahim
Oliver Koch

Bauherr
Freistaat Bayern
Berater
HT Hospitaltechnik Planungsgesellschaft
Klett Ingenieure
Wetzel & von Seht
HHP Nord/Ost
Büro Heinekamp
SINAI, Gesellschaft von Landschaftsarchitekten Berlin
AW Faust
Ort
München
Fläche
Rund 70.000 m²
Programm
Diagnostik und Therapie, Pflege, Labor, Krankenhausmanagement, Kommunikationsraum, Gastronomie, Bibliothek, Büro, Sonstiges

 

Pressemitteilung: HENN