16. Oktober 2019

Gebäude aufstocken, Wohnraum schaffen

Bauingenieure der TU Braunschweig und Partner erarbeiteten einen Leitfaden zum Nachverdichten in der Stadt

Entwicklung eines Leitfadens für Aufstockungs- und Erweiterungsmaßnahmen zur Nachverdichtung innerstädtischer Bereiche. (c) Institut für Baukonstruktion und Holzbau/TU Braunschweig

Braunschweig (pm) – Wohnraum ist knapp in deutschen Städten. Eine Maßnahme, zusätzliche Wohnungen zu schaffen, ist die Aufstockung von Gebäuden im Bestand. Zusammen mit Projektpartnern aus Forschung und Praxis hat das Institut für Baukonstruktion und Holzbau (iBHolz) der Technischen Universität Braunschweig einen Leitfaden erstellt, der den Planenden hilft, Aufstockungsmaßnahmen gezielter zu planen und leichter umzusetzen. Das Forschungsprojekt wurde mit Mitteln der Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung gefördert.

In Deutschland wird für Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern sowie für Metropolregionen in den kommenden Jahren mit einer wachsenden Einwohnerzahl gerechnet. „Durch eine nicht hinreichende Bautätigkeit in den letzten Jahren wird urbaner Wohnraum dringend benötigt. Nachverdichtungsmethoden bieten Kommunen die Möglichkeit, eine bestehende Infrastruktur zu nutzen, während gleichzeitig die Anzahl zur Verfügung stehender Wohnungen erhöht werden kann“, sagt Professor Mike Sieder, Leiter des iBHolz an der TU Braunschweig.

Planungsunsicherheit durch fehlende Unterlagen

Eine Maßnahme zur urbanen Nachverdichtung ist die Aufstockung von Bestandsimmobilien. „Trotz vieler Vorteile schrecken Hauseigentümer und Planende vor der Aufgabe, eine solche bauliche Maßnahme durchzuführen, zurück“, so Sieder. Fehlende statische Unterlagen oder mangelnde Kenntnisse über den Zustand des Gebäudes sorgen grundsätzlich für eine erhöhte Planungsunsicherheit.

Ziel des Forschungsprojekts „Leitlinie zur Vereinfachung der Planung und Durchführung von Aufstockungs-/Erweiterungsmaßnahmen als Nachverdichtungsmaßnahme in innerstädtischen Bereichen“ war es, das Potenzial von Aufstockungsmaßnahmen zu erhöhen, indem der Planungsaufwand verringert wird. Das Team aus Forscherinnen und Forschern der TU Braunschweig, der Ruhr-Universität Bochum und der TU München erarbeitete einen Leitfaden, der wesentliche Parameter wie Gebäudeeigenschaften, Wirtschaftlichkeit sowie technische und rechtliche Rahmenbedingungen für eine umfassende Bewertung einer Aufstockung berücksichtigt.

Risiken besser abschätzen

Der Leitfaden erläutert Risiken und Probleme der einzelnen Planungsschritte. Gleichzeitig gibt er den Planenden Untersuchungsverfahren an die Hand und zeigt Lösungswege auf, wie sich alle erforderlichen Informationen generieren und Risiken besser abschätzen lassen. Zugleich dient er als Orientierungs- und Entscheidungshilfe für Planende, die zum ersten Mal mit einer Aufstockungsmaßnahme konfrontiert sind.

Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Relevanz des klimaneutralen, ressourcenschonenden Bauens sind vom iBHolz in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Ressourceneffizientes Bauen der Ruhr-Universität Bochum weitere Projekte in Vorbereitung.

Weitere Informationen

Der Leitfaden für Aufstockungs- und Erweiterungsmaßnahmen zur Nachverdichtung innerstädtischer Bereiche wird demnächst auf der Website des Innovationsprogramms Zukunft Bau als PDF erhältlich sein: https://www.zukunftbau.de/forschungsfoerderung/projekte/1008187-1721.
Ebenso wird das Dokument künftig auf der Website des Instituts für Baukonstruktion und Holzbau zur Verfügung gestellt: https://www.tu-braunschweig.de/ibholz/forschung/forschungalt.

Pressemitteilung: TU Braunschweig