29. Januar 2020

gif: Büro- und Investmentmärkte Deutschland: stabil bis leicht positiv

gif veröffentlicht Prognosen für die Spitzenmiete, die Spitzenrendite und den Leerstand an den deutschen Top-5-Standorten

Wiesbaden (pm) – Die deutschen Bürovermietungs- und Investmentmärkte zeigen sich unverändert in sehr guter Verfassung. Das Jahr 2019 wird als nächstes Erfolgsjahr in die Geschichte der Immobilienmärkte eingehen. Das gilt weiterhin vor allem für Berlin, wo das höchste Mietwachstum und die niedrigsten Renditen beobachtet werden. Die Aussichten für 2020 sind ebenfalls positiv, aber von geringerer Dynamik geprägt. Da auch die aktuelle Umfrage von gif und CRES weiter steigende Spitzenmieten vorhersagt und einen stabilen Ausblick auf die Leerstandsentwicklung gibt, sind die Aussichten insgesamt nach wie vor positiv.

Spitzenrenditen

Das für 2019 erwartete Ende der Renditekompression ist nicht eingetreten: In geringem Umfang sind auch 2019 die Spitzenrenditen gesunken. Die Grenze von 3 % haben inzwischen vier Märkte unterschritten. Nur in Düsseldorf liegt die Spitzenrendite noch darüber. Für 2020 wird eine Seitwärtsbewegung erwartet.

Die Büro-Anfangsrendite liegt in Düsseldorf nunmehr unter 3,2 %, in allen anderen Top-Standorten unter 3 %. Die niedrigste Anfangsrendite weist Berlin auf, die zum Ende 2019 unter 2,8 % erwartet wird (jeweils Mediane der Angaben der befragten Researcher). In München rechnet man mit 2,8 %, in Hamburg und Frankfurt mit 2,9 %.

Weitere Spielräume für eine Fortsetzung der Renditekompression werden mehrheitlich nicht mehr gesehen; die Prognosen sehen bis Ende 2020 eine Seitwärtsbewegung auf dem gegenwärtigen, historisch niedrigen Niveau.

Leerstände

Die Leerstandsraten in Berlin und München werden leicht steigen, zum ersten Mal seit vielen Jahren.

In Düsseldorf und Frankfurt dürfte Ende 2019 der Anteil leerstehender Büros auf weniger als 7 % entsprechend der bisherigen Prognosen gefallen sein. Unter den Prognostikern ist eine Mehrheit der Meinung, dass der Rückgang der Leerstandsraten in diesen beiden Märkten im Verlauf des Jahres 2020 enden wird. Auch in Hamburg dürfte sich am Leerstand, der allerdings mit weniger als 4 % deutlich niedriger liegt, nur wenig ändern.

In Berlin und München, wo ohnehin extrem wenige Büros leerstehen (ca. 2 %), sind Spielräume für einen Leerstandsrückgang praktisch nicht gegeben. Für München bedeutet das nach den Prognosen eine Stabilisierung im Jahr 2020. In Berlin sollen die Leerstände sogar leicht steigen.

Spitzenmieten

Die Spitzenmieten entwickeln sich in allen fünf Märkten unverändert positiv.

Trotz des schwieriger werdenden konjunkturellen Umfelds werden weiterhin Mietanstiege erwartet. Mit Anstiegen um 11 % (2019) und 5 % (2020) wird Berlin der dynamischste Markt bleiben und die bisherigen Prognosen übertreffen (bisher für 2019 und 2020 zusammen +8 %).

In absoluten Werten ist Frankfurt weiterhin der teuerste Markt: Die bei über 40 €/m² liegenden Spitzenmieten sollen 2019 und 2020 zusammengenommen nochmals um über 6 % steigen.

Für die anderen Märkte werden ebenfalls Anstiege vorhergesagt: 2019 und 2020 zusammen rund 7 % Anstieg in München und Hamburg sowie rund 4 % in Düsseldorf.

Fazit

Die Mehrheit der Researcher, die an der Consensus Büromarkt-Umfrage mit ihren Prognosen beteiligt sind, erwarten bis Ende 2020 weiterhin eine positive Entwicklung auf allen deutschen Büromärkten. Der Markt mit der besten Mietpreisperspektive bleibt unverändert die Bundeshauptstadt Berlin, die die Prognosen für die Spitzenmiete in den vergangenen Jahren mehrfach übertroffen hat.

In Teilbereichen der Märkte deuten die Prognosen auf ein Ende der positiven Entwicklungen hin: Die Spitzenrenditen werden bis Ende 2020 nicht weiter sinken. Bezüglich des Leerstands muss in Berlin sogar, ausgehend von den historisch niedrigen, gegenwärtigen Werten, mit einem leichten Anstieg im Jahr 2020 gerechnet werden. Auch auf den anderen Märkten, auch auf denen mit höheren Leerständen, wird nicht mehr mit einem spürbaren Absinken gerechnet. Es werden vielmehr gleichbleibende Leerstandsraten erwartet.

Pressemitteilung: gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V.