7. Dezember 2021

Flexibel nutzbarer Hörsaal „Green Campus“ zur Nutzung übergeben

Der „Green Campus“ am Standort Leipziger Straße wurde heute zur Nutzung übergeben. (c) Ulf Ströde,, Fachhochschule Erfurt

Erfurt (pm) – An der Fachhochschule Erfurt wurde der flexibel nutzbare Hörsaal „Green Campus“ zur Nutzung an die Hochschule übergeben. Der Entwurf für das komplett aus Holz umgesetzte Gebäude war durch Studierende der Hochschule entstanden. Seit März 2020 war der „Green Campus“ durch das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr praxisnah und durch Verwendung hochschuleigener Haushausmittel realisiert worden.

Am Campus Leipziger Straße der Fachhochschule Erfurt wurde der flexibel nutzbare Hörsaal „Green Campus“ zur Nutzung an die Hochschule übergeben. Unter der Leitung des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr war dieser seit März 2020 aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz durch Verwendung hochschuleigener Haushausmittel realisiert worden.

„Ich freue mich, dass mit der heutigen Übergabe des Gebäudes ein innovatives, fachübergreifendes und durch Studierende entwickeltes Projekt seine Umsetzung findet. Es ist ein Beispiel für verantwortungsvolles Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz und setzt Ressourcenschonung aktiv um“, äußert sich Professor Dr.-Ing. Volker Zerbe, Rektor der Fachhochschule Erfurt, zur Übergabe. „Außerdem wird durch das Gebäude die akute Raumnot am Standort unserer Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst entspannt.“

Thüringens Bauminister Benjamin-Immanuel Hoff hebt hierzu hervor: „Der innovative Bau entstand in unbürokratischer und sehr kooperativer Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Dabei setzten die Bauexperten im zuständigen Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr ein studentisches Konzept praxisnah um. Gerade auch in meiner Funktion als Forstminister freue ich mich über den innovativen Holzbau auf dem Campus der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst in der Leipziger Straße. Dieser ist beispielgebend, maximal nachhaltig und modern sowie absolut gebrauchstauglich“, würdigte er das Engagement der Fachhochschule Erfurt bei der Erprobung alternativer Baustoffe.

Der Entwurf für das Projekt „Green Campus“ entstand im Wintersemester 2016/2017 durch Studierende der Fachrichtungen Architektur sowie Gebäude- und Energietechnik, die von Studierenden des Bauingenieurwesens und der Stadt- und Raumplanung beraten wurden. Sie hatten ursprünglich die Frage untersucht, wie temporärer Raumbedarf mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz sowie eine umweltfreundliche Heiz- und Belüftungstechnik befriedigt werden kann, ohne ein dauerhaftes Bauwerk zu errichten. Betreut wurden sie dabei von Professor Philipp Krebs (Fachrichtung Architektur) in Kooperation mit Professorin Dr. Antje Simon (Fachrichtung Bauingenieurwesen) und Professor Dr.-Ing. Michael Kappert (Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik).

Der Entwurf war als einer von drei Preisträger-Arbeiten mit dem Hochschulpreis „Holzbau 2017“ ausgezeichnet worden. Die Fachhochschule Erfurt hat sich daraufhin mit der Bitte an das Land gewandt, die Ergebnisse des Projektes „Green Campus“ baulich umzusetzen, um daraus praktische Erfahrungen für einen späteren Forschungstransfer in die Wirtschaft und eine mögliche Patentierung des Konzeptes sammeln zu können.

Das Projekt entwickelte das Büro Funken Architekten aus Erfurt weiter. Am 3. März 2020 hatten die Bauarbeiten zur Realisierung des Projektes dann am Standort Leipziger Straße begonnen. Die Gesamtkosten von 1,2 Mio. Euro erbrachte die Hochschule gänzlich aus Mitteln des eigenen Wirtschaftsplanes. Es entstand ein innovativer Hörsaal in Holzbauweise mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, die die Luftheizung autark mit Energie versorgt. Eine barrierefreie Zugänglichkeit sowie hohe Ansprüche an die Raumakustik ermöglichen eine zeitgemäße Lehre. Das Gebäude wurde elementiert geplant und ausgeführt, sodass es auch an einen anderen Standort versetzt werden kann.

Das Projekt ist ein gutes Praxisbeispiel der 2020 vom Infrastrukturministerium geschaffenen Initiative „HolzBauKultur“ im Rahmen der IBA Thüringen. Als ein waldreiches Bundesland gibt es viel vom klimafreundlichen Rohstoff Holz. Bei den weiteren Verarbeitungsstufen besteht jedoch noch viel Potenzial. Zahlreiche Akteure streben deshalb eine stabile Wertschöpfungskette Wald-Holz-Bau für Thüringen an. Das reicht vom staatlichen Waldeigentümer ThüringenForst über den Landesbeirat Wald und Holz Thüringen e.V. bis in die Wirtschaft und Wissenschaft sowie zu engagierten Bauherrenschaften und Architektinnen und Architekten. Die IBA Thüringen bietet bis 2023 ein Gelegenheitsfenster für den innovativen Holzbau, der zu einem international beachteten Markenzeichen des Freistaates werden könnte.

 

Pressemitteilung: Fachhochschule Erfurt