Dinkelsbühl (pm) – Manche Räume wirken sofort angenehm. Gespräche bleiben ruhig, Geräusche drängen sich nicht auf, der Aufenthalt fühlt sich mühelos an. Oft lässt sich kaum benennen, woran das eigentlich liegt. Im Sonnenhof Dinkelsbühl war genau dieses Gefühl das Ziel.
Atmosphäre ist kein Zufall
Deshalb wurde die Raumakustik bereits in der frühen Planungsphase integraler Bestandteil der Innenarchitektur. Gemeinsam mit Baur Akustik entstand ein Konzept, bei dem Gestaltung, Technik und Nutzung von Anfang an aufeinander abgestimmt wurden. Zum Einsatz kamen WOOPIES Akustikpaneele aus Schafschurwolle in unterschiedlichen Formaten und dezenten Naturtönen. Ausgestattet wurden die allgemein genutzten Bereiche des Hauses, darunter Speiseräume, Showküche, Besprechungsraum sowie Spa- und Flurbereiche.
Besonderes Augenmerk lag darauf, Gestaltung und Technik harmonisch miteinander zu verbinden. Die WOOPIES sollten nicht wie eine nachträglich ergänzte Akustiklösung wirken, sondern als selbstverständlicher Teil der Innenarchitektur wahrgenommen werden.
Der Technologieunternehmer Siegfried Müller wollte keinen klassischen Hotelbetrieb schaffen, sondern einen Ort, der Aktivität und Regeneration bewusst miteinander verbindet. Der Sonnenhof richtet sich an Menschen, die Sport, Geselligkeit, Ruhe und hochwertiges Ambiente gleichermaßen suchen. Dass Müller ursprünglich nicht aus der Hotellerie, sondern aus dem Technologie- und Digitalisierungsumfeld kommt, prägt das Konzept entscheidend. Entstanden ist ein Haus, das nicht den üblichen Hotelmustern folgt, sondern einer bis ins Detail durchdachten Idee von Raumwirkung und Aufenthaltsqualität. „Menschen merken sofort, ob sich ein Raum gut anfühlt oder nicht. Dazu gehören Gestaltung, Licht, Materialien, sogar der Geruch – aber ganz besonders die Akustik“, sagt Müller.
So wurde die Lautsprechertechnik direkt in die Akustikelemente integriert. Dafür entstanden sogar eigens entwickelte Prototypen, um Technik und Raumwirkung präzise aufeinander abzustimmen.
Auch die Klimageräte wurden nicht unabhängig ausgewählt, sondern bewusst an Formen, Proportionen und Linienführung der WOOPIES angepasst. „Wir hätten dafür nichts von der Stange verwenden können“, sagt Müller. Für Christoph Launer, der als Bauunternehmer seine Erfahrung in die Umsetzung einbrachte, lag der Schlüssel zum Erfolg in der konsequenten Abstimmung aller Details. „Viele Details fallen Gästen vielleicht gar nicht bewusst auf. Aber sie tragen dazu bei, ob ein Raum stimmig wirkt oder nicht. Deshalb war es uns wichtig, Gestaltung, Technik und Nutzung konsequent aufeinander abzustimmen.“ Gerade diese Konsequenz im Detail prägt heute den Charakter des Hauses.
Wenn Akustik Teil der Innenarchitektur wird
Der Sonnenhof entstand auf Basis eines Bestandsgebäudes aus den 1980er Jahren, das umfassend neu gedacht und umgebaut wurde. Heute verbindet das Gebäude Hotelzimmer, Fitness- und Bewegungsräume, Spa-Bereiche, Gastronomie und gemeinschaftliche Aufenthaltsflächen zu einem offenen und zugleich ruhigen Gesamtkonzept.
Gerade in hybriden Raumstrukturen wird Akustik häufig unterschätzt. Unterschiedliche Nutzungen treffen direkt aufeinander: Bewegung und Rückzug, Kommunikation und Ruhe, Offenheit und Konzentration.
Für Patric Kilgore von Baur Akustik zeigt das Projekt deshalb beispielhaft, warum Raumakustik frühzeitig mitgeplant werden sollte: „Wenn Akustik erst nachträglich berücksichtigt wird, entstehen oft Kompromisse. Im Sonnenhof konnten Gestaltung, Technik und Raumwirkung gemeinsam entwickelt werden. Genau dadurch entstehen Räume, die später stimmig wirken.“
Was Gäste spüren, aber selten benennen können
Die Wirkung zeigt sich heute weniger spektakulär als selbstverständlich: Räume wirken ruhig, Gespräche angenehm, Aufenthaltsbereiche entspannt. Gäste beschreiben den Sonnenhof häufig als hochwertig und harmonisch – ohne genau benennen zu können, woran das liegt.
Vielleicht liegt genau darin die größte Qualität guter Raumakustik: Dass man sie erst bemerkt, wenn sie fehlt.
Quelle: Baur Akustik