15. Januar 2021

Gesundheitsfolgenabschätzung in der Stadtentwicklung

Erfurt (pm) – Verbundforschungsprojekt GFA_Stadt vom Competence Center Gesundheit der HAW Hamburg und dem ISP – Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt startet in Kooperation mit Hamburg und Gera

Ein neues Verbundforschungsprojekt vom Competence Center Gesundheit (CCG) der HAW Hamburg und dem ISP – Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt untersucht die Möglichkeiten zu einer aktiven Bewegungsförderung durch eine gesundheitsförderliche Stadtplanung. Das Projekt mit dem Titel „Gesundheitsfolgenabschätzung in der Stadtentwicklung“, kurz GFA_Stadt, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA) ist ein Verfahren, mit dem positive wie negative Auswirkungen von kommunalen Vorhaben und Planungen zur Förderung der Gesundheit der Bevölkerung möglichst frühzeitig eingeschätzt werden sollen. Es wird eingesetzt, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden und um einen zusätzlichen Beitrag zur Gesundheitsförderung der Bevölkerung zu leisten. Erfahrungen liegen bereits im internationalen Kontext und in Nordrhein-Westfalen vor, auf die das Forschungsprojekt aufbaut.

Das an der HAW Hamburg und der FH Erfurt angesiedelte Forschungsprojekt „Gesundheitsfolgenabschätzung in der Stadtentwicklung“ untersucht, wie die GFA zukünftig in kommunale Planungen integriert werden kann. „Hauptzielsetzung ist es, ein umfassendes, integriertes und partizipatives Modell zur Gesundheitsfolgenabschätzung für Kommunen in Deutschland zu entwickeln. Ein Online Tool soll die praktische Umsetzung unterstützen“, sagt einer der beiden Projektleiter, Professor Dr. Joachim Westenhöfer vom CCG der HAW Hamburg.

Das Projekt wird durch ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Gesundheitswissenschaftler*innen, Stadtplaner*innen und Informatik*innen am CCG und am ISP – Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation durchgeführt. „Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit ausgewählten Quartieren im Hamburger Bezirk Eimsbüttel sowie der Stadt Gera. Es soll untersucht werden, wie sich eine Gesundheitsfolgenabschätzung am Beispiel der sogenannten „Walkability“ in Städten realisieren lässt“, ergänzt Projektleiterin Professorin Dr. Heidi Sinning vom ISP der Fachhochschule Erfurt.

Walkability bezeichnet die Bewegungsfreundlichkeit von Städten und Quartieren. Eine verbesserte Walkability kann einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit der Bewohner*innen leisten. Sie regt eine aktivere und gesündere Lebensweise an, fördert die soziale Interaktion in der Nachbarschaft; wie sie auch zu einer saubereren Umwelt beiträgt.

Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

Pressemitteilung: Fachhochschule Erfurt