Düsseldorf (pm) – Dass in der Baubranche ein Gespenst umgeht – und zwar ein Gespenst namens Fachkräftemangel – das ist mittlerweile nicht einfach nur noch eine ziemlich abgedroschene Phrase, sondern schlicht falsch: Das vermeintliche Gespenst ist (leider) quicklebendig. In unserer Trendanalyse für 2026 und 2027 dominiert der Fachkräftemangel mit Abstand die Liste der Themen, die Verarbeiter und Hersteller aus der Baubranche am meisten umtreiben. Und das auch ganz konkret: Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und Bauunternehmen nach dem Ausmaß der fehlenden Fachkräfte gefragt, das sie bei den Unternehmen beobachten, mit denen sie zusammenarbeiten. Nicht weniger als 96 Prozent der Unternehmen beobachten Fachkräftemangel bei ihren Partnerfirmen – und 41 Prozent sogar gravierenden. In welche Berufsgruppen fehlt am meisten Personal?
Fachkräftemangel und demografischer Wandel gehörten lange zu den eher abstrakten Themen, mit denen man im Alltag nur sporadisch Kontakt hatte. Davon sind die Bauunternehmen mittlerweile weit entfernt – Personalengpässe prägen längst ihre Projektarbeit. Das zeigen die Ergebnisse einer Anfang 2026 durchgeführten Telefonumfrage unter 125 Bauunternehmen in Deutschland, die in der neuen Jahresanalyse von BauInfoConsult veröffentlicht werden. Fast alle Unternehmen, mit denen die Befragten zu tun haben, haben mit dem Problem zu kämpfen.
Als „extrem“ nehmen 16 Prozent der befragten Firmen den Fachkräftemangel ihrer Partner wahr – am anderen Ende des Spektrums (nur „ein wenig“ Probleme mit fehlendem Personal) sind es 18 Prozent. In der Mitte der beiden Einschätzungen („moderate“ bzw. „einige“ Probleme) ist jeweils ein starkes Viertel der Unternehmen angesiedelt. Dabei beobachten die Bauunternehmen Fachkräfteengpässe bei Firmen über alle Gewerkgrenzen hinweg. So sind Berufe wie Maurer, Zimmerer, Bautischler sowie Beton- und Schalungsbauer am rarsten gesät. Aber auch im Maler- Dachdecker-, SHK- und Elektrohandwerk gehören fehlende Fachkräfte laut den Erfahrungen der befragten keineswegs zu den Ausnahmen.
Kein Kraut gewachsen? Bauunternehmen hoffen auf Innovationsschub
Bei den Rezepten gegen den Fachkräftemangel sind den ebenso offensichtlichen wie wichtigen Lösungswegen (die Berufe attraktiver machen, mehr Azubis gewinnen) durch die rückläufige Demografie natürliche Grenzen gesetzt. Viele Bauunternehmen in unserer Befragung hoffen darauf, das technische Innovationen zumindest die Folgen der Demografiedelle etwas abmildern können. Dabei setzen die Bauprofis vor allem auf Vorfertigung, Robotik, Automatisierung und digitale Planungstools.
Quelle: BauInfoConsult