London (abki) – Das Zayed National Museum hat seine Türen für die Öffentlichkeit geöffnet. Im Herzen des Saadiyat Cultural District in Abu Dhabi gelegen, zeichnet das neue Nationalmuseum der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Geschichte der Emirate nach – von den frühesten Zeugnissen menschlicher Besiedlung bis zu jenen Zivilisationen, die Kultur und Identität des Landes geprägt haben. Die Ausstellung ist in den Werten des Gründervaters der VAE, des verstorbenen Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan, verwurzelt. Die architektonische Form des Gebäudes reagiert sowohl auf die Herausforderung des Lebens in einer Wüstenumgebung als auch auf die starken kulturellen Traditionen der Vereinigten Arabischen Emirate.
Norman Foster, Gründer und Executive Chairman von Foster + Partners, sagt: „Das Zayed National Museum erzählt die Geschichte von Scheich Zayeds Gründung der Emirate und die vielen Facetten seines Vermächtnisses, darunter auch seine Vision einer Begrünung der Wüste. Das Gebäude selbst ist Ausdruck von Nachhaltigkeit: Fünf aerodynamische Flügel sind integraler Bestandteil des Umweltkonzepts, wirken als thermische Kamine und leiten kühle Luft durch die öffentlichen Bereiche. Gleichzeitig symbolisieren sie Scheich Zayeds Liebe zur traditionellen Falknerei und sind zu markanten Orientierungspunkten in der Stadtsilhouette geworden.“




Seine Exzellenz Mohamed Khalifa Al Mubarak, Vorsitzender des Department of Culture and Tourism – Abu Dhabi, erklärt: „Das Zayed National Museum gibt der Geschichte unserer Nation ein dauerhaftes Zuhause. Es bewahrt und vermittelt unsere Vergangenheit und verbindet Generationen. Hier entdecken unsere Kinder und Enkel die Werte, auf denen dieses Land aufgebaut wurde: Einheit, Bescheidenheit, Offenheit und Respekt vor dem kulturellen Erbe. Diese Prinzipien leiten uns bis heute. Besucherinnen und Besucher aus aller Welt gewinnen beim Gang durch die Galerien ein tieferes Verständnis der Vereinigten Arabischen Emirate – ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“
Gerard Evenden, Head of Studio bei Foster + Partners, ergänzt: „Dieses Projekt hat es uns ermöglicht, viele der Fragen zu Architektur und nachhaltigem Design, die seit Jahrzehnten zentral für unsere Arbeit sind, in großem Maßstab umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit visionären Projektpartnern, deren fundierte Kenntnisse der Region unsere Arbeit geprägt haben, war eine große Bereicherung.“




Die fünf leichten Stahlflügel des Museums sind Teil eines natürlichen Belüftungssystems. Öffnungen an den Spitzen der Türme nutzen den Unterdruck auf der Leeseite der Profile, um warme Luft aus dem Atrium abzuführen, unterstützt durch den thermischen Effekt der Wärmestauung an den Flügelspitzen. Zuvor natürlich gekühlte Luft, die durch tief im Wüstenboden verlegte Leitungen strömt, gelangt anschließend über ein bodennahes Lüftungssystem in das Atrium. Die verglasten Flügel lenken Tageslicht in die darunterliegenden Galerien und sind jeweils individuell steuerbar.
Die Museumsräume sind in einen künstlich modellierten Hügel eingebettet, dessen strukturierte, facettierte Paneele eine abstrahierte Darstellung der Topografie der Vereinigten Arabischen Emirate bilden. Der Hügel isoliert die Innenräume vor solaren Wärmeeinträgen und fungiert als schützende Hülle. Besucherinnen und Besucher betreten das Museum über das lichtdurchflutete Atrium Al Liwan, das als zentraler Begegnungs- und Orientierungsraum dient und Raum für Aufführungen wie traditionellen Tanz und Poesie bietet.
Von den sechs Dauergalerien sind vier podförmige Ausstellungseinheiten über dem Al Liwan aufgehängt und bieten kontrollierte klimatische Bedingungen zum Schutz empfindlicher Exponate. Die dreifach laminierten Verglasungen der Türme regulieren den Tageslichteinfall in Lobby und Galerien. In die Verglasung ist eine dichte Gewebe-Zwischenschicht integriert; zudem verfügt jedes Pod über ein Oberlicht aus elektrochromem Glas, dessen Transparenz sich automatisch an die äußeren Lichtverhältnisse anpasst.
Jede der podförmigen Galerien ist einem spezifischen Thema gewidmet, während verbindende Knotenräume kontextuelle Informationen liefern und die Inhalte miteinander verknüpfen. Besucherinnen und Besucher können ihren Rundgang individuell gestalten und die obere Ebene über eine skulpturale Wendeltreppe oder Aufzüge erreichen. Auf Erdgeschossebene befinden sich zudem zwei weitere Dauergalerien nahe den Eingängen, ein temporärer Ausstellungsraum, ein Fine-Dining-Restaurant sowie ein Café.




Außerhalb des Museums setzt der Al Masar Garden Scheich Zayeds Verbundenheit mit der Natur fort und verbindet das Gebäude mit der Küste. Der Garten integriert Landschaft und kulturelles Erbe und ist als neuer öffentlicher Raum für Begegnung, Spiel und Kontemplation konzipiert. Ein schattierter Weg führt vom Erdgeschoss zu einer Aussichtsplattform auf der Spitze des Hügels, am Fuß der Stahltürme, und eröffnet Panoramablicke auf die Umgebung.
Die verwendeten Materialien wurden sorgfältig ausgewählt, um mit der lokalen Umgebung zu korrespondieren und historische Bauweisen in allen sieben Emiraten zu reflektieren, deren Farbigkeit den wechselnden Sandtönen unterschiedlicher Regionen folgt. In dieser Tradition greifen sowohl die Außenfassade als auch die Innenräume des Museums den charakteristischen warmweißen Sandton der Insel Saadiyat auf.
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Department of Culture and Tourism – Abu Dhabi realisiert.
Quelle: Foster + Partners · KI-gestützte Textaufbereitung · Redaktion: Architekturblatt