22. Juni 2024

Europäischer Architekturpreis geht an die TU Braunschweig

Das Studierendenhaus der TU Braunschweig erhält den Preis der EU für zeitgenössische Architektur © Foto: Leonhard Clemens

Braunschweig (pm) – Der Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe 2024 geht an das Studierendenhaus der Technischen Universität Braunschweig entworfen von den beiden Architekten Gustav Düsing und Max Hacke. Der Preis gilt als die renommierteste europäische Architekturauszeichnung. Das Studierendenhaus ist bereits mit zahlreichen weiteren Preisen ausgezeichnet worden, unter anderen erhielt es 2023 den Deutschen Architekturpreis, den DAM Preis für Architektur in Deutschland 2024 und den Architekturpreis des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) Niedersachsen.

Die Jury begründete die Auszeichnung, dass es dem Gebäude gelungen sei „mit der Fähigkeit Grenzen und Vorurteile in Bezug auf Nachhaltigkeit zu überwinden und durch eine sorgfältig ausgearbeitete und unnachgiebige Struktur eine einladende und spielerische Umgebung für Studium, Zusammenarbeit und Zusammenkunft zu schaffen. Es wurde eine klare architektonische Idee verfolgt, überarbeitet und an ihre Grenzen gebracht. Es ist mehr als ein Gebäude, eher ein vielseitiges System, das technologischen Fortschritt mit einem flexiblen und wiederverwendbaren Prinzip verbindet.“ Die Technische Universität Braunschweig fördere mit der Architektur des Studierendenhauses ein Umdenken im aktuellen sozialen, ökologischen und politischen Kontext.

„Ich bin sehr stolz, mit dem Studierendenhaus einen internationalen architektonischen Leuchtturm an der TU Braunschweig zu haben, der europaweit so viel Beachtung findet“, sagt Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig. „Fantastisch ist zum einen, dass das Studierendenhaus aus einem Wettbewerb unter unseren wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in der Architektur hervorgegangen ist und mit seiner hervorragenden und zukunftsweisenden Architektur die Qualität der Architekturausbildung an der TU Braunschweig belegt. Zum anderen wird mit dem Studierendenhaus ein Gebäude ausgezeichnet, das nur für unsere Studierenden da ist und mit seinen flexiblen Möglichkeiten als Lernort die Zusammenarbeit und den Austausch in hervorragender Weise fördert. Ein wahres Aushängeschild für den attraktiven Studienstandort TU Braunschweig.“

Das Studierendenhaus wurde aus insgesamt 362 Arbeiten aus 38 Ländern, davon 36 aus Deutschland, ausgewählt, die zwischen April 2021 und Mai 2023 fertiggestellt wurden und sich an der Ausschreibung beteiligt hatten. Im Februar dieses Jahres hatte eine internationale Jury die fünf Finalisten bekannt gegeben, unter denen sich auch das Studierendenhaus als einziger Beitrag aus Deutschland befand. Das Studierendenhaus ist erst das zweite Hochschulgebäude, das den Preis erhält. Im Jahr 2022 wurde das Town House der Kingston University London mit dem EUmiesAward ausgezeichnet.

Die jüngsten Preisträger

Die beiden Berliner Architekten Gustav Düsing und Max Hacke sind die jüngsten Preisträger der EUmiesAwards. Beide Architekten waren als wissenschaftliche Mitarbeiter in der Architektur tätig. Sie gewannen 2017 den internen Wettbewerb, den die TU Braunschweig unter den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der Fakultät Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften ausgelobt hatte.

Die Jury betonte, dass die in die engere Wahl genommenen und die prämierten Arbeiten ein untrennbares Ganzes bilden. Sie ermöglichen ein besseres Verständnis der Art und Weise, wie zeitgenössische Architektur mit Nachhaltigkeit, sozialer Gleichheit, technologischem Fortschritt, Gesundheit und Wohlbefinden, kulturellem Erhalt, Resilienz und Anpassung, wirtschaftlicher Machbarkeit und Globalisierung im Rahmen einer ethischen und ideologischen sowie pragmatischen Praxis umgeht.

Neben dem Mies van der Rohe-Award wurden zwei weitere Architekturnachwuchspreise vergeben. Die Preisträger*innen wurden am 25. April im CIVA, dem Informations-, Dokumentations- und Ausstellungszentrum für Stadt, Architektur, Landschaft und Stadtplanung in Brüssel, Belgien, im Rahmen der European Conferences on Architectural Policies (ECAP) unter der belgischen EU-Ratspräsidentschaft bekannt gegeben.

Preisverleihung in Barcelona am 14. Mai

Die Preisverleihung findet am 14. Mai 2024 im Mies van der Rohe-Pavillon in Barcelona im Rahmen des EUmies Awards Days statt. Auf dem Programm stehen Vorträge der Preisträgerinnen und Finalistinnen, Diskussionen mit Architektinnen, Bauherrinnen, politischen Entscheidungsträger*innen und Jurymitgliedern, sowie eine Ausstellung der 362 Gebäude, die an den EUmiesAwards 2024 teilgenommen haben. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu den Barcelona Architecture Weeks.

Über den Mies van der Rohe Award

Mit diesem Preis für zeitgenössische Architektur zeichnet die Europäische Union gemeinsam mit der Mies van der Rohe Fundation alle zwei Jahre herausragende Leistungen in der europäischen Architektur aus. Neben dem mit 60.000 Euro dotierten Hauptpreis vergibt sie einen Sonderpreis an Nachwuchsarchitekt*innen, der mit 20.000 Euro dotiert ist.

Seit 2001 lobt die EU-Kommission den Preis alle zwei Jahre gemeinsam mit der Fundació Mies van der Rohe aus. Die Auszeichnung wurde erstmals 1988 vergeben und trug bis 1998 den Namen „Mies-van-der-Rohe-Preis“. Inzwischen hat sich die modernere Kurzform „EUMiesAward“ durchgesetzt.

Quelle: Technische Universität Braunschweig