13. Juli 2024

FH Münster: Diplomarchitekt Daniel Blum für Lehrgebiet Baukonstruktion berufen

Prof. Daniel Blum lehrt seit dem Wintersemester 2023/2024 Baukonstruktion an der Münster School of Architecture, dem Fachbereich Architektur der FH Münster. (Foto: FH Münster/Wilfried Gerharz)

Münster (pm) – „Meine Ausbildung war von Zeiten vermeintlicher Sicherheiten geprägt. Die Auseinandersetzung mit Architektur erfolgte auf sehr abstraktem Niveau“, erinnert sich Architekt Prof. Daniel Blum. Doch in heutigen Zeiten mit schwindenden Ressourcen an Baugrund und -materialien müsse sich zwangsläufig etwas in der Architekturdisziplin verändern. Dies als Chance zu begreifen und nach dem Prinzip Gemüsekorb statt Supermarkt zu entwerfen und zu konstruieren, wie der neuberufene Professor für Baukonstruktion seine Herangehensweise bildlich beschreibt, möchte er den Studierenden am Fachbereich Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA), nahebringen.

„Wir müssen saisonal und regional entwerfen und bauen – also mit dem planen, was zur Verfügung steht und das Zusammenspiel dessen mit der vorhandenen Umgebung beachten“, so Blum. An einer Hochschule gebe es viel Energie und Enthusiasmus. Diese brauche es mehr denn je, um eine sichere Zukunft zu bauen, so Blum. Seit 2017 hat der 44-Jährige immer wieder Lehraufträge an der MSA wahrgenommen und sich in seinem Werdegang zwischen Theorie und Praxis hin und her bewegt, zuletzt viele Jahre in der Schweiz. Eine Hochschule für angewandte Wissenschaften sei ein Labor und der beste Ort für die Studierenden, um gefahrlos zu scheitern. „Das gibt es sonst nirgends mehr, dass sich die angehenden Architektinnen und Architekten im geschützten Rahmen ausprobieren können.“ Mit ihnen etwas zu entwickeln und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, sich selbst zu entfalten, darauf freue er sich als Neuberufener besonders.

Als wichtigen Bestandteil der Lehre sieht Blum, Architektur nicht nur im Kopf zu erfahren: „Digitalisierung ist eine Chance und wichtiges Werkzeug. Für die Baukonstruktion ist aber auch das Verständnis und Wissen vom Bauen und von den Materialien essenziell.“ Diese auch physisch zu erfahren, ihre kulturelle Bedeutung zu kennen und sich ihr Zusammenspiel mit dem anzusehen, was an den Standorten bereits verbaut ist und was es an diesem Ort für die Menschen braucht – das sei wichtig für zeitgenössische Architektur.

Blum ist in Oberhausen aufgewachsen, zu Zeiten großer stillgelegter Zechen- und Hochofenanlagen aus der Ära der Kohle- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet, bevor diese zu Landschaftsparks umfunktioniert wurden. „Die Anlagen haben mich sehr fasziniert und hatten große Präsenz. Darüber bin ich zur Architektur gekommen“, erinnert sich der Neuberufene. Für sein Vordiplom geht Blum an die TU Darmstadt und wechselt dann an die ETH Zürich. Er macht ein einjähriges Praktikum in einem Architekturbüro in Barcelona und arbeitet nach dem Abschluss für rund drei Jahre in London, dann geht es für ihn wieder zurück an die Hochschule: Als wissenschaftlicher Mitarbeiter unterstützt er in einer Entwurfsprofessur an der ETH Zürich, auch bereits als Student sammelt Blum Lehrerfahrung als Tutor in Darmstadt und der Schweiz. Er arbeitet im Büro Diener & Diener in Basel und wechselt dann als Leiter der Entwurfsabteilung zu Itten+Brechbühl. Viele Jahre lehrt und arbeitet Blum im Bereich Entwurf. „Nun freue ich mich sehr, praxisbezogene Baukonstruktion lehren zu können. Denn für mich ist Architektur Konstruktion.“

Quelle: FH Münster