Hamburg (pm) – Die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) hat erstmals den Hamburger Sanierungspreis für Nichtwohngebäude verliehen. Prämiert werden ein Handwerksunternehmen, ein Software-Anbieter für Gebäudeautomationslösungen sowie zahlreiche Architekt:innen. Gewinner der Kategorie „Einzelmaßnahmen“ ist die „Villa Bondenwald“ (Andreas Heller Architects & Designers), in der Kategorie „Gesamtmaßnahmen“ wurde das Büro mit angeschlossener Gewerbehalle in der Sportallee 77 (SHK-Fachunternehmen Holger Voigt) ausgezeichnet.
Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Die Sanierung unseres Gebäudebestands ist ein großer Hebel für die Wärmewende. Wer saniert statt neu zu bauen, schützt das Klima doppelt: durch mehr Effizienz und den Erhalt wertvoller Ressourcen. Mit dem neuen Hamburger Sanierungspreis zeichnen wir genau jene Vorreiter aus, die hier Verantwortung übernehmen und Nichtwohngebäude fit für die Zukunft machen. Die ausgezeichneten Projekte begeistern – denn wir wissen alle: Bauen im Bestand ist oft die Königsdisziplin und erfordert neben Fachwissen viel Hartnäckigkeit und Kreativität. Meinen herzlichen Glückwunsch an alle Preisträgerinnen und Preisträger – Sie hauchen alten Mauern neues Leben ein und setzen so ein wichtiges Zeichen für ein klimafreundliches Hamburg.“
Der neue Hamburger Sanierungspreis für Nichtwohngebäude würdigt das große Engagement der Baubeteiligten. Gleichzeitig setzt er Anreize für weitere Projekte, indem die Lösungen der Vorzeigeprojekte und die Erfahrungen der Projektbeteiligten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. In Bestandsgebäuden werden CO2-Emissionen durch Maßnahmen zur energetischen Sanierung sowie dezentrale und fossilfreie Energiekonzepte gesenkt. So können zudem Betriebskosten gesenkt und der Komfort für Gebäudenutzer gesteigert werden. Sanierungsmaßnahmen ermöglichen die Weiternutzung bestehender Gebäude und reduzieren damit den Materialverbrauch durch Neubauten.
Die Auszeichnung prämiert in den Wettbewerbskategorien „Einzelmaßnahmen“ Projekte, mit besonders wirksamen Sanierungsschritten und bei „Gesamtmaßnahmen“ ganzheitliche Sanierungen mit mindestens 65 Prozent CO2– oder Primärenergieeinsparungen.
Die Preisträger:innen für Gesamtmaßnahmen:
- Preis (5.000 Euro): Gewerbehalle Sportallee 77 (Fa. Holger Voigt)
- 3. Preis: Feuerwache 31 Harburg (d3 architektur energie analyse GmbH)
- 3. Preis: Klassenhäuser Foorthkamp 36 (Sieckmann Walther Architekten PartG mbB)
Die Preisträger:innen für Einzelmaßnahmen:
- Preis (5.000 Euro): Villa Bondenwald (Andreas Heller Architects & Designers)
- 2. Preis (3.000 Euro): Jung von Matt SPORTS (Anja Richter Architects)
- 3. Preis (1.000 Euro): CCH – Congress Centrum Hamburg (meteoviva GmbH)
Bei den Gesamtmaßnahmen überzeugte der Komplex Sportallee 77 (Büro und Gewerbehalle) durch seinen systemischen Ansatz. Die Kombination aus PV-Nutzung, Erdwärmepumpe mit passiver Kühlung sowie Dämmung ist technisch exzellent gelöst und inspiriert als Beitrag für den Klimaschutz. Besonders beachtlich ist die hohe Eigenleistung des ansässigen SHK-Fachunternehmens bei der Sanierung der größtenteils selbstgenutzten Flächen.
Den 1. Preis für Einzelmaßnahmen erhält die ‚Villa Bondenwald‘ für eine technische Meisterleistung im Denkmalschutz. Das Gebäude wurde so saniert, dass die Heizung mit geringen Vorlauftemperaturen arbeitet. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, die Villa effizient und vollständig über eine Wärmepumpe zu versorgen und das baukulturelle Erbe fit für eine fossile-freie Zukunft zu machen.
Der Preis ist Bestandteil der Strategie zur Sanierung des privaten Nichtwohngebäudebestands in Hamburg. Diese wird gemeinsam von der BUKEA und der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) im Rahmen des Hamburger Klimaplans erarbeitet und basiert auf einer breiten Stakeholder-Beteiligung.
Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg