2. Dezember 2021

FIABCI Prix d´Excellence Germany 2020: Die Finalisten stehen fest!

Berlin (pm) – Die diesjährigen Finalisten des FIABCI Prix d´Excellence Germany, der als renommierter Preis für herausragende Projektentwicklungen von FIABCI Deutschland und dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. ausgelobt wird, stehen fest. Unter den mehr als 40 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet hat die 13-köpfige Jury die Gewinner in den Kategorien Gewerbe und Wohnen gewählt (in alphabetischer Reihenfolge):

Wohnen:

  • Bouchégärten, Berlin
Bouchégärten © Archigon und Baubetreuung GmbH

Projektadresse: Harzer Str., Bouchéstraße, 12435 Berlin
Architekt: HKA Hastrich Keuthage Architekten
Projektentwickler: Archigon Projektentwicklung und Baubetreuung GmbH
Projektkontakt: http://www.bouchgaerten.de

Im Berliner Bezirk Alt-Treptow, einem direkt zwischen dem Landwehrkanal und dem Treptower Park gut versteckten Juwel des Bezirkes Treptow-Köpenick, zwischen charmanten Altbauten und viel Grün entstanden mit den Bouchégärten über 200 Eigentumswohnungen in ruhiger Lage zwischen den pulsierenden Stadtteilen Kreuzberg, Neukölln und Treptow. Das auf einem ‚Mauergrundstück‘ entstandene Karree mit fünf Hofgärten zeichnet sich durch die klare Formensprache der Fassaden mit Glas- und Sichtbetonelementen und die aufwändige Gartengestaltung aus. Nach außen ragende Dreieckselemente und alternierende Balkone lassen eine expressive, aber dennoch leichte und lebendige Fassade entstehen. Der Blickschutz für die Balkone ist zugleich ein konsequentes Stilmerkmal, so dient das Gestaltungselement gleichzeitig auch dem Schutz der Privatsphäre. Die Anlage besteht aus 7-geschossigen Neubauten mit insgesamt 11 Treppenhäusern, die in 2 Bauabschnitten errichtet wurden. Insgesamt sind 276 Wohnungen, 2 Gewerbeeinheiten und eine Tiefgarage mit über 100 PKW-Stellplätzen entstanden. Eine Besonderheit der teils zum Straßenraum geöffneten Hofgärten ist ein Bodenrelief mit einer Stelenreihe, die den historischen Verlauf der Berliner Mauer (Hinterlandmauer) markiert.

Auch im Innenbereich werden Zeichen gesetzt: Die Eigentümer haben großen Gestaltungsfreiraum bei der Innenraumplanung und können sich dank bodentiefer Fenster über tageslichthelle Räume freuen. Somit verbinden sich individuelle Gestaltungsfreiräume und  Lebensqualität zu einer modernen Urbanität in einem der gefragtesten Bezirke Berlins.

 

  • Geisberg, Berlin
© Linus Lintner_CORPO Projektentwicklung GmbH

Projektadresse: Geisbergstraße 6 – 9 / Welserstraße 14, 10777 Berlin
Architekt: O&O Baukunst
Projektentwickler: COPRO Projektentwicklung GmbH
Projektkontakt: https://geisberg-berlin.de

Aus dem 95 Jahre alten, denkmalschützen Post- und Telegrafenamt wurde ein zeitloses Community-Wohnprojekt: das GEISBERG Berlin. Das 1925 errichtete Postgebäude wurde behutsam restauriert, modernisiert, durch ergänzende Flügelgebäude und Aufbauten erweitert und in ein Wohnquartier umgenutzt. In der Verbindung von neuen und alten, denkmalschützten Gebäudeteilen ist nach sieben Jahren Projektlaufzeit ein Ensemble von stadträumlicher Qualität entstanden. Es wurde ein Ort geschaffen, an dem architektonische Wertigkeit und nachhaltiges Bauen mit einer neuen Kultur des gemeinschaftlichen Wohnens vereint wird.

Die Community als zentrales Projektkonzept schafft eine neue Wohnkultur in Form einer lebendigen und inspirierenden Hausgemeinschaft – gelebt und erlebbar in unterschiedlichen Räumen für Austausch und Begegnung. So ist die ehemalige Schalterhalle der Community Room mit angeschlossener Community-Küche, in der die Bewohner sich austauschen können. Auch die Hofgärten als grüne City-Oasen, Privatgärten und der Fitnessraum schaffen nachhaltige Lebensräume. Neben dem Community-Ansatz spielt der Respekt vor den architektonischen und historischen Qualitäten des Baudenkmals bei gleichzeitig energieeffizienter Bauweise eine zentrale Rolle.

Die ursprüngliche Eleganz des Gebäudes wird klar und einfach weitergetragen. Verschiedene Ergänzungen wie die Hofbebauung zur Schule, das Kopfgebäude zur Geisbergstraße und das schmale Kopfgebäude in der Welserstraße bilden mit dem Denkmal ein neues Ensemble. Die Kopfbauten erhalten hierbei eine wichtige, stadträumliche Funktion: sie erzeugen im Gegensatz zum derzeit fragmentarischen Charakter das Bild einer vollständigen und in sich schlüssigen Anlage in der Stadt, ganz in der Logik des Hobrechtschen Stadtgrundrisses.

 

  • Wohnquartier Guter Freund, Aachen
© Andreas Horsky_Wohnquartier Guter Freund_Landmarken AG

Projektadresse: Freunder Weg, 52068 Aachen
Architekt: pbs architekten
Projektentwickler: Landmarken AG
Projektkontakt: http://www.guter-freund.de

Perfekt zugeschnittene Grundrisse für unterschiedliche Zielgruppen sowie die Gruppierung der 17 Häuser um den grünen Innenhof mit Aufenthaltsqualität und intelligent vernetzten Wegeverbindungen sind Kernmerkmale des neuen Wohnquartiers „Guter Freund“ in Aachen. Mit den zum Teil aufgesetzten Staffelgeschossen ist ein zeitgenössisch-attraktives Wohnviertel entstanden, dessen Garten-Innenbereich absolut ruhiges Wohnen ermöglicht. Ein gut durchdachtes Fußwegenetz verknüpft die neuen Freiräume zudem mit der Umgebung. Die städtebauliche Interaktion gelingt hervorragend durch die Architektur der Fassaden, die durch eine Mischung aus hellen und dezenteren Farben, großen Fenstern und ansprechenden Balkonen gegliedert wird.

Die Idee der Projektentwickler war es, Menschen, die in Schlüsselstellungen für das Gelingen unserer Gesellschaft sorgen, aber nicht über hohe Einkommen verfügen, mit attraktivem Wohnraum zu versorgen. „Guter Freund“ wurde zum durchmischten Quartier mit 248 geförderten und freifinanzierten Wohnungen, alle in gleicher hoher Qualität. Und das mit einer freiwilligen Förderquote von mehr als 70 Prozent. Es ist das größte privat realisierte soziale Wohnbauprojekt in NRW. in Quartier als guter Freund für seine Bewohner und die Stadt. „Guter Freund“ bedeutet mehr als nur Wohnen – der Name steht für gutes Leben mit tollen Nachbarn und vielen Extras. Familienfreundlich, generationenübergreifend, mit attraktiven Grünflächen, Services für die Mieter, modernem Mobilitätskonzept und vielen Angeboten zur Förderung der Gemeinschaft.

 

Gewerbe:
  • i live Tower, Aalen
I Live Tower, Aalen © Julius Eiberger

Projektadresse: Julius-Bausch-Straße 50, 73431 Aalen
Architekt: AI+P Planungs GmbH
Projektentwickler: i Live Holding GmbH

Die i Live Unternehmensgruppe entwickelt und baut auf einem ehemaligen Parkplatz ihr neues Headquarter und unterstreicht hiermit ihre Kompetenzen als innovativer Anbieter von Live-Style-Apartements und exzellenten Projektentwickler. Das Unternehmen ist bei der Planung und Umsetzung seiner Philosophie ganz treu geblieben: „Wir bauen nicht nur Gebäude, sondern füllen diese mit Leben und Spirit“. Dies gelingt hier zum einen durch das außergewöhnliche Innendesign, das Spiel mit naturnahen Materialien und den geschaffenen Brain-Reset-Orten zum „Auftanken“ und zum anderen durch die Umsetzung von einigen Highlights wie dem Sportfeld auf der Dachterrasse, dem Fitnessbereich und den Familienzimmern.

Die aus 16.000 unterschiedlichen Einzelteilen zusammengesetzte Fassade und die mit neun Etagen, die übliche Bebauung Aalens, weit überragende Architektur macht den i Live Tower nicht nur zu einem visuellen Statement, sondern auch zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt Aalen und dient zur Revitalisierung von Aalen Süd. Denn Heimat finden im neuen i Live Tower außerdem branchennahe Unternehmen sowie zwei der renommiertesten Gastronomen der Region, die den Stadtteil zum Anlaufpunkt für viele Aalener und Besucher machen. Eine konsequente Nutzung von nachhaltigen und recyclebaren Materialien, das intelligente Energiemanagement, die kontrollierte Be- und Entlüftung aller Geschosse und ein Wärmerückgewinnungskonzept stehen für die Zukunftsorientierung des Gebäudes.

 

  • O-Werk Bochum, Bochum
O-Werk Bochum© RKW+

Projektadresse: Opelring 1, 44803 Bochum
Architekt: RKW Architektur +
Projektentwickler: Landmarken AG/O-Werk Verwaltung Bochum GmbH & Co. KG

Wo Ende 2014 der letzte Opel Zafira vom Band rollte, entstand mit dem O-Werk der Leuchtturm eines Quartiers für Wissenschaft, Technologie und Unternehmensgründung auf einem Areal, das zunächst als Kohlerevier und später als Autowerk tausenden Menschen Arbeit gab. Mit der Revitalisierung des 1962 erbauten Opel-Verwaltungsgebäudes wurde das Konzept eines Innovations-Campus entwickelt, der den Aufbruch in eine neue, wissenschaftsorientierte Zukunft dieses industriehistorischen Standorts schafft. Auf MARK 51°7 (so der heutige Name des ehemaligen Werksgeländes), entstehen moderne Büros und Kollaborationsflächen, die viel Inspiration für innovative und kreative Nutzungsformate bieten. An einem Standort, wo mit einem Schlag 3500 Menschen ihre Arbeit verloren haben, bestand die Herausforderung darin, glaubhaft den Aufbruch zu gestalten und unter den Voraussetzungen des Denkmalschutzes ein funktionierendes Konzept zur Entwicklung moderner Arbeitswelten zu entwickeln, die innovative Unternehmen und Institutionen anlocken.

Vor dem Hintergrund des Denkmalschutzes und der Bekanntheit und Signalwirkung des Solitärs wurde die Fassade freistehend gelassen und die Transformation im Inneren sicht- und spürbar: Statt klassischer Büroflure prägen nun moderne Büro- und Kommunikationsflächen mit Maker Spaces für kreatives und flexibles Arbeiten das Bild. Unternehmen können ihren Mitarbeiter*innen hier äußerst attraktive Arbeitsumgebungen bieten. MARK 51°7 wird zum prägnant gestalteten Eingangstor Bochums, dessen Wahrzeichen das O-Werk als einzig verbliebenes großes Gebäude des ehemaligen Autowerks ist. Früher ein abgeschlossenes Areal, öffnet sich MARK 51°7 nun zur Stadt und ihren Bewohnern hin. Das Areal wird sich nahtlos in den Stadtteil Bochum-Laer einfügen und erhält eigens eine Linienverlängerung der S-Bahn.

 

  • Silent-Green Kulturquartier, Berlin
© cordia schlegelmilch_silent green Kulturquartier_Jörg Heitmann, Max Dengler und Bettina Ellerkamp

Projektadresse: Gerichstraße 35, 1337 Berlin
Architekt: KOMBINATIV Büro für Architektur / Max Dengler mit Rita
Gabriel, Michael Vierling, Gernot Wagner
Projektentwickler: Jörg Heitmann und Bettina Ellerkamp
Projektkontakt: https://kombinativ.de

Der 1909/1910 erbaute Gebäudekomplex des Krematoriums im Berliner Wedding war die erste derartige Einrichtung in Berlin und galt als eine der leistungsfähigsten Feuerbestattungsanlagen Europas. Von außen unsichtbar verbirgt sich unter der Erde die
1.600 m² große Betonhalle, die in den 1990er Jahren erbaut wurde und Raum für ein vollautomatisches Sarglager bot. Das Hauptgebäude wurde in enger Kooperation mit dem Denkmalschutz umfassend saniert. Das Herz der Anlage bildet die 17 Meter hohe Kuppelhalle mit ihrem achteckigen Grundriss und dem pyramidenförmigen Mansardendach. Das neu gebaute Atelierhaus tritt in den formalen Dialog mit dem Hauptbau und wird für Ausstellungen, Workshops, Konferenzen und Tagungen genutzt.

Durch die dauerhafte Einfassung mit Kletter- und Schlingpflanzen bildet das Atelierhaus ein grünes Pendant zu den Baumreihen des Friedhofs auf der gegenüberliegenden Seite des Gartens. Im Erdgeschoss befindet sich die Zugangsgalerie zur unterirdischen Betonhalle. Die Galerie hat ein 50 m langes, in die Tiefe abgesenktes Raumvolumen, das mit einer besonderen Lichtinstallation den Übergang zwischen Ober- und Untergeschoss inszeniert. Alle Freiräume des Geländes sind für die Öffentlichkeit zugänglich und werden als Erholungs- und Freizeitorte genutzt. Die geschützte, naturnahe Atmosphäre mitten in der Stadt, im Zusammenspiel mit dem gastronomischen Angebot des MARS, das frisch geerntete Zutaten auch aus dem Nutzgarten auf dem Dach des Atelierhauses bezieht, macht es zu einem einladenden Ort für die Bewohner*innen des Bezirks und Gäste aus der ganzen Stadt. Das silent green ist eine interdisziplinäre Plattform für Berlin, die Raum bietet für verschiedene kulturelle Veranstaltungen, von Konzerten bis Ausstellungen, Lesungen und Diskursformate, mit den Schwerpunkten Film und Musik.

 

Neben den Finalisten werden in der „FIABCI Prix d´Excellence Official Selection 2020“ folgende Projekte gewürdigt:

  • BERLIN RIVIERA, Berlin
  • Greifswalder Straße/Heinrich-Roller-Straße, Berlin
  • Lindenhof, Berlin
  • Schmollerplatz, Berlin
  • WAVE waterside living berlin, Berlin
  • Hoffnungshäuser, Esslingen
  • Hoch hinaus mit Holz, Hamburg
  • Römeraue Muldenäcker, Ludwigsburg
  • Centro Tesoro, München
  • NOVA Neufahrn Gewerbepark, Neufahrn bei Freising
  • CentoNew, Rostock
  • Splace Apartments, Wolfsburg

„Gerade die letzten Wochen und Monate haben gezeigt, wie wichtig ganzheitliche Immobilienkonzepte sind. Architektur, Nachhaltigkeit, Logistik, Marketing, Innovation und urbane Integration müssen zusammen gedacht werden. Nur dann entstehen Lebens- und Arbeitswelten, die nachhaltig sind und unsere Expertenjury überzeugen können“, skizziert Michael Heming, Präsident FIABCI Deutschland und Mitglied der Jury, die Kriterien bei der Preisvergabe.

„Herausragende Projektentwicklung darf nicht auf ein bestimmtes Preissegment beschränkt sein. Wir freuen uns daher sehr, auch in diesem Jahr den Sonderpreis für bezahlbares Bauen unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vergeben zu können“, ergänzt Andreas Ibel, BFW-Präsident und ebenfalls Mitglied der Jury. „Für viele Projektentwicklungen braucht es nicht nur innovative Ideen, sondern auch Mut, Ausdauer, Willensstärke, aber auch Kompromissbereitschaft beim Ringen um die besten Lösungen. Mit den Sonderpreisen für „Innovation“ und „Langen Atem“ wollen wir dies sichtbar machen“, so Ibel weiter.

Die zusätzlichen Preis-Kategorien verdeutlichen die Ziele des von BFW und FIABCI getragenen Wettbewerbs: Es sollen die Synergien zwischen Bauwirtschaft, Baukultur, Politik und Gesellschaft gefördert, Dialoge angeregt und zu innovativem, nachhaltigem Bauen inspiriert werden.

Heming betont, dass die Gewinner des Projektentwicklungswettbewerbs sich auch für den internationalen Wettbewerb bewerben können: „Auch in diesem Jahr haben die Gold-Gewinner in den Bereichen Gewerbe und Wohnen wieder die Chance, am internationalen FIABCI World Prix d’Excellence Award teilzunehmen. Die bisherigen Gewinner haben bei dem internationalen Wettbewerb herausragende Erfolge erzielt und gezeigt, dass deutsche Projektentwicklung auch dem internationalen Vergleich standhält.“

Eine persönliche Übergabe ist auf Grund der derzeitigen Situation leider nicht möglich. Die Gewinner werden Ende November per Video veröffentlicht. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden.

Pressemitteilung: BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.