1. Oktober 2022

„Harald Deilmann – Lebendige Architektur“

Ausstellung von 27.4. bis 2.6.2022 im LWL-Landeshaus in Münster

Harald Deilmann; Portrait 2005 - Foto: Wiechmann Aiette-Shagal

Münster (pm) – Der Architekt Harald Deilmann (1920 – 2008) zählt zu den bedeutenden Architekten der Nachkriegsmoderne in Deutschland. Zu seinem 100. Geburtstag entstand die Ausstellung „Harald Deilmann – Lebendige Architektur“, die nach ihrer Premiere im Baukunstarchiv NRW in Dortmund (2021) nun erstmals auch in Münster zu sehen sein wird: vom 27.4. bis zum 2.6.2022 im LWL-Landeshaus. Die Präsentation der Ausstellung in Münster ist ein Kooperationsprojekt des Museums der Baukultur Nordrhein-Westfalen, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und des Baukunstarchivs NRW.

Die Ausstellung zeigt das umfangreiche architektonische Lebenswerk von Harald Deilmann erstmals einer breiten Öffentlichkeit. Mit seinem 1955 gegründeten Büro schuf Deilmann von Münster aus Bauten für Münster und Westfalen und wirkte – dank früher vielbeachteter Projekte – zunehmend bundesweit und international. Orientiert an den kulturellen Entwicklungen in Europa, USA und Japan unternahm er den Versuch, stets seinen Entwürfen eine unverwechselbare Gestalt zu geben – mit den Möglichkeiten der Gegenwart.

„Harald Deilmann brachte internationale Entwicklungen sehr früh nach Deutschland“, erläutert Stefan Rethfeld, Kurator der Ausstellung, der den Nachlass Harald Deilmann im Baukunstarchiv NRW intensiv erforscht hat. „Ob Wohn-, Arbeits- oder Bildungsfragen – viele Deilmann-Ideen der 1960er und 1970er-Jahre sind heute wieder aktuell.“

Zu den bekanntesten Bauwerken von Deilmann zählen das Stadttheater Münster (1956, mit M. von Hausen, O. Rave und W. Ruhnau), die WestLotto-Bauten in Münster (1960, 1978), das Clemens-Sels-Museum Neuss (1975); außerdem die markanten Bauten der Westdeutschen Landesbank in Münster (1975), Dortmund (1978), Luxemburg (1978) und Düsseldorf (1982) sowie der Rheinturm in Düsseldorf (1982).

Seine Schulbauten in Dorsten und Lemgo sowie die John F. Kennedy-Schule in Berlin setzten in den 1960er Jahren neue Maßstäbe im Bildungsbau. Mit seinen Rathäusern in Gronau und Minden erprobte Harald Deilmann in den 1970er-Jahren urbane Nutzungskonzepte. Die Frage des Wohnens erforschte er grundlegend und entwarf neuartige Wohnformen.

Die Ausstellung ist nach Bauaufgaben gegliedert – Deilmanns zentrale Projekte, die in szenografisch entwickelten Rahmenbauten präsentiert werden und die wiederum in ihrer Gesamtheit eine lebendige „Deilmann-Stadt“ bilden. Außerdem würdigt ein biographischer Teil die Person Harald Deilmann und veranschaulicht die unterschiedlichen Lebensphasen mit persönlichen Dokumenten und Gegenständen aus dem Nachlass. Thematisiert wird auch die Frage nach dem heutigen Umgang mit seinem Werk. Einzelne Deilmann-Bauten stehen bereits unter Denkmalschutz und wurden saniert; wieder andere harren noch ihrer Wiederentdeckung.

 

Zur Ausstellung ist ein begleitender Katalog im Verlag Kettler in der Reihe „Baukunstarchiv NRW“ erschienen. In einem Begleitprogramm werden verschiedene Führungen durch die Ausstellung sowie in der Innenstadt angeboten.

Die Produktion von Ausstellung und Katalog wurden unterstützt durch: Baukunstarchiv NRW, Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen, Technische Universität Dortmund, LWL-Kulturstiftung und Andreas Deilmann Familienstiftung.

 

Die Ausstellung „Harald Deilmann – Lebendige Architektur“

Laufzeit: 27.4. bis 2.6.2022

Ausstellungsort: LWL- Landeshaus, Lichthof, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster

Öffnungszeiten: Mo bis Do: 14 bis 18 Uhr; Eintritt frei

Ausstellungskonzept: Stefan Rethfeld, Münster; Ursula Kleefisch-Jobst, Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen

Kurator: Stefan Rethfeld, Münster

Projektleitung: Ursula Kleefisch-Jobst, Museum der Baukultur Nordrhein-Westfalen

Ausstellungsinszenierung: Martin Sinken, sinkenarchitekten, Köln

Ausstellungsgrafik: Matthias und Jule Steffen, Kikkerbillen – Büro für Gestaltung, Köln

Produktion und Aufbau der Ausstellungsarchitektur: designbauwerk, Köln

 

Pressemitteilung: Baukultur Nordrhein-Westfalen