22. Juni 2024

Große Resonanz auf denkmalnetzBW: Gründungsveranstaltung im Haus der Architektinnen und Architekten

© Florian Kübler

Stuttgart (pm) – Mehr als 170 Vertreterinnen und Vertreter von 30 Verbänden, Institutionen, Vereinen, Stiftungen, Unternehmen, Denkmaleigentümern und dörflichen Initiativen kamen am 15. März 2024 zur offiziellen Gründung des denkmalnetzBW im Haus der Architektinnen und Architekten zusammen. „Ein großer Tag“, so Barbara Saebel, die Sprecherin für Denkmalschutz und Kulturerbe der Grünen Landtagsfraktion, die den neuen Verbund 2022 mit dem ersten landesweiten Treffen der Denkmalszene als Grün-Schwarze Anhörung im Landtag initiiert und in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer BW auch die Veranstaltung organisiert hatte. Das Landesdenkmalamt ist Kooperationspartner. Das denkmalnetzBW wolle in die Gesellschaft wirken und Bewusstsein schaffen für unser Erbe. „Es ist noch immer Realität in den Gemeinden, dass vieles abgerissen wird. Somit müssen wir Nutzeranforderungen und Bestand besser zusammenbekommen“, so Saebel.

Christian Schneider, Amtschef des Ministeriums Landesentwicklung und Wohnen, zeigte sich „positiv überrascht von der Resonanz auf die Initiative“ und hob die Bedeutung des Miteinanders in diesem oft strittig diskutierten Themenfeld hervor: „Denkmalpflege und Denkmalschutz sind staatliche Aufgaben, aber der Staat kann das nicht allein. Das Zusammenspiel ist so wichtig.“ Prof. Dr. Ulrike Plate vom Landesamt für Denkmalpflege erwartet in dem denkmalnetzBW einen „starken Partner auf Augenhöhe“.

„Das denkmalnetzBW ist unglaublich heterogen. Schon im Netzwerk selbst müssen wir uns auf pragmatische Lösungen verständigen“, so Carmen Mundorff, Geschäftsführerin Architektur und Baukultur der Architektenkammer BW, die die Veranstaltung moderierte. Gerade drei Prozent aller Hochbauten in Deutschland seien Baudenkmäler, doch die bloße Zahl bilde nicht annähernd den Wert der Identitätsstiftung ab, so die Denkmalschutz-Referentin der AKBW, Dr. Diana Wiedemann. „Es ist nicht jedem klar, was er verliert, wenn die Baudenkmale fehlen.“

Die Aufgaben sind deshalb groß: der Erhalt unserer Innenstädte und Ortsbilder, ungenutzte und verwahrloste Denkmale, eine überbordende Bürokratie mit langen Genehmigungsdauern, fehlende Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten in Baden-Württemberg und zuletzt die Diskussion um den Klimabeitrag von Baudenkmalen haben den Wunsch nach einer baden-württembergischen Denkmal-Lobby wachsen lassen. Vorbilder gibt es in Bayern (seit 2012) und Sachsen (seit 2022), das neueste Denkmalnetz in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Januar 2024 gegründet.

Das denkmalnetzBW soll

  • Sprachrohr für die Denkmalszene sein und den Wert von Denkmalerhalt für Kultur, Klima und Gesellschaft herausstellen,
  • den fachlichen Austausch fördern und landesweit Strukturen schaffen,
  • Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten bündeln und neue aufbauen.

Über die (noch im Aufbau befindliche) Plattform www.denkmalnetz-bw.de sollen Informationen ausgetauscht sowie Arbeitskreise und Jahrestreffen online und in Präsenz organisiert werden. Verschiedene Mailverteiler tragen die Erkenntnisse ins Land.

Quelle: Architektenkammer Baden-Württemberg