8. August 2022

Fehlerkosten am Bau in 2021 mit rund 16,5 Milliarden immer noch zu hoch

Düsseldorf (pm) – Egal, ob nun im Neubau oder im Bestand: Baumängel sind leider häufig die Ursache für im Nachgang entstehende Gebäudeschäden. Dabei muss es nicht immer mutwilliger „Pfusch an Bau“ sein, um Baumängel zu produzieren. Doch was beim einzelnen Bauvorhaben noch ärgerlich erscheinen mag, ist auf ganz Deutschland bezogen in Summe bereits ein messbar wirtschaftlicher Schaden. So lag die Schadensumme im Jahr 2021 bundesweit mit rund 16,5 Milliarden Euro immer noch weit über jedem tolerierbaren Maß – und dies, obwohl den Bauakteuren hierzulande verschiedene Fehlerkostenvermeidungsstrategien bekannt sind.

Oft reichen schon kleine Fehler in der Bauplanung oder unzureichende Kommunikation zwischen den am Bau beteiligten Parteien aus, um die Fehlerkostenspirale in Gang zu setzten. Da sich Fehler auf den deutschen Baustellen am Tag zigfach einstellen, kann die Gesamtsumme der so unnötig produzierten jährlichen Schäden nur hoch ausfallen. Da es jedoch keine offizielle Statistik über die gesamten Fehlerkosten an deutschen Bau gibt, führt BauInfoConsult seit über einem Jahrzehnt alljährlich eine umfragegestützte Fehlerkostenanalyse durch, um überhaupt eine grobe Einschätzung der Fehlerkostenhöhe hierzulande zu generieren.

Auch für 2021 muss leider ein vergleichsweiser hoher Fehlerkostenanteil bilanziert werden – wobei sich die Tendenz leicht sinkender Fehlerkostenanteile fortgesetzt hat. So schätzen die befragten Bauakteure, dass der Fehlerkostenanteil am gesamten 2021er Branchenumsatz im Durchschnitt bei 11,4 Prozent lag (Mittelwert aller 601 abgegebenen Schätzungen der befragten Architekten, Bauunternehmer, Dachdecker, Zimmerer, Maler, Trockenbauer und SHK-Installateure). Im Vorjahr 2020 lag der am Branchenumsatz gemessene durchschnittliche Fehlerkostenanteil noch bei 12,8 Prozent.

Doch erst, wenn man den Fehlerkostenanteil mit dem tatsächlichen Branchenumsatz in Beziehung setzt, komplettiert sich das Bild. Ausgehend vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie berechneten baugewerblichen 2021er Umsatz in Höhe von 144,8 Milliarden Euro ergibt sich demnach eine Fehlerkostengesamtsumme von 16,51 Milliarden Euro. 2020 lag die umsatzanteilige Fehlerkostensumme noch bei 18,3 Milliarden Euro. Somit kann 2021 als leichter Fortschritt im Bemühen gegen die Fehlerkosten am Bau Herr zu werden.

 

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Strategien zur Fehlerkostenminimierung: bessere Planung, Kommunikation & Zeitmanagement

Da der Fehlerteufel auf verschiedene Art und Weise am Bau zuschlägt, unterscheiden sich auch die Mittel zur Fehlerkostenvermeidung. Hierbei drängen sich mehrere Handlungsfelder in den Vordergrund, die nach Ansicht der Bauakteure zur Fehlerkostenvermeidung herangezogen werden können. Ganz vorne steht dabei die Forderung nach einer besseren Planung bei Bauprojekten, gefolgt von dem Wunsch nach besserer Kommunikation der am Bau beteiligten Parteien bzw. Gewerke.

Daneben verweisen die Bauakteure bei potenziellen Fehlerkostenvermeidungsstrategien auf ein besseres Zeitmanagement hin. Hier dürfte ein tiefergehendes Problem mitschwingen: der Zeitdruck auf den Baustellen. Bekanntermaßen ist bei vielen Bauvorhaben der Zeitrahmen so eng gesetzt, dass bereits kleinste Störungen zu Verschiebungen im Bauablauf führen – bis hin zu einer deutlich verspäteten Fertigstellung. Der somit entstehende Zeitdruck innerhalb des Bauablaufs kann dann schnell zu Fehlern in der Bauausführung führen.

Pressemitteilung: BauInfoConsult