Berlin (pm) – 2028 entsteht mit dem Forum Deutsche Sprache in Mannheim ein einzigartiges Gebäude. Es vereint Museum und Science Center unter einem Dach. Wissenschaft und Gesellschaft treten hier in Dialog. Das Gebäude dient dem Leibniz-Institut für Deutsche Sprache als Ausstellungsraum und interaktive Forschungsfläche. So entsteht ein öffentlicher Ort der Begegnung. Hier werden Sprache, ihre Allgegenwart und ihre Vielfalt durch interaktive Präsentationen, Diskussionen und Forschung erlebbar.

Städtebau und offenes Forum
In der Neckarstadt im Norden Mannheims entsteht das Forum Deutsche Sprache am Alten Meßplatz. Der Neubau orientiert sich an den städtebaulichen Kanten des Platzes. Zugleich erweitert er den Platz in Richtung Neckar. Dort wird das Flussufer zeitgleich neugestaltet. Über dem fast vollständig verglasten Erdgeschoss kragen drei Obergeschosse über den Platz aus. Dadurch lädt das Gebäude Besucher*innen schon von außen ein.
So entsteht ein offenes Forum zwischen Innen und Außen, Foyer und Platz. Dieser fließende Raum wird zum Begegnungsort für Besucher*innen, Mitarbeitende und Menschen aus der Nachbarschaft. Mit Blick auf den Neckar bietet ein verglaster Raum Platz für Sonderausstellungen, Lesungen und Science Slams. Zum Alten Meßplatz hin ist außerdem ein frei zugänglicher Picknickbereich eingerichtet.
Ausstellung und Forschung im Forum Deutsche Sprache
Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt nach einer Aufzugsfahrt im dritten Obergeschoss. Von dort führt er hinab bis ins Erdgeschoss. In einer digitalen Präsentation, gestaltet von Atelier Brückner, erleben Besucher*innen verschiedene Sprachwelten. Dabei entdecken sie die Vielfalt und die kontinuierliche Entwicklung der deutschen Sprache. Zugleich geht es um den Kontakt mit anderen Sprachen, um Sprachtechnologie und um gesellschaftliche Debatten.
Besucher:innen können in Form von gesprochenen oder geschriebenen „Sprachspenden“ mit den Exponaten interagieren. Damit beteiligen sie sich direkt an der Sprachforschung. Die Büros der Sprachforscherinnen sind in die beiden unteren Ausstellungsebenen integriert. Eine Dachterrasse im Obergeschoss bietet zudem einen Panorama-Ausblick über den Neckar und die Stadtsilhouette. Sie steht Mitarbeitenden und Museumsgästen offen.

Materialität und Fassade
Die robuste Betonkonstruktion bleibt in allen Geschossen sichtbar. Dadurch prägt sie den Charakter des Gebäudes. Unterzüge und Stützen gliedern die Geschosse in kleinere Zonen. Dort sind die einzelnen Sprachwelten der Ausstellung angeordnet. Als Reverenz an die Vielschichtigkeit von Sprache umhüllt eine mehrschichtige Fassade den Neubau.
Der innenliegende Betonskelettbau wird von einer alternierenden Fassade aus geschlossenen Holzrahmenbauelementen und einer Pfosten-Riegel-Fassade umschlossen. Davor liegen hölzerne, verstellbare Sonnenschutzlamellen. Zusätzlich schützt eine Ebene aus eingespannten ETFE-Folien diese Holzschicht. So erhält das Gebäude seinen markanten Charakter.
Neuer Kulturstandort für die Neckarstadt
Mit dem von der Klaus Tschira Stiftung gestifteten Forum Deutsche Sprache erhält die Neckarstadt einen neuen Kulturstandort. Er schafft generationsübergreifend Raum für Begegnung, Integration und Austausch. Wie die Sprache selbst ermöglicht das Gebäude Verbindung und Kommunikation.

Quelle: HENN