6. März 2026

Hamburg bekommt sein „Grünes Ding“: Siegerentwurf für die Hafenkante steht fest

Hamburg (pm) – Die Entscheidung ist gefallen: Das Elbufer zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken wird grün, sportlich und lebendig. Ein breit besetztes Gremium aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft hat den Siegerentwurf für die Neugestaltung der St. Pauli Hafenkante gekürt. Durchsetzen konnte sich das Konzept des Hamburger Büros Rabe Landschaften in Kooperation mit White Arkitekter. Es verwandelt die graue Betonfläche in einen echten Freiraum für alle – basierend auf über 700 Wünschen aus der Nachbarschaft. Der Entwurf überzeugt durch eine klare Vision: Er greift die „Wunschproduktion“ des Park Fiction Komitees auf und schafft den langersehnten Lückenschluss der Landschaftsachse Elbe. 

Das Konzept setzt auf Begrünung und eine bisher nicht dagewesene Nähe zum Wasser. Zahlreiche neue Bäume sollen künftig Schatten spenden und die Aufenthaltsqualität direkt am Wasser steigern. Für Kinder und Jugendliche entstehen vielfältige Angebote: Geplant sind unter anderem Skate-Elemente, ein Basketballplatz sowie offene Flächen für Fußball und Bewegung. Gleichzeitig meistert der Entwurf den schwierigen Spagat der Nutzungswünsche: Der notwendige Hochwasserschutz wird gestalterisch integriert und traditionsreiche Großveranstaltungen wie der Fischmarkt oder der Hafengeburtstag finden auch im neuen „Grünen Ding“ ihren festen Platz.

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Mit diesem Entwurf holen wir die Hafenkante aus dem Dornröschenschlaf. Wo heute noch grauer Beton dominiert, schaffen wir endlich das ‚Grüne Ding‘. St. Pauli bekommt, was es sich gewünscht hat: einen echten Freiraum mit Schatten, Sport und wunderschönen Blicken auf die Elbe. Besonders begeistert mich, dass hier zusammen mit den Menschen aus dem Viertel geplant wurde. Dass die ‚Wunschproduktion‘ der Nachbarschaft jetzt Realität wird, ist ein starkes Signal für eine kooperative, klimafreundliche und moderne Stadtentwicklung. Ich freue mich darauf, wenn hier in wenigen Jahren bereits die ersten Bälle fliegen und wir die Füße Richtung Elbe ausstrecken können.“

Justus Linz, Park Fiction Kommitee: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Rabe Landschaften und White Arkitekter! Sie haben die Ergebnisse unserer Wunschproduktion genau verstanden und die über 800 Wünsche in einen aufregenden Park für Alle übersetzt. Die Wünsche nach Sport, Bewegung, Zusammenkommen und Ökologie werden umgesetzt, während die Rauheit des Uferstreifens erhalten bleibt. Für uns geht es jetzt darum, ein Konzept für einen Teegarten (Cay-Bahcesi) zu erarbeiten, der als gastlicher, unkommerzieller Anlaufpunkt den Ort prägen wird. Es geht darum, einen sozialen Ort ohne Eventisierung oder Konsumzwang zu schaffen. Dafür ist der Entwurf eine tolle Grundlage.“

Sabine Rabe, Büro Rabe Landschaften und Jake Ford, Büro White Arkitekter: „Mit der Wunschproduktion haben wir einen erstaunlichen Schatz von über siebenhundert Ideen erhalten – nützlich, wild und radikal, wie wir sie als Planer:innen nie erfinden würden. Genau diese Qualitäten wollen wir mit dem ‚Grünen Ding‘ an die Hafenkante bringen: Die bewegte Uferlandschaft verbindet die Menschen mit der Elbe, trotzt Sturmfluten und bringt Stadtnatur in den urbanen Raum. Dazwischen entsteht ein buntes Treiben aus alltäglichen und überraschenden Situationen. Wir können es kaum erwarten, diese Wünsche mit dem Ort zu verbinden und einen einzigartigen neuen öffentlichen Raum am Elbufer zu schaffen.“

Vom Entwurf zur Realisierung

Der ausgewählte Plan bildet nun die gestalterische Leitlinie für das weitere Verfahren. In der nun startenden Planungsphase geht es an die finale Ausarbeitung: Insbesondere in Hinblick auf den Hochwasserschutz muss der Entwurf geprüft und angepasst werden, um die Sicherheit der Hamburgerinnen und Hamburger zu jedem Zeitpunkt zu gewährleisten.

Außergewöhnlicher Beteiligungsprozess

Die Neugestaltung ist Teil eines außergewöhnlichen Beteiligungsprozesses. Dem im September 2025 gestarteten Werkstattverfahren ging eine zweijährige intensive Zusammenarbeit voraus: Bereits seit 2023 haben das Park Fiction Komitee, die Bezirke Hamburg-Mitte und Altona sowie die Umweltbehörde (BUKEA) und weitere Behörden gemeinsam mit dem Quartier die Grundlagen erarbeitet. In diesem Verfahren wurden in hunderten Gesprächen und einer Testphase im Sommer 2024 die Bedürfnisse des Stadtteils ermittelt. Auch im Werkstattverfahren selbst war der Dialog zentrales Element: Die Rückmeldungen aus der öffentlichen Abschlusspräsentation im voll besetzten Stadtteilzentrum Kölibri in der vergangenen Woche flossen in die Entscheidungssitzung ein und werden auch die weitere Ausarbeitung begleiten.

Hintergrund

Das Projektgebiet umfasst rund 600 Meter Uferkante und liegt direkt gegenüber dem 2003 eröffneten Antonipark („Park Fiction“). Dessen Komitee hatte im Vorfeld von 2020 bis 2023 in einer umfangreichen „Wunschproduktion“ die Bedürfnisse des Stadtteils ermittelt, die als verbindliche Grundlage für den nun abgeschlossenen Wettbewerb dienten.

Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)