Nürnberg (pm) – Wer heute mit einem Budget von 350.000 Euro eine Wohnung kaufen will, bekommt in den meisten deutschen Großstädten wieder deutlich mehr Quadratmeter als auf dem Preishöhepunkt vor vier Jahren. Wie eine aktuelle immowelt Analyse zeigt, gibt es dank der deutlichen Preisrückgänge seit dem Allzeithoch im Juni 2022 heute für die gleiche Summe bis zu 24 Quadratmeter mehr Wohnfläche. Für Kaufinteressenten, die eine Finanzierung benötigen, ist das gestiegene Zinsniveau zwar herausfordernd. Auf der anderen Seite profitieren Käufer jedoch nicht nur von niedrigeren Immobilienpreisen, sondern auch von den in den vergangenen Jahren gestiegenen Reallöhnen (Quelle: Statistisches Bundesamt1).
Für die Analyse wurde die jeweils leistbare Wohnfläche beim Kauf einer Bestandswohnung im Juni 2022 und Juni 2026 mit einem festen Budget von 350.000 Euro verglichen. Kaufnebenkosten wurden in der Berechnung berücksichtigt.
„Immobilienkäufer stehen derzeit wegen der gestiegenen Bauzinsen unter erheblichem Druck. Unsere Analyse zeigt jedoch eine positive Entwicklung an anderer Front“, sagt immowelt CEO Theo Mseka. „Wer heute 350.000 Euro investiert, erhält in vielen Großstädten dank gesunkener Immobilienpreise deutlich mehr Wohnung für das gleiche Geld als noch vor vier Jahren.“
Metropolen: Käufer bekommen bis zu 6 Quadratmeter mehr
Der Grund für diese Entwicklung liegt im Wandel des Immobilienmarktes seit dem Preishoch im Juni 2022. Mit dem starken Anstieg der Bauzinsen ging die Nachfrage zurück, wodurch die Kaufpreise in vielen Städten spürbar nachgaben. Dadurch bekommen Käufer heute in zahlreichen Regionen mehr Wohnfläche für das gleiche Budget als noch vor vier Jahren.
So kann man sich in München mit einem Budget von 350.000 Euro heute durchschnittlich 40 Quadratmeter leisten – das sind 6 Quadratmeter mehr als 2022. In Hamburg hat sich die leistbare Wohnfläche um 3 Quadratmeter erhöht (auf 52 Quadratmeter), in Frankfurt um 5 Quadratmeter (auf 56 Quadratmeter). Geringer fällt das Plus dagegen in Berlin aus, wo sich die Kaufpreise wegen der hohen Nachfrage und des knappen Angebots schneller stabilisiert haben als in vielen anderen Großstädten. Für 350.000 Euro bekommen Käufer dort derzeit im Schnitt eine Bestandswohnung mit 64 Quadratmetern und damit einen Quadratmeter mehr als vor 4 Jahren.
Ein Zimmer mehr für gleiches Budget in Stuttgart
Deutlicher fallen die Zuwächse bei der leistbaren Wohnfläche in anderen Großstädten aus: In Stuttgart gibt es für 350.000 Euro heute 15 Quadratmeter mehr als 2022, genauso wie in Bremen. An der Spitze steht Chemnitz: Für 350.000 Euro gibt es hier rein rechnerisch 218 Quadratmeter – ein Zuwachs von 24 Quadratmetern gegenüber 2022. Ähnlich verläuft die Entwicklung in Salzgitter, wo die leistbare Fläche um 20 Quadratmeter auf 195 Quadratmeter angestiegen ist. Solch große Wohnungen sind in der Realität allerdings selten. Die Zahlen verdeutlichen lediglich das theoretische Potenzial des Budgets auf Basis der lokalen Durchschnittspreise.
Gegenbewegung im Ruhrgebiet: Wo die leistbare Fläche sinkt
Ein komplett anderes Bild zeigt sich in Städten, in denen die Immobilienpreise das Niveau von 2022 bereits wieder übertroffen haben. In 18 der 80 Großstädte gibt es heute für das gleiche Geld weniger Wohnfläche als vor 4 Jahren. Die größten Einbußen verzeichnet Gelsenkirchen: Das feste Budget von 350.000 Euro ermöglicht aktuell 22 Quadratmeter weniger Wohnfläche als vor vier Jahren. Auch in Recklinghausen (-16 Quadratmeter) müssen Käufer deutliche Abstriche machen. Im Ruhrgebiet fiel die Preiskorrektur nach dem Hoch von 2022 deutlich geringer aus als in vielen teuren Großstädten. Das weiterhin vergleichsweise niedrige Preisniveau hält Wohnungen dort trotz höherer Zinsen für viele Käufer erschwinglich und stabilisiert die Nachfrage.
Quelle: AVIV Germany GmbH