24. September 2020

Für fairen Wettbewerb und Technologieoffenheit in der Bauwirtschaft

30 Organisationen und Verbände der deutschen Bauwirtschaft legen gemeinsames Positionspapier vor

Stuttgart (pm) – Seit Juli 2020 wird auf der Ebene von Bund und Ländern eine politische Diskussion über die Einführung von Holzbauquoten angeregt. Angesichts dieser Tatsache haben 30 Organisationen und Verbände der Bauwirtschaft gemeinsam ein Positionspapier entwickelt. Die Unterzeichner wenden sich entschieden gegen die Einführung einer Holzbauquote. Sie fordern fairen Wettbewerb und Technologieoffenheit in der Bauwirtschaft.

Laut Thomas Möller, Vorstandsvorsitzender von solid UNIT, könnte sich eine Holzbauquote in Sachen Klimaschutz sogar kontraproduktiv auswirken. „Massive Bauten können in der Summe aller ökologischen und ökonomischen Eigenschaften bestens mit Holzbauten konkurrieren. In puncto sommerlicher Wärmeschutz, Lärm- und Brandschutz, für das klimaangepasste Bauen sowie bezüglich minimaler Transportwege sind Massivbauten gleichwertig gegenüber anderen Bauweisen oder sogar besser. Das gilt insbesondere, wenn man die Nachhaltigkeit der Gebäude über einen realen Lebenszyklus von mehr als 50 Jahren sowie inklusive Rückbau, Recycling, Wiederverwendung und Berücksichtigung ihrer finalen Entsorgung abbildet.”

Die politischen Forderungen des Aktionsbündnisses an Bund, Länder und Kommunen lauten:

1. Grundlage von allen anstehenden politischen Entscheidungen zur Vorgabe zukünftiger Anforderungen an Gebäude muss die faire Bewertung aller Baustoffe und Bauweisen unter umfassender Betrachtung der realen Lebensdauer sowie des vollständigen Lebenszyklusses von Gebäuden inklusive Rückbau, Recycling und Wiederverwendung von Baustoffen, Bauprodukten und ganzen Bauteilen sein.

2. Der Grundsatz einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb ist bei allen politischen und parlamentarischen Entscheidungen zur Vorgabe zukünftiger Anforderungen an Gebäude zu berücksichtigen. Das schließt die Einführung und Umsetzung von Quotenregelungen zugunsten einzelner Baustoffe und Bauweisen aus.

3. Technologieoffenheit muss ein Grundsatz für alle zukünftigen gesetzlichen Regelungen von Anforderungen an Bauwerke und Gebäude sein. Das umfasst eine gleichberechtigte und angemessene Förderung aller Bauprodukte und Bauweisen zur Erreichung der politischen Zielsetzungen bezüglich Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft.

solid UNIT setzt sich aus folgenden Verbänden und Organisationen zusammen: Bauwirtschaft Baden-Württemberg e.V., Bundesverband Leichtbeton e.V., Deutsche Gesellschaft für  Mauerwerks-und Wohnungsbau e.V., Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg, Fachverband Ziegelindustrie Südwest e.V., Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V., Informationszentrum Beton GmbH, Verein Süddeutscher Kalksandsteinwerke e.V., Bildungsakademie der Bauwirtschaft Baden-Württemberg gGmbH. Weitere Informationen zu solid UNIT gibt es unter www.solid-unit.de.

Pressemitteilung: solid UNIT