14. Juli 2026

Forschungsprojekt zu „Dritte Orte zur Stärkung der Nachhaltigkeit und Demokratie in der Stadtentwicklung“ gestartet

Erfurt (pm) – Zur Entwicklung einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz für die Nachhaltigkeitstransformation, sind demokratische Teilhabe, Beteiligung und Kollaboration essenziell. Verschiedene Bevölkerungsgruppen fühlen sich jedoch sozial und politisch nur wenig repräsentiert und beteiligt. Ihr Vertrauen in die Demokratie ist oft gering, was sie zudem häufig anfällig für populistische Narrative macht. Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken, ist es relevant, Orte zu stärken und auszubauen, an denen sich verschiedene Bevölkerungsgruppen stärker eingebunden fühlen und mit unterschiedlichen Meinungen in Kontakt kommen können (sogenannte „Dritte Orte“).

Das Forschungsprojekt „Dritte Orte zur Stärkung der Nachhaltigkeit und Demokratie in der Stadtentwicklung“ – gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) – geht von April 2026 bis März 2029 dazu folgender Frage nach: Wie können Dritte Orte wirkungsvoll zur Förderung von Nachhaltigkeit und demokratischer Teilhabe in der Gesellschaft (weiter-)entwickelt werden. Am Beispiel von Bibliotheken und Stadtteilzentren als „Dritte Orte“ erforscht das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP) der FH Erfurt gemeinsam mit der Professur für Sozialwissenschaft der Nachhaltigkeit der FH Erfurt die Potentiale und Hemmnisse dieser Orte in Bezug auf ihre Förderung von Nachhaltigkeit und Demokratie. In enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern und assoziierten Partnern sowie lokalen Akteuren aus den Fallstädten Erfurt, Eisenach und Schmalkalden identifiziert das Forschungsprojektteam wirksame Austausch- und Beteiligungsformate mit Unterstützung von Ko-Kreation. Durch die Betrachtung der Rolle virtueller Räume (Metaverse) sowie der erweiterten Raumperspektive (neben Gebäuden, öffentliche Freiräume und Quartier der Dritten Orte) werden weitere raumbezogene Gestaltungsmöglichkeiten zur verbesserten Zielgruppenerreichung und -beteiligung erschlossen.

Im Ergebnis wird in Kooperation mit den Praxispartnern eine anwendungsorientierte Toolbox entwickelt, die zentrale Projekterkenntnisse sowie Instrumente zur Umsetzung in der Praxis enthält.

Quelle: Fachhochschule Erfurt